Zungenbrennen nach Rauchstopp: Ursachen & was hilft

Zungenbrennen nach Rauchstopp: Ursachen & was hilft

Von Dr. med. Rudolf Lubek 14 Min. Lesezeit
Kurz-Fazit

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Titel: Zungenbrennen nach Rauchstopp: Ursachen & was hilft

Die Zigarette ist endlich weg. Eigentlich solltest du dich großartig fühlen. Stattdessen brennt deine Zunge, als hättest du gerade scharfes Chili gegessen — nur ohne das Chili. Dieses Gefühl ist irritierend und verunsichert viele frisch gebackene Nichtraucher.

Das Zungenbrennen nach dem Rauchstopp ist eine typische Entzugserscheinung, über die allerdings viel zu selten gesprochen wird. Du bist damit nicht allein. Medizinisch gesehen gehört es zu den neurovegetativen Reaktionen deines Körpers auf den Nikotinentzug — klingt kompliziert, ist aber eigentlich logisch.

In diesem Ratgeber erfährst du, warum deine Zunge gerade rebelliert, welche körperlichen Prozesse dahinterstecken und — am wichtigsten — was dir jetzt konkret Linderung verschaffen kann.

Warum brennt die Zunge nach dem Rauchstopp überhaupt?

Dein Körper hat sich jahrelang an die Inhaltsstoffe der Zigarette gewöhnt. Nikotin, Teer und laut WHO über 4.800 weitere chemische Verbindungen haben deine Schleimhäute regelrecht betäubt. Jetzt, wo diese Stoffe fehlen, erwacht dein Mundraum förmlich zu neuem Leben.

Die Regeneration der Geschmacksknospen

Über Jahre hinweg hat das Rauchen deine Geschmacksknospen regelrecht zugemüllt. Die gute Nachricht: Sie regenerieren sich jetzt. Dieser Prozess beginnt bereits 48 Stunden nach der letzten Zigarette — aber er fühlt sich nicht unbedingt angenehm an.

Während sich die Nervenenden in der Zunge erholen, senden sie manchmal verwirrte Signale ans Gehirn. Das Brennen ist sozusagen ein Missverständnis zwischen Zunge und Kopf. Dein Nervensystem muss erst wieder lernen, normale Reize richtig zu interpretieren.

Durchblutungsveränderungen im Mundraum

Nikotin verengte permanent deine Blutgefäße — auch die winzigen Kapillaren in Zunge und Mundschleimhaut. Nach dem Rauchstopp erweitern sich diese Gefäße wieder. Die plötzlich bessere Durchblutung kann sich als Kribbeln, Brennen oder Stechen bemerkbar machen.

Dieser Effekt verstärkt sich oft in den ersten 2-3 Wochen. Danach pendelt sich die Durchblutung auf einem gesunden Niveau ein.

Austrocknung und veränderte Speichelproduktion

Rauchen unterdrückte deine natürliche Speichelproduktion. Jetzt normalisiert sich diese wieder — aber der Übergang verläuft nicht immer reibungslos. In den ersten Wochen schwankt die Speichelmenge oft stark: Mal zu trocken, mal zu viel.

Eine trockene Zunge ist deutlich anfälliger für Brennen und Irritationen. Die Schleimhaut fehlt schlicht der schützende Speichelfilm.

Wenn das Brennen in den ersten 72 Stunden besonders stark ist

Die ersten drei Tage sind kritisch. Nicht nur wegen des Verlangens nach Nikotin — auch körperlich läuft gerade ein komplettes Notfallprogramm ab. Das Zungenbrennen erreicht in dieser Phase oft seinen Höhepunkt.

Akuthilfe für sofortige Linderung

Wenn es brennt wie Feuer, brauchst du keine Theorie — sondern schnelle Hilfe. Hier sind bewährte Sofortmaßnahmen:

  • Kühle Getränke schluckweise trinken — am besten Wasser oder ungesüßter Kräutertee. Keine Eistees oder säurehaltigen Säfte, die verschlimmern das Problem.
  • Eiswürfel lutschen — betäubt die überreizten Nervenenden vorübergehend. Funktioniert auch mitten in der Nacht.
  • Naturjoghurt im Mund verteilen — klingt seltsam, beruhigt aber die Schleimhaut durch die Milchsäurebakterien und den Kühleffekt.
  • Kokosöl ziehen — einen Teelöffel für 5-10 Minuten im Mund bewegen. Das Öl legt sich wie ein Schutzfilm über die gereizte Zunge.

Was das für dich bedeutet: Diese Maßnahmen bekämpfen nicht die Ursache, aber sie verschaffen dir Atempausen. Gerade nachts, wenn das Brennen dich wachhält, sind sie Gold wert.

Nikotinersatzprodukte richtig einsetzen

Wenn das Brennen Teil eines heftigen Nikotinentzugs ist, können Nikotinersatzprodukte doppelt helfen: Sie lindern das Verlangen und können die vegetativen Entzugssymptome wie das Zungenbrennen reduzieren.

Besonders gut geeignet in dieser Situation sind Nikotinlutschtabletten, weil sie direkt im Mund wirken. Die sanfte Nikotinabgabe kann die überreizten Nervenbahnen beruhigen. Nikotinlutschtabletten sind apothekenpflichtig.

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Wichtig bei der Anwendung: Die Lutschtablette nicht wie ein Bonbon dauernuckeln, sondern zwischen Wange und Zahnfleisch parken. So wird das Nikotin über die Mundschleimhaut aufgenommen — genau dort, wo es gebraucht wird.

Eine ehrliche Warnung an dieser Stelle: Wenn du dich für Nikotinkaugummis entscheidest, achte auf die richtige Anwendung. Zu schnelles Kauen kann die Magenschleimhaut reizen und Übelkeit verursachen — das brauchst du jetzt wirklich nicht zusätzlich. Nikotinkaugummis sind ebenfalls apothekenpflichtig.

Ablenkung in der Akutphase

Je mehr du dich auf das Brennen konzentrierst, desto schlimmer wird es gefühlt. Dein Gehirn ist gerade im Ausnahmezustand — da wird jedes Missempfinden hochgerechnet.

Ein bewährter Tipp: Such dir Ablenkungen, die deinen Mund beschäftigen, ohne ihn zu reizen. Zuckerfreie Kaugummis mit mildem Geschmack. Rohes Gemüse knabbern (Gurke, Paprika — nichts Scharfes!). Oder einfach bewusst durch die Nase atmen und die Zunge entspannt im Mund liegen lassen.

Wenn sich zusätzlich der Geschmack verändert hat

Das Brennen kommt selten allein. Viele berichten gleichzeitig von einem metallischen Geschmack im Mund oder davon, dass alles irgendwie fade schmeckt. Manchmal schmeckt sogar Wasser komisch.

Die Geschmacksexplosion verstehen

Deine Geschmacksknospen waren jahrelang unter einer Teer-Nikotin-Schicht begraben. Jetzt kommen sie frei — und feuern wild durcheinander. Manche Geschmäcker werden plötzlich intensiver wahrgenommen, andere verfälscht.

Medizinisch gesehen ist das ein Zeichen der Heilung. Die Zungenpapillen bilden sich neu. Dieser Prozess dauert etwa 2-4 Wochen. Danach schmeckst du tatsächlich intensiver als je zuvor — aber bis dahin ist es manchmal chaotisch.

Was jetzt hilft: die richtige Ernährung

Vermeide in dieser Phase extreme Geschmäcker. Nichts zu Scharfes, zu Saures oder zu Salziges. Das reizt die empfindliche Zunge nur zusätzlich.

Setze stattdessen auf:

  • Milde Suppen und Eintöpfe
  • Haferbrei mit Banane
  • Gedünstetes Gemüse
  • Vollkornbrot mit Frischkäse
  • Smoothies aus nicht zu sauren Früchten

Gleichzeitig solltest du den Heißhunger nach dem Rauchstopp im Blick behalten. Viele greifen jetzt zu Süßigkeiten — was den Mund aber noch mehr irritiert.

Mundhygiene anpassen

Deine bisherige Zahnpasta ist vermutlich zu aggressiv für die gerade regenerierende Mundschleimhaut. Wechsle vorübergehend zu einer sensitiven Zahncreme ohne Menthol — das brennt nämlich zusätzlich.

Spüle nach dem Zähneputzen mit lauwarmem Wasser statt mit scharfer Mundspülung. Alkoholhaltige Mundwasser sind jetzt tabu — sie trocknen die Schleimhaut aus.

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Wenn Stress und Anspannung das Brennen verstärken

Hast du bemerkt, dass die Zunge besonders dann brennt, wenn du gestresst bist oder dich innerlich angespannt fühlst? Das ist kein Zufall.

Der Zusammenhang zwischen Stress und Mundschleimhaut

Stress aktiviert dein sympathisches Nervensystem. Das führt zu Mundtrockenheit, Zähneknirschen und erhöhter Muskelspannung — auch in der Zunge. All das verstärkt das Brenngefühl massiv.

Besonders kritisch: Wenn du jahrelang bei Stress zur Zigarette gegriffen hast, fehlt dir jetzt dieses „Ventil“. Die Anspannung entlädt sich woanders — oft direkt in körperlichen Symptomen wie eben dem Zungenbrennen.

Viele kämpfen nach dem Rauchstopp mit Stress — weil die gewohnte Bewältigungsstrategie wegfällt.

Entspannungstechniken die wirklich funktionieren

Entspannungstechniken wie Yoga oder Atemübungen können jetzt besonders hilfreich sein. Du brauchst Techniken, die dein Nervensystem runterfahren. Das hilft nicht nur gegen Stress — sondern direkt gegen das Brennen.

Probier mal diese Atemübung: 4 Sekunden einatmen durch die Nase, 7 Sekunden Luft anhalten, 8 Sekunden ausatmen durch den Mund. Drei Wiederholungen reichen oft schon, um das vegetative Nervensystem zu beruhigen.

Wenn du eher der hands-on Typ bist: Heimwerken als Ablenkung funktioniert erstaunlich gut. Deine Hände sind beschäftigt, dein Kopf konzentriert sich auf was Konkretes — und das Brennen tritt in den Hintergrund.

CBD als Option bei vegetativen Symptomen

Cannabidiol (CBD) wird zunehmend als Unterstützung beim Nikotinentzug diskutiert. Die Studienlage ist noch dünn, aber viele berichten von beruhigenden Effekten auf das überreizte Nervensystem.

Mehr dazu findest du in unserem ausführlichen Artikel zu CBD bei Nikotinentzug. Wichtig: CBD ersetzt keine medizinische Behandlung und sollte nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingesetzt werden.

Wenn das Brennen nach Wochen nicht besser wird

Die meisten Entzugssymptome klingen nach 2-4 Wochen deutlich ab. Wenn deine Zunge aber auch nach dieser Zeit noch brennt — oder das Gefühl sogar stärker wird — solltest du genauer hinschauen.

Mögliche andere Ursachen ausschließen

Nicht jedes Zungenbrennen nach dem Rauchstopp kommt tatsächlich vom Nikotinentzug. Es gibt medizinische Ursachen, die du abklären lassen solltest:

  • Vitamin-B12-Mangel — besonders wenn du gleichzeitig müde und blass bist
  • Eisenmangel — oft kombiniert mit rissigen Mundwinkeln
  • Pilzinfektion (Candida) — erkennbar an weißen Belägen
  • Diabetes — Mundtrockenheit und Brennen können Frühzeichen sein
  • Hormonelle Veränderungen — besonders bei Frauen in den Wechseljahren

Ein Blutbild beim Hausarzt bringt schnell Klarheit. Die gute Nachricht: Die meisten dieser Ursachen lassen sich gut behandeln.

Das Burning-Mouth-Syndrom

In seltenen Fällen entwickelt sich ein chronisches Zungenbrennen ohne erkennbare körperliche Ursache — das sogenannte Burning-Mouth-Syndrom. Es betrifft häufiger Frauen über 40 und kann auch nach dem Rauchstopp auftreten.

Die Mechanismen sind noch nicht vollständig verstanden. Vermutet wird eine Fehlfunktion der Schmerzverarbeitung im Nervensystem. Behandelt wird meist mit niedrig dosiertem Amitriptylin oder Gabapentin — Medikamente, die die Nervensignale dämpfen.

Aber keine Panik: Das ist die absolute Ausnahme. Laut medizinischen Studien ist das Zungenbrennen nach dem Rauchstopp in über 90% der Fälle eine vorübergehende Entzugserscheinung.

Wann du zum Arzt gehen solltest

Vereinbare einen Termin, wenn:

  • Das Brennen nach 6 Wochen nicht nachlässt
  • Du zusätzlich Schluckbeschwerden entwickelst
  • Deine Zunge anschwillt oder sich verfärbt
  • Du Fieber oder geschwollene Lymphknoten bemerkst
  • Das Brennen dich nachts wachhält und deinen Alltag massiv einschränkt

Ehrlich gesagt: Lieber einmal zu viel zum Arzt als zu wenig. Gerade wenn du zusätzlich mit depressiven Verstimmungen kämpfst, ist ärztliche Begleitung sinnvoll.

Wenn dich nachts das Brennen wachhält

Tagsüber ist das Brennen nervig — nachts wird es zur Qual. Viele berichten, dass gerade in den frühen Morgenstunden zwischen 2 und 4 Uhr die Beschwerden am schlimmsten sind.

Warum nachts alles schlimmer wird

Im Schlaf produzierst du deutlich weniger Speichel. Deine Zunge trocknet aus und klebt förmlich am Gaumen. Die Mundatmung (besonders wenn die Nase verstopft ist) verschlimmert das Problem.

Gleichzeitig fehlen nachts alle Ablenkungen. Dein Gehirn fokussiert sich voll auf das Brennen — ein klassischer Teufelskreis.

Mehr zum Thema findest du in unserem Artikel über Schlafprobleme beim Rauchstopp.

Praktische Nacht-Strategien

Stelle ein Glas Wasser auf den Nachttisch — klingt banal, aber das regelmäßige Befeuchten des Mundes hilft wirklich. Manche schwören auf einen Luftbefeuchter im Schlafzimmer, besonders in der Heizperiode.

Wenn du mit offenem Mund schläfst: Versuch mal ein Nasenpflaster. Die verbesserte Nasenatmung reduziert die Mundtrockenheit erheblich.

Ein alter Hausarzt-Trick: Vor dem Schlafengehen einen Teelöffel Honig langsam im Mund zergehen lassen. Der Honig legt sich wie ein Schutzfilm über die Schleimhaut und wirkt gleichzeitig antibakteriell.

Schlaftee statt Schlafmittel

Wenn die Kombination aus Zungenbrennen und Einschlafproblemen dich fertig macht, greif nicht sofort zu Schlaftabletten. Versuch es erst mit pflanzlichen Alternativen.

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Baldrian, Hopfen und Melisse beruhigen nicht nur — sie fördern auch die Speichelproduktion leicht. Trink den Tee etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen, damit du nachts nicht ständig aufs Klo musst.

Die langfristige Perspektive: Was dich erwartet

Die ersten Wochen sind schwierig. Aber es wird besser. Jeden einzelnen Tag ein kleines bisschen.

Regeneration in Phasen

Die meisten durchlaufen folgende Timeline:

  • Woche 1: Das Brennen ist am intensivsten. Die Zunge fühlt sich wund an, manchmal schwillt sie leicht an.
  • Woche 2-3: Das permanente Brennen wird zu gelegentlichem Kribbeln. Dazwischen gibt es beschwerdefreie Stunden.
  • Woche 4-6: Das Gefühl normalisiert sich zunehmend. Nur noch in Stresssituationen flammt es auf.
  • Ab Woche 8: Die allermeisten sind das Brennen komplett los. Der Geschmackssinn ist jetzt oft besser als vor dem Rauchen.

Diese Timeline variiert natürlich. Kommt drauf an, wie lange und wie viel du geraucht hast. Bei einem 20-Jahre-Raucher mit zwei Schachteln täglich dauert die Regeneration logischerweise länger als bei jemandem, der fünf Jahre lang zehn Zigaretten am Tag geraucht hat.

Mehr zum zeitlichen Verlauf findest du im Artikel Nikotinentzug Woche 1-4.

Die positiven Veränderungen bewusst wahrnehmen

Während du dich auf das Brennen konzentrierst, übersehen viele die guten Veränderungen, die parallel ablaufen:

Dein Atem riecht wieder neutral. Deine Zähne werden heller. Der morgendliche Hustenreiz verschwindet. All das passiert gleichzeitig mit dem Brennen — wird aber oft nicht so stark wahrgenommen.

Führe ruhig mal eine Woche lang ein kleines Tagebuch: Was ist heute besser als gestern? Manchmal sind es Kleinigkeiten wie „Kaffee schmeckt wieder aromatisch statt bitter“ oder „Habe durchgeschlafen ohne aufzuwachen“.

Rückfälle vermeiden

Eine ehrliche Warnung: Das Zungenbrennen kann so nervig sein, dass manche denken „Ach, wenn ich schon leide, kann ich auch gleich wieder rauchen“. Das ist ein gefährlicher Trugschluss.

Erstens: Eine Zigarette lindert das Brennen nicht — sie betäubt nur vorübergehend alle Mundempfindungen. Zweitens: Du wirfst damit die gesamte Regeneration über den Haufen und darfst von vorn anfangen.

Wenn die Versuchung zu groß wird: Hol dir Unterstützung. Selbsthilfegruppen oder ein kostenloser Rauchentwöhnungskurs der BZgA können in solchen Momenten den Unterschied machen.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert das Zungenbrennen nach dem Rauchstopp normalerweise?

Bei den meisten klingt das Brennen nach 2-4 Wochen deutlich ab. In dieser Zeit regenerieren sich die Geschmacksknospen und die Durchblutung normalisiert sich. In seltenen Fällen kann es bis zu 6-8 Wochen dauern, besonders bei langjährigen Rauchern. Hält das Brennen länger an, sollte ein Arzt andere Ursachen wie Vitaminmangel oder Pilzinfektionen ausschließen.

Ist Zungenbrennen ein normales Entzugssymptom oder sollte ich mir Sorgen machen?

Zungenbrennen gehört zu den typischen, aber weniger bekannten Entzugssymptomen. Es entsteht durch die Regeneration der Mundschleimhaut und veränderte Durchblutung. Solange keine zusätzlichen Symptome wie Schwellungen, Verfärbungen oder Fieber auftreten, ist es in der Regel harmlos. Wenn du unsicher bist oder das Brennen sehr stark ist, sprich mit deinem Hausarzt — schon allein zur Beruhigung.

Was kann ich sofort gegen das brennende Gefühl tun?

Eiswürfel lutschen, kühles Wasser schluckweise trinken oder Naturjoghurt im Mund verteilen verschaffen schnelle Linderung. Auch Kokosöl-Ziehen (einen Teelöffel 5-10 Minuten im Mund bewegen) beruhigt die gereizte Schleimhaut. Vermeide scharfe, saure oder sehr heiße Speisen — die reizen zusätzlich. Zuckerfreie Kaugummis regen die Speichelproduktion an und helfen gegen Mundtrockenheit.

Können Nikotinersatzprodukte das Zungenbrennen verschlimmern?

Im Gegenteil: Nikotinersatzprodukte wie Lutschtabletten oder Kaugummis können das Brennen sogar lindern, weil sie die vegetativen Entzugssymptome insgesamt reduzieren können. Wichtig ist die richtige Anwendung — Nikotinkaugummis nicht zu schnell kauen und Lutschtabletten zwischen Wange und Zahnfleisch parken statt sie wie Bonbons zu lutschen. Bei falscher Anwendung kann allerdings die Mundschleimhaut zusätzlich gereizt werden.

Wann sollte ich wegen Zungenbrennen zum Arzt gehen?

Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn das Brennen nach 6 Wochen nicht nachlässt, sich verschlimmert oder von anderen Symptomen begleitet wird: Schwellungen, Verfärbungen der Zunge, Schluckbeschwerden, Fieber oder geschwollene Lymphknoten. Auch wenn das Brennen so stark ist, dass es deinen Schlaf oder Alltag massiv beeinträchtigt, solltest du ärztlichen Rat einholen. Ein Blutbild kann Mangelerscheinungen aufdecken, die leicht behandelbar sind.

Hilft eine spezielle Ernährung gegen das Zungenbrennen?

Ja, die richtige Ernährung macht einen Unterschied. Setze auf milde, nicht reizende Lebensmittel: Suppen, Haferbrei, gedünstetes Gemüse, Vollkornbrot mit Frischkäse. Vermeide Scharfes, Saures, sehr Salziges und extrem Heißes. Smoothies aus nicht zu sauren Früchten sind gut verträglich. Wichtig ist auch ausreichend zu trinken — mindestens 2 Liter Wasser oder Kräutertee täglich, um die Schleimhaut feucht zu halten.

Fazit: Das Brennen geht vorbei — dein Erfolg bleibt

Das Zungenbrennen nach dem Rauchstopp ist unangenehm, manchmal richtig quälend. Aber es ist auch ein Zeichen, dass dein Körper heilt. Deine Geschmacksknospen regenerieren sich, die Durchblutung normalisiert sich, die Schleimhaut erholt sich von jahrelanger Schadstoffbelastung.

Die meisten Beschwerden klingen nach 2-4 Wochen deutlich ab. Bis dahin helfen Kühlung, ausreichend Flüssigkeit, milde Ernährung und bei Bedarf Nikotinersatzprodukte. Wenn Stress das Brennen verstärkt, sind Entspannungstechniken goldwert.

Was das für dich bedeutet: Halte durch. Jeder rauchfreie Tag ist ein Gewinn — auch wenn er sich manchmal nicht so anfühlt. Das Brennen ist temporär. Deine Gesundheit, die du gerade zurückgewinnst, bleibt dir ein Leben lang.

Und falls du rückfällig wirst: Kein Drama. Jeder Versuch zählt. Die körperliche Abhängigkeit ist nach 2-3 Wochen vorbei — da

Wichtiger Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen nicht die persönliche Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Fragen zur Rauchentwöhnung wende dich bitte an eine medizinische Fachperson.
Dr. med. Rudolf Lubek
Über den Autor

Dr. med. Rudolf Lubek

Dr. med. Rudolf Lubek ist Facharzt für Innere Medizin. Seit vielen Jahren begleitet er Patienten auf dem Weg zum Nichtraucher und kennt sowohl die aktuelle Studienlage als auch die Herausforderungen im Praxisalltag.

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