Rauchen aufhören mit 60: Es ist nie zu spät

Sie sind 60 oder älter und denken darüber nach, mit dem Rauchen aufzuhören? Vielleicht haben Sie jahrzehntelang geraucht und fragen sich, ob es in Ihrem Alter überhaupt noch einen Unterschied macht. Vielleicht hat Ihr Arzt Sie ermahnt oder Ihre Enkel bitten Sie darum. Was auch immer der Auslöser ist: Es ist nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören. Und die Vorteile sind größer, als Sie vielleicht denken.

Dieser Artikel zeigt Ihnen, warum ein Rauchstopp mit 60 oder später absolut sinnvoll ist, welche Verbesserungen Sie erwarten können und wie Sie den Ausstieg in Ihrem Alter am besten angehen.

Warum es sich auch mit 60 noch lohnt

Viele ältere Raucher glauben, dass der Schaden bereits angerichtet sei und ein Aufhören nichts mehr bringe. Die Wissenschaft widerlegt diesen Mythos eindeutig. Eine umfangreiche Studie im American Journal of Preventive Medicine zeigte: Menschen, die zwischen 60 und 69 Jahren mit dem Rauchen aufhörten, lebten im Durchschnitt deutlich länger als diejenigen, die weiterrauchten.

Konkret bedeutet das:

  • Herzinfarktrisiko: Bereits nach einem Jahr ohne Zigaretten sinkt das Risiko für einen Herzinfarkt erheblich – auch in höherem Alter
  • Schlaganfallrisiko: Innerhalb von zwei bis fünf Jahren nähert sich das Risiko dem eines gleichaltrigen Nichtrauchers
  • Lungenerkrankungen: Die Verschlechterung der Lungenfunktion verlangsamt sich deutlich, bestehende Atemprobleme können sich bessern
  • Krebsrisiko: Das Risiko für verschiedene Krebsarten beginnt zu sinken, je länger Sie rauchfrei sind
  • Lebenserwartung: Selbst wer erst mit 65 aufhört, kann noch ein bis vier Lebensjahre gewinnen

Sofort spürbare Verbesserungen

Neben den langfristigen Gesundheitsvorteilen gibt es Verbesserungen, die Sie schon in den ersten Wochen und Monaten spüren werden:

  • Bessere Atmung: Treppensteigen, Spaziergänge und Gartenarbeit fallen leichter. Die Kurzatmigkeit nimmt ab
  • Mehr Energie: Ohne die ständige Belastung durch Kohlenmonoxid fühlen Sie sich wacher und leistungsfähiger
  • Besserer Geschmack und Geruch: Essen schmeckt wieder intensiver, Blumen duften wieder – viele ehemalige Raucher berichten begeistert von dieser Wiederentdeckung
  • Weniger Husten: Der morgendliche Raucherhusten lässt nach oder verschwindet ganz
  • Besserer Schlaf: Nikotin stört den Schlafrhythmus. Ohne Zigaretten schlafen viele Menschen tiefer und erholsamer
  • Bessere Wundheilung: Die verbesserte Durchblutung beschleunigt die Heilung – besonders wichtig bei altersbedingten Verletzungen oder Operationen
  • Gesündere Haut: Auch im Alter verbessert sich das Hautbild nach dem Rauchstopp sichtbar
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Besondere Gesundheitsaspekte im Alter

Mit zunehmendem Alter werden bestimmte Gesundheitsrisiken durch das Rauchen noch relevanter:

Osteoporose und Knochenbrüche

Rauchen beschleunigt den Knochenabbau und erhöht das Osteoporoserisiko erheblich. Besonders Frauen nach den Wechseljahren sind betroffen. Ein Rauchstopp kann den weiteren Knochenabbau verlangsamen und das Risiko für Knochenbrüche, insbesondere Oberschenkelhalsbrüche, reduzieren.

Diabetes und Durchblutungsstörungen

Rauchen verschlimmert Diabetes und dessen Folgeerkrankungen. Die Durchblutungsstörungen, die durch Rauchen verursacht werden, können im Alter zu schwerwiegenden Komplikationen führen – bis hin zu Amputationen. Der Rauchstopp verbessert die Durchblutung und den Blutzuckerstoffwechsel spürbar.

Demenz und kognitive Fähigkeiten

Neuere Forschungen zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen Rauchen und dem Risiko für Demenzerkrankungen. Raucher erkranken häufiger und früher an Alzheimer und vaskulärer Demenz. Ein Rauchstopp kann dazu beitragen, die geistige Leistungsfähigkeit länger zu erhalten.

Augenerkrankungen

Rauchen erhöht das Risiko für altersbedingte Makuladegeneration und Grünen Star erheblich. Beide Erkrankungen können zur Erblindung führen. Mit dem Aufhören verlangsamen Sie das Fortschreiten dieser Erkrankungen.

Praktische Tipps für den Rauchstopp mit 60 plus

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt

Der erste Schritt sollte ein offenes Gespräch mit Ihrem Hausarzt sein. Informieren Sie ihn über Ihre Rauchgewohnheiten und Ihren Wunsch aufzuhören. Er kann:

  • Ihre aktuelle Gesundheit einschätzen und individuelle Risiken bewerten
  • Nikotinersatztherapie oder Medikamente verschreiben, die zu Ihrem Gesundheitszustand passen
  • Mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten prüfen
  • Sie an spezialisierte Entwöhnungsprogramme überweisen

Nikotinersatzprodukte gezielt einsetzen

Für ältere Langzeitraucher sind Nikotinersatzprodukte oft besonders hilfreich. Sie mildern Entzugserscheinungen deutlich und erhöhen die Erfolgsquote. Nikotinpflaster bieten eine gleichmäßige Nikotinversorgung über den Tag, während Kaugummis oder Lutschtabletten bei akutem Verlangen helfen. Ihr Arzt berät Sie, welches Produkt für Sie am besten geeignet ist.

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Neue Routinen aufbauen

Nach Jahrzehnten des Rauchens sind die Gewohnheiten tief verankert. Ersetzen Sie Rauchrituale durch positive Alternativen:

  • Statt der Morgenzigarette: Ein bewusst genossenes Frühstück mit einer Tasse Tee
  • Statt der Zigarette nach dem Mittagessen: Ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft
  • Statt der Zigarette bei Langeweile: Kreuzworträtsel, Lesen, Gartenarbeit oder ein Telefonat mit Freunden
  • Statt der Zigarette am Abend: Entspannungsübungen oder ein warmes Bad
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Bewegung als Verbündeter

Regelmäßige körperliche Aktivität ist einer der wirksamsten Verbündeten beim Rauchstopp. Sie müssen keinen Leistungssport treiben – tägliche Spaziergänge von 20 bis 30 Minuten reichen bereits aus. Bewegung reduziert das Verlangen nach Zigaretten, verbessert die Stimmung und hilft gegen mögliche Gewichtszunahme.

Soziale Unterstützung suchen

Sagen Sie Familie und Freunden, dass Sie aufhören. Bitten Sie um Verständnis für mögliche Stimmungsschwankungen in der Anfangszeit. Wenn Ihr Partner ebenfalls raucht, versuchen Sie gemeinsam aufzuhören. Auch Selbsthilfegruppen oder Entwöhnungskurse speziell für ältere Menschen können enorm hilfreich sein.

Umgang mit Entzugserscheinungen im Alter

Entzugserscheinungen können bei älteren Menschen etwas anders verlaufen. Seien Sie besonders aufmerksam bei folgenden Symptomen:

  • Schlafstörungen: Gehen Sie zu festen Zeiten ins Bett, verzichten Sie auf Koffein am Nachmittag und sorgen Sie für ein angenehmes Schlafumfeld
  • Reizbarkeit: Erklären Sie Ihrem Umfeld, dass diese Phase vorübergehend ist. Gönnen Sie sich Ruhe und angenehme Aktivitäten
  • Konzentrationsprobleme: Diese sind normal und verschwinden nach wenigen Wochen
  • Verstopfung: Trinken Sie ausreichend Wasser, essen Sie ballaststoffreich und bewegen Sie sich regelmäßig

Die meisten Entzugserscheinungen klingen innerhalb von zwei bis vier Wochen deutlich ab. Halten Sie durch – danach wird es spürbar leichter.

Finanzielle Vorteile nicht unterschätzen

Eine Schachtel Zigaretten kostet mittlerweile rund acht bis neun Euro. Wer eine Schachtel am Tag raucht, spart durch den Rauchstopp über 2.500 Euro im Jahr. Geld, das Sie für schöne Erlebnisse nutzen können: Reisen, Konzerte, Zeit mit den Enkeln oder Hobbys, die Sie schon immer ausprobieren wollten.

Ein neues Kapitel beginnen

Mit dem Rauchen aufzuhören ist in jedem Alter eine der besten Entscheidungen, die Sie für sich treffen können. Mit 60 haben Sie noch viele gute Jahre vor sich – machen Sie das Beste daraus. Jeder rauchfreie Tag ist ein Gewinn für Ihre Gesundheit, Ihre Lebensqualität und die Zeit mit den Menschen, die Ihnen wichtig sind.

Lassen Sie sich nicht einreden, es sei zu spät. Ihr Körper kann sich in jedem Alter erholen. Geben Sie ihm die Chance, die er verdient. Der erste Schritt ist die Entscheidung – und die können Sie jetzt treffen.

Karin Weiß
Über den Autor

Karin Weiß

Karin ist zweifache Oma und hat mit 58 nach 30 Jahren das Rauchen aufgegeben. Sie schreibt für alle, die denken, es sei zu spät — Schwangere, Langzeitraucher und Senioren. Warmherzig, erfahren und ehrlich.