Rauchen in der Schwangerschaft aufhören: Sofort-Tipps für Mütter

Du hast gerade erfahren, dass du schwanger bist – und in deinem Kopf dreht sich alles. Vielleicht fühlst du dich gerade schuldig, weil du noch rauchst. Vielleicht hast du schon ein paar erfolglose Versuche hinter dir. Oder du fragst dich, ob es überhaupt noch was bringt, jetzt aufzuhören.

Lass mich dir eins sagen: Jede Zigarette, die du ab jetzt nicht rauchst, ist ein Gewinn für dein Baby. Punkt. Keine Vorwürfe, keine erhobenen Zeigefinger. Meine Tochter hat es in der Schwangerschaft geschafft, nach zehn Jahren Rauchen – und ich war damals an ihrer Seite. Was mir dabei aufgefallen ist: Die meisten Ratschläge sind entweder zu theoretisch oder machen werdenden Müttern zusätzlich Druck.

Deshalb bekommst du hier praktische Sofort-Tipps für verschiedene Situationen. Keine perfekten Pläne, sondern echte Hilfe für den Alltag.

Wenn du gerade erfahren hast, dass du schwanger bist

Die ersten Tage nach dem positiven Schwangerschaftstest sind oft chaotisch. Tausend Gedanken, gemischte Gefühle – und dann noch das Thema Rauchen. Was hilft jetzt wirklich?

Erstmal: Tief durchatmen. Du hast den wichtigsten Schritt schon gemacht, indem du überhaupt darüber nachdenkst, in der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufzuhören. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht.

Dein Notfallplan für die ersten 72 Stunden

Die ersten drei Tage sind entscheidend. Nicht weil danach alles easy wird (das wäre gelogen), sondern weil du in dieser Zeit den Grundstein legst.

  • Sag es jemandem: Weihe mindestens eine Vertrauensperson ein. Meine Tochter hat es damals nur mir und ihrer besten Freundin erzählt – das hat gereicht. Du brauchst keine große Ankündigung, aber du brauchst jemanden, der dich nicht urteilt, wenn es schwer wird.
  • Räum die Wohnung aus: Alle Zigaretten, Feuerzeuge, Aschenbecher weg. Ja, wirklich alle. Auch die „Notfall-Packung“ in der Handtasche. Das ist keine Willenssache, sondern eine praktische Hürde.
  • Mach einen Frauenarzttermin: Sofort. Nicht erst in drei Wochen. Du brauchst medizinische Begleitung, gerade wenn du länger geraucht hast.

Was oft vergessen wird: Du musst jetzt keine perfekte Nichtraucherin sein. Du musst nur den ersten Tag schaffen. Dann den zweiten. Und so weiter.

Was dein Körper jetzt braucht

In den ersten Wochen der Schwangerschaft passiert unglaublich viel in deinem Körper – auch ohne Rauchstopp. Die Kombination aus Schwangerschaftshormonen und Nikotinentzug kann hart sein. Dein Körper braucht jetzt:

  • Viel Wasser (mindestens 2 Liter täglich – hilft beim Entgiften und gegen Übelkeit)
  • Kleine, häufige Mahlzeiten (stabilisiert den Blutzucker, reduziert Rauchverlangen)
  • Frühe Schlafenszeiten (Müdigkeit verstärkt das Verlangen enorm)
  • Frische Luft (klingt simpel, aber 10 Minuten Spaziergang helfen oft mehr als Ablenkung zu Hause)

Wenn du starke Übelkeit hast, kann das paradoxerweise helfen – viele Schwangere berichten, dass allein der Gedanke an Zigaretten ihnen schlecht wird. Nutz das, wenn es bei dir so ist.

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Speziell dosierte Nikotinkaugummis, die in der Schwangerschaft nach Rücksprache mit dem Arzt verwendet werden dürfen. Hilft bei starkem Rauchverlangen.

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Wenn du starkes Rauchverlangen hast

Lass uns ehrlich sein: Das Verlangen wird kommen. Mehrmals täglich. Besonders in den ersten zwei Wochen. Aber es gibt einen Unterschied zwischen „Verlangen haben“ und „nachgeben“.

Die 5-Minuten-Regel (die wirklich funktioniert)

Rauchverlangen fühlt sich an wie eine Welle. Es kommt, wird stärker – und flacht dann wieder ab. Die meisten Verlangensattacken dauern tatsächlich nur 3 bis 5 Minuten. Das Problem: Diese Minuten fühlen sich ewig an.

Deine Überlebens-Strategien:

  • Kältetrick: Eiswürfel lutschen oder Gesicht mit kaltem Wasser abspülen. Unterbricht das Verlangen körperlich.
  • Atmen für zwei: Hand auf den Bauch, langsam bis 4 einatmen, bis 6 ausatmen. Dreimal wiederholen. (Hat bei meiner Tochter besser funktioniert als alle anderen Atemübungen – vielleicht weil sie dabei ans Baby gedacht hat.)
  • Ortswechsel: Raus aus der Situation. Anderes Zimmer, raus auf den Balkon, notfalls aufs Klo. Hauptsache, du unterbrichst den Automatismus.
  • Hände beschäftigen: Strickzeug, Knete, Handyspiel. Klingt albern, funktioniert aber. Rauchen ist auch eine Handbeschäftigung.

Was mir selbst überrascht hat: Meine Tochter hat sich in kritischen Momenten ihren Bauch gestreichelt und laut gesagt „Nicht für dich, Kleines“. Hat ihr geholfen, den Fokus zu verschieben. Probier ruhig verschiedene Techniken – was bei der einen klappt, nervt die andere.

Nikotinersatz in der Schwangerschaft: Ja oder nein?

Jetzt wird’s kompliziert. Die offizielle Empfehlung lautet: am besten ohne Nikotinersatz aufhören. Aber – und das ist ein wichtiges Aber – wenn du es anders nicht schaffst, ist Nikotinersatztherapie das kleinere Übel im Vergleich zum Weiterrauchen.

Hier die Fakten ohne Beschönigung:

  • Nikotinpflaster: Eher nicht in der Schwangerschaft, weil sie konstant Nikotin abgeben (auch nachts). Mehr dazu in unserem Nikotinpflaster Test.
  • Nikotinkaugummi: Kann nach ärztlicher Absprache verwendet werden, niedrige Dosierung (2mg). Du kontrollierst selbst, wann du Nikotin zuführst.
  • Nikotinspray: Ähnlich wie Kaugummi, aber schneller wirksam. Auch hier: nur nach Rücksprache und niedrig dosiert.

Wichtig: Das ist eine Entscheidung, die du mit deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin treffen musst. Nicht mit deiner Schwiegermutter, nicht mit der besorgten Freundin, nicht mit Dr. Google. Mit deinem Arzt.

Mehr zu allen Optionen findest du in unserem ausführlichen Artikel zur Nikotinersatztherapie.

Wenn dein Partner oder dein Umfeld raucht

Das ist eine der härtesten Situationen überhaupt. Du versuchst in der Schwangerschaft aufzuhören, und um dich herum wird munter weitergequalmt. Keine Diskussion: Das ist unfair und macht alles schwerer.

Das Gespräch mit dem Partner

Falls dein Partner raucht, muss jetzt ein klares Gespräch her. Nicht vorwurfsvoll, aber unmissverständlich. Was hat bei meiner Tochter funktioniert:

  • Konkrete Regeln: „Ich brauche, dass du nicht mehr in der Wohnung rauchst“ ist besser als „Du solltest mich mehr unterstützen“. Konkret statt emotional.
  • Rauchfreie Zonen: Wohnung, Auto, überall wo ihr gemeinsam Zeit verbringt. Nicht verhandelbar.
  • Timing ansprechen: „Rauch nicht direkt vor der Tür, wenn ich gleich heimkomme.“ Klingt kleinlich, ist aber wichtig.
  • Den Nutzen für ihn suchen: Manche Partner hören tatsächlich mit auf, wenn sie merken, dass sie ihre Rauchzeiten eh nur noch heimlich haben. Ein gemeinsamer Rauchstopp kann die Beziehung stärken (muss aber nicht – kein Druck).

Was du nicht tun solltest: Ihm Vorträge halten oder erwarten, dass er automatisch mitzieht. Er ist erwachsen, du bist schwanger – das sind zwei verschiedene Situationen. Aber Rücksicht darfst und musst du einfordern.

Mit rauchenden Freunden umgehen

Hier musst du manchmal hart sein. Manche Freundschaften werden eine Zeit lang schwierig, gerade wenn gemeinsames Rauchen ein Teil eurer Routine war (Raucherecke auf der Arbeit, Feierabendbalkon, etc.).

Praktische Ansätze:

  • Triff dich in rauchfreien Locations (Café statt Balkon, Spaziergang statt Kneipe)
  • Kommunizier klar: „Ich kann gerade nicht dabei sein, wenn geraucht wird – das ist nicht persönlich“
  • Such dir aktiv rauchfreie Alternativen in deinem Freundeskreis
  • Nimm in Kauf, dass manche Freunde das nicht verstehen werden

Was oft vergessen wird: Wahre Freunde werden dich unterstützen, auch wenn sie selbst rauchen. Wer dich dafür kritisiert oder „nur eine Zigarette“ anbietet, hat das Thema nicht verstanden.

Wenn du Angst vor der Gewichtszunahme hast

Lass uns das Thema direkt ansprechen, weil es viele werdende Mütter beschäftigt: In der Schwangerschaft aufzuhören und dann auch noch zuzunehmen – das fühlt sich nach doppelter Belastung an.

Hier meine ehrliche Meinung: Ein paar Kilo mehr sind gesünder als weiter zu rauchen. Keine Diskussion. Das Baby braucht eine rauchfreie Umgebung mehr als es eine schlanke Mama braucht.

Realistische Erwartungen

Durchschnittlich nimmt man beim Rauchstopp 3-5 kg zu. In der Schwangerschaft nimmst du ohnehin 10-15 kg zu (im gesunden Rahmen). Diese beiden Dinge auseinanderzuhalten ist schwierig, aber wichtig: Du kannst nicht genau kontrollieren, was vom Rauchstopp kommt und was von der Schwangerschaft.

Was du tun kannst:

  • Gesunde Snacks vorbereiten: Geschnittenes Gemüse, Obst, Nüsse. Wenn das Rauchverlangen kommt, ist etwas Gesundes griffbereit.
  • Regelmäßig essen: Drei Mahlzeiten plus zwei Snacks. Verhindert Heißhunger und stabilisiert den Blutzucker (reduziert auch Rauchverlangen).
  • Bewegung: Spazierengehen, Schwangerschaftsyoga, Schwimmen. Hilft gegen Gewichtszunahme UND gegen Entzugserscheinungen.
  • Nicht zwei Baustellen gleichzeitig: Jetzt ist nicht der Zeitpunkt für eine Diät. Gesund essen ja, hungern nein.

Mehr praktische Tipps findest du in unserem Artikel Rauchen aufhören ohne zuzunehmen – wobei du die Tipps an die Schwangerschaft anpassen musst (keine extremen Diäten, kein exzessiver Sport).

Der Mythos vom „Stress fürs Baby“

Manche Raucherinnen sagen: „Der Stress vom Aufhören ist schlimmer fürs Baby als weiter zu rauchen.“ Das ist falsch. Punkt.

Ja, Stress in der Schwangerschaft ist nicht super. Aber Rauchen schadet dem Baby direkt und messbar: weniger Sauerstoff, mehr Giftstoffe, höheres Risiko für Frühgeburt, geringeres Geburtsgewicht, mehr Atemprobleme nach der Geburt. Der kurzfristige Stress vom Aufhören ist dagegen verschwindend gering.

Was wirklich hilft: Stressreduktion durch Entspannungstechniken, nicht durchs Weiterrauchen.

Wenn du es schon mehrmals versucht hast

Vielleicht ist das nicht dein erster Anlauf. Vielleicht hast du schon vor der Schwangerschaft versucht aufzuhören – oder sogar schon in den ersten Wochen einen Rückfall gehabt. Das ist kein Versagen, das ist normal.

Was beim letzten Mal schiefgelaufen ist

Bevor du es wieder probierst, lohnt sich ein ehrlicher Blick zurück:

  • War es eine bestimmte Situation? (Stress, Streit, Party, Alkohol?)
  • Warst du zu hart zu dir selbst? („Eine Zigarette = totales Versagen“)
  • Hattest du zu wenig Unterstützung?
  • Hast du die falschen Hilfsmittel gewählt? (Nikotinpflaster wenn du eigentlich was zum Kauen brauchst?)

Schreib dir diese Trigger auf. Wirklich. Nicht nur drüber nachdenken, sondern aufschreiben. Die Schwangerschaft gibt dir jetzt eine neue, stärkere Motivation – aber die alten Muster sind noch da.

Rückfall ist kein Weltuntergang

Falls du in der Schwangerschaft einen Rückfall hast: Einmal rauchen bedeutet nicht, dass alles umsonst war. Die Giftstoffe bauen sich schnell wieder ab. Jede rauchfreie Stunde zählt.

Dein Notfallplan bei einem Rückfall:

  • Nicht die ganze Packung rauchen nach dem Motto „jetzt ist eh alles egal“
  • Die Zigarette sofort entsorgen (auch wenn noch 19 in der Schachtel sind)
  • Deine Vertrauensperson anrufen
  • Analysieren: Was war der Auslöser? Wie verhinderst du das nächste Mal dieselbe Situation?
  • Weitermachen. Morgen ist ein neuer Tag.

Mehr zum Thema findest du in unserem Artikel über Rückfall beim Rauchen.

Professionelle Hilfe ist keine Schande

Wenn du es alleine nicht schaffst, hol dir Hilfe. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Verantwortung.

Deine Optionen:

  • Raucherberatung: Viele Krankenkassen bieten kostenlose Kurse an, auch speziell für Schwangere
  • Verhaltenstherapie: Hilft die Muster zu durchbrechen, gerade wenn du schon lange rauchst. Mehr dazu: Verhaltenstherapie bei Nikotinsucht
  • Hypnose: Funktioniert nicht bei allen, aber manche schwören drauf. Rauchentwöhnung durch Hypnose erklärt die Methode.
  • Apps mit Coaching: Praktisch für den Alltag, einige haben spezielle Schwangerschafts-Programme. Schau dir unseren Nichtraucher-Apps Test an.

Wichtig: Such dir etwas, das zu dir passt. Die beste Methode ist die, die du auch durchziehst.

Allen Carr: Endlich Nichtraucher (für Frauen)

Das Buch hat Millionen geholfen, die Psychologie des Rauchens zu verstehen. Viele Schwangere berichten, dass es ihnen den entscheidenden Klick gegeben hat.

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Wenn die Entzugserscheinungen dich fertigmachen

Die ersten Tage ohne Zigarette können brutal sein. Körperlich und psychisch. Lass dir von niemandem einreden, dass das alles nur Kopfsache ist – der Nikotinentzug ist real.

Was dich erwarten kann

Typische Entzugserscheinungen in der Schwangerschaft:

  • Starkes Rauchverlangen (besonders in den ersten 3 Tagen)
  • Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen (wird durch Schwangerschaftshormone noch verstärkt)
  • Konzentrationsprobleme
  • Müdigkeit oder Schlafprobleme
  • Kopfschmerzen
  • Verstopfung (auch ein typisches Schwangerschaftsproblem – doppelt nervig)

Die Symptome sind normalerweise nach 2-3 Wochen deutlich besser. Aber diese ersten Wochen musst du durchhalten. Es gibt keine Abkürzung.

Was wirklich hilft (ohne Medikamente)

Du kannst nicht einfach irgendein Medikament nehmen, um die Entzugserscheinungen zu dämpfen. Aber es gibt Dinge, die helfen:

  • Gegen Reizbarkeit: Bewegung an der frischen Luft, auch wenn du keine Lust hast. 20 Minuten Spaziergang senken nachweislich Stress und Verlangen.
  • Gegen Müdigkeit: Kurze Powernaps (max 20 Minuten), viel Wasser trinken, eisenreiche Ernährung (Fleisch, Hülsenfrüchte, grünes Gemüse).
  • Gegen Kopfschmerzen: Pfefferminzöl auf die Schläfen, ausreichend trinken, regelmäßig essen. Falls es nicht besser wird: mit dem Arzt sprechen, manche Schmerzmittel sind in der Schwangerschaft okay.
  • Gegen Verstopfung: Ballaststoffe (Vollkorn, Leinsamen, Trockenobst), viel Wasser, Bewegung. Ist unangenehm, geht aber vorbei.

Was mir selbst überrascht hat: Bei meiner Tochter waren die körperlichen Symptome nach einer Woche fast weg – aber das psychische Verlangen blieb noch Wochen. Darauf solltest du vorbereitet sein.

Wann du zum Arzt solltest

Entzugserscheinungen sind normal. Aber manchmal wird es zu viel:

  • Wenn du kaum noch schlafen kannst (mehr als 3 Nächte in Folge)
  • Bei starken Kreislaufproblemen oder Herzrasen
  • Wenn du dich selbst gefährdet fühlst (Autofahren nicht mehr sicher, Gedanken ans Aufgeben werden übermächtig)
  • Bei Panikattacken oder starken Depressionen

Dann ist medizinische Hilfe wichtig. Nicht „durchbeißen“, sondern Hilfe holen.

Die ersten Wochen rauchfrei: So bleibst du dran

Du hast die ersten Tage geschafft. Glückwunsch, das ist die härteste Phase. Aber jetzt kommt die Gefahr der falschen Sicherheit: „Das war ja gar nicht so schlimm, eine Zigarette würde nicht schaden.“

Die kritischen Momente

Bestimmte Situationen sind besonders gefährlich:

  • Wenn es dem Baby gut geht: Paradox, aber wahr. Wenn der nächste Ultraschall zeigt, dass alles okay ist, denken manche „dann war das bisschen Rauchen vorher ja nicht so schlimm“. Gefährlicher Gedanke.
  • Bei Stress oder Streit: Die alte Bewältigungsstrategie meldet sich zurück. Hier brauchst du neue Strategien (Spaziergang, Freundin anrufen, Entspannungsübungen).
  • In Gesellschaft von Rauchern: Bleibt schwierig. Meide diese Situationen wo möglich, besonders in den ersten 3 Monaten rauchfrei.
  • Bei Alkohol: Eh tabu in der Schwangerschaft, aber falls du in einer Situation bist wo getrunken wird (Feier, etc.): Höchste Vorsicht. Alkohol senkt die Hemmschwelle.

Deine Motivations-Anker

Wenn es hart wird, brauchst du etwas, das dich an dein Warum erinnert:

  • Das erste Ultraschallbild (als Handyhintergrund oder im Portemonnaie)
  • Eine Liste mit Gründen (persönlich, ehrlich, emotional – nicht die Standard-Gesundheitsgründe, sondern DEINE Gründe)
  • Die Vorstellung vom ersten Atemzug deines Babys
  • Das gesparte Geld (bei einer Schachtel pro Tag sind das ca. 200€ im Monat – gutes Geld für Babysachen)

Mehr Motivations-Ideen findest du in unserem Artikel zu den 30 Gründen mit dem Rauchen aufzuhören.

Tracking hilft wirklich

Eine Nichtraucher-App kann in der Schwangerschaft besonders motivierend sein, weil sie dir zeigt, wie sich die Gesundheit deines Babys verbessert:

  • Nach 20 Minuten: Herzfrequenz normalisiert sich
  • Nach 12 Stunden: Kohlenmonoxid im Blut normalisiert sich (mehr Sauerstoff fürs Baby)
  • Nach 2 Wochen: Durchblutung verbessert sich (bessere Versorgung des Babys)
  • Nach 3 Monaten: Risiko für Frühgeburt sinkt deutlich

Diese Timeline zu verfolgen gibt vielen Schwangeren das Gefühl, aktiv etwas für ihr Baby zu tun. Schau dir dazu auch Was passiert wenn man aufhört zu rauchen an.

Fidget Spinner und Anti-Stress-Spielzeug

Hilft die Hände zu beschäftigen, wenn das Rauchverlangen kommt. Klingt simpel, funktioniert aber bei vielen.

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Nach der Geburt: Bloß nicht wieder anfangen

Darüber redet kaum jemand, aber es ist wichtig: Nach der Geburt werden viele Mütter rückfällig. Der Stress, die Schlaflosigkeit, das Gefühl von Überforderung – und plötzlich scheint die Zigarette wie eine schnelle Erleichterung.

Die gefährlichsten Momente

Besonders kritisch:

  • Die ersten Wochen zu Hause: Baby schreit, du bist erschöpft, Partner hilft nicht genug (oder ist gar nicht da). Alte Muster melden sich.
  • Wenn du nicht stillst: Manche denken „jetzt ist das Baby ja raus, jetzt kann ich wieder“. Kann man, sollte man aber nicht. Du willst doch nicht nochmal durch den Entzug, oder?
  • Bei postpartaler Depression: Echtes Risiko, echtes Problem. Hier brauchst du professionelle Hilfe, keine Zigaretten.

Deine Strategie für die Zeit nach der Geburt

Überlege dir JETZT schon, wie du nach der Geburt rauchfrei bleibst:

  • Wer kann dich in den ersten Wochen unterstützen? (Partner, Mutter, Freundin?)
  • Wie gehst du mit Stress um, wenn das Baby schreit? (Spaziergang mit Kinderwagen, Tragetuch, Musik, Ohrstöpsel für kurze Pausen?)
  • Bleibst du in der Nichtraucher-Community aktiv? (App, Online-Forum, Selbsthilfegruppe?)
  • Hast du einen Plan B, falls es kritisch wird? (Hebamme anrufen, Freundin anrufen, Notfall-Snacks griffbereit?)

Dieser Plan klingt vielleicht übertrieben, wenn du gerade erst mit dem Aufhören anfängst. Ist er aber nicht. Die meisten Rückfälle passieren nicht in der Schwangerschaft, sondern danach.

Häufig gestellte Fragen

Schadet eine Zigarette am Tag dem Baby wirklich?

Ja. Es gibt keine sichere Menge. Schon eine Zigarette pro Tag erhöht das Risiko für Frühgeburt, niedriges Geburtsgewicht und plötzlichen Kindstod. Die Vorstellung „ein bisschen Rauchen ist okay“ ist medizinisch nicht haltbar. Jede Zigarette zählt – im Negativen wie im Positiven.

Ab wann ist das Baby nicht mehr gefährdet, wenn ich aufhöre?

Das Baby profitiert sofort von jeder rauchfreien Stunde. Die größten Verbesserungen siehst du nach 2-3 Wochen (Durchblutung, Sauerstoffversorgung). Das Risiko für Komplikationen sinkt kontinuierlich, je länger du rauchfrei bleibst. Ideal ist natürlich, die gesamte Schwangerschaft rauchfrei zu sein – aber auch ein Rauchstopp im zweiten oder dritten Trimester bringt noch deutliche Vorteile.

Kann ich E-Zigarette in der Schwangerschaft nutzen?

Offiziell wird davon abgeraten. E-Zigaretten sind weniger schädlich als normale Zigaretten, aber nicht harmlos. Sie enthalten zwar kein Kohlenmonoxid und weniger Giftstoffe, aber immer noch Nikotin (in den meisten Fällen). Nikotin schadet der Entwicklung des Babys, egal wie es zugeführt wird. Falls du zwischen Weiterrauchen und E-Zigarette wählen musst, ist die E-Zigarette das kleinere Übel – aber sprich vorher mit deinem Arzt. Mehr dazu: E-Zigarette zum Rauchen aufhören.

Was wenn ich schon im 6. Monat bin und noch rauche?

Aufhören. Jetzt. Jeder Tag ohne Zigarette ist besser als ein weiterer Tag mit Zigarette. Es ist nie zu spät, auch nicht im 6., 7. oder 8. Monat. Das Baby profitiert sofort von besserer Sauerstoffversorgung. Mach dir keine Vorwürfe wegen der vergangenen Monate – konzentrier dich auf die Zeit, die noch kommt. Und hol dir Unterstützung, wenn du es alleine nicht schaffst.

Wie gehe ich mit Schuldgefühlen um?

Schuldgefühle sind normal, aber nicht hilfreich. Du kannst die Vergangenheit nicht ändern – die Zigaretten, die du schon geraucht hast, sind geraucht. Du KANNST aber die Zukunft ändern. Fokussier dich darauf. Falls die Schuldgefühle übermächtig werden und dich lähmen, sprich mit deiner Hebamme oder deinem Arzt. Manchmal braucht es professionelle Hilfe, um aus dieser Spirale rauszukommen. Du bist keine schlechte Mutter, weil du geraucht hast. Du bist eine verantwortungsvolle Mutter, weil du jetzt aufhören willst.

Wenn ich das mit 58 nach 30 Jahren geschafft habe, schaffst du das auch. Du hast die stärkste Motivation der Welt: dein Baby. Nutz sie. Und hol dir Hilfe, wenn du sie brauchst. Niemand muss das alleine durchstehen.

Weitere hilfreiche Ressourcen findest du in unserem ultimativen Guide zum Rauchstopp und im Überblick über alle 7 besten Methoden zum Aufhören.

Karin Weiß
Über den Autor

Karin Weiß

Karin ist zweifache Oma und hat mit 58 nach 30 Jahren das Rauchen aufgegeben. Sie schreibt für alle, die denken, es sei zu spät — Schwangere, Langzeitraucher und Senioren. Warmherzig, erfahren und ehrlich.