Cytisin (Asmoken): Günstige Champix-Alternative?

Cytisin (Asmoken): Günstige Champix-Alternative?

Von Dr. med. Rudolf Lubek 13 Min. Lesezeit
Kurz-Fazit

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„Champix kostet wie viel?!“ — so ähnlich reagieren viele, wenn sie den Preis für verschreibungspflichtige Rauchstopp-Medikamente hören. Genau an diesem Punkt kommt Cytisin ins Spiel, das als deutlich günstigere Alternative gehandelt wird. In Deutschland unter dem Namen Asmoken erhältlich, verspricht der Wirkstoff eine ähnliche Wirkung wie teurere Präparate. Doch halten die Erfahrungen mit Cytisin und Asmoken, was die Studien versprechen?

Was ist Cytisin und wie wirkt Asmoken?

Cytisin ist ein pflanzlicher Wirkstoff, der aus dem Goldregen (Cytisus laburnum) gewonnen wird. In Osteuropa wird er bereits seit den 1960er Jahren zur Rauchentwöhnung eingesetzt — also deutlich länger als die neueren Medikamente.

Die Wirkweise im Gehirn

Medizinisch gesehen: Cytisin dockt an dieselben Rezeptoren im Gehirn an wie Nikotin. Es besetzt sozusagen den Platz, den normalerweise das Nikotin einnimmt. Dadurch passieren zwei Dinge gleichzeitig. Erstens lindert der Wirkstoff die Entzugssymptome, weil die Rezeptoren teilweise stimuliert werden. Zweitens macht Rauchen weniger befriedigend, weil das Nikotin aus der Zigarette nicht mehr richtig andocken kann.

Anders formuliert: Dein Gehirn merkt, dass da etwas an den Nikotinrezeptoren passiert — aber der „Kick“ vom Rauchen bleibt aus. Das macht es leichter, mit dem Rauchen aufzuhören.

Asmoken als Handelsname

In Deutschland ist Cytisin seit 2020 als Asmoken zugelassen. Das Präparat ist verschreibungspflichtig — die Verordnung erfolgt durch den Arzt. Die Tabletten enthalten jeweils 1,5 mg Cytisin und werden über einen Zeitraum von 25 Tagen nach einem festgelegten Schema eingenommen.

Mehr zu verschreibungspflichtigen Optionen findest du in unserer Übersicht zu Medikamente zur Rauchentwöhnung.

Erfahrungen mit Cytisin: Was sagen Anwender und Studien?

Bei den Erfahrungen mit Cytisin und Asmoken lohnt sich ein Blick sowohl auf die wissenschaftliche Datenlage als auch auf praktische Anwendungsberichte.

Die wissenschaftliche Studienlage

Die größte und bekannteste Studie zu Cytisin stammt aus dem Jahr 2011. Laut dieser im New England Journal of Medicine veröffentlichten Untersuchung verdoppelte Cytisin die Erfolgschancen beim Rauchstopp im Vergleich zu Placebo ungefähr. Nach einem Jahr waren etwa 8,4 Prozent der Teilnehmer in der Cytisin-Gruppe rauchfrei, verglichen mit 2,4 Prozent in der Placebo-Gruppe.

Eine Cochrane-Analyse von 2019 bewertete die Datenlage als „moderate Evidenz“ dafür, dass Cytisin wirksamer ist als Placebo und möglicherweise ähnlich wirksam wie Nikotinersatztherapie.

Praktische Anwendererfahrungen

In Online-Foren und Patientenberichten tauchen verschiedene Muster auf — wobei ich hier natürlich keine konkreten Einzelfälle wiedergebe, sondern allgemeine Tendenzen zusammenfasse:

  • Viele berichten, dass die Zigaretten tatsächlich weniger befriedigend schmecken
  • Die Entzugssymptome werden als erträglich beschrieben, aber nicht komplett ausgeschaltet
  • Einige brechen die Behandlung wegen Übelkeit ab
  • Der Hauptvorteil wird oft im günstigen Preis gesehen

Kurz eingeordnet: Die Erfahrungen mit Cytisin und Asmoken sind überwiegend positiv, aber es ist kein Wundermittel. Wer nach einem Rückfall aufgibt, hat nicht versagt — nur noch nicht gewonnen.

Nebenwirkungen in der Praxis

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind Übelkeit, Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Diese treten besonders in den ersten Tagen auf. Manche Anwender empfehlen, die Tabletten mit einer Mahlzeit einzunehmen, um die Übelkeit zu reduzieren.

Falls du während des Rauchstopps mit Kopfschmerzen zu kämpfen hast, findest du hilfreiche Tipps in unserem Artikel über Nikotinentzug Kopfschmerzen.

Cytisin vs. Champix (Vareniclin): Der direkte Vergleich

Jetzt wird’s interessant. Beide Wirkstoffe — Cytisin und Vareniclin (Handelsname Champix oder Chantix) — funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip. Beide sind partielle Agonisten an den Nikotinrezeptoren. Doch es gibt wichtige Unterschiede.

Wirksamkeit im Vergleich

Champix gilt in vielen Ländern als eines der wirksamsten verschreibungspflichtigen Medikamente zur Rauchentwöhnung. Die Erfolgsquoten nach einem Jahr liegen bei etwa 20-25 Prozent — also deutlich höher als bei Cytisin. Allerdings: Direktvergleichsstudien zwischen den beiden Wirkstoffen sind rar.

Eine polnische Studie von 2014 fand keinen signifikanten Unterschied in der Wirksamkeit zwischen Cytisin und Vareniclin, allerdings war die Teilnehmerzahl klein. Die meisten Experten gehen davon aus, dass Champix etwas wirksamer ist, der Unterschied aber möglicherweise nicht riesig.

Nebenwirkungsprofil

Hier schneidet Cytisin in vielen Studien besser ab. Während bei Champix häufiger über Übelkeit, lebhafte Träume und Stimmungsschwankungen berichtet wird, scheinen diese bei Cytisin seltener oder milder aufzutreten. Das könnte daran liegen, dass Cytisin schneller vom Körper abgebaut wird.

Der Kostenfaktor

Und hier liegt der Knackpunkt. Eine Packung Asmoken für die komplette 25-Tage-Behandlung kostet etwa 70-90 Euro. Champix kostet für eine vergleichbare Behandlungsdauer oft das Drei- bis Vierfache. Bei Selbstzahlern macht das einen erheblichen Unterschied.

Was das für dich bedeutet: Wenn die Krankenkasse keines der Medikamente übernimmt und du selbst zahlen musst, ist Cytisin eine durchaus vernünftige Option — besonders wenn dein Budget begrenzt ist.

Einnahmeschema und Behandlungsablauf mit Asmoken

Die Einnahme von Cytisin folgt einem festgelegten, absteigenden Dosierungsplan. Dieser unterscheidet sich deutlich von anderen Rauchstopp-Medikamenten.

Die ersten drei Tage

In den ersten drei Tagen nimmst du alle zwei Stunden eine Tablette — das sind sechs Tabletten täglich. Gleichzeitig reduzierst du die Anzahl der gerauchten Zigaretten schrittweise. Am vierten Tag solltest du komplett rauchfrei sein. Falls das nicht klappt, empfehlen die Hersteller, die Behandlung abzubrechen und nach zwei bis drei Monaten einen neuen Versuch zu starten.

Tag 4 bis 25

Ab dem vierten Tag wird die Dosis allmählich reduziert:

  • Tag 4-12: Alle 2,5 Stunden eine Tablette (5 Tabletten täglich)
  • Tag 13-16: Alle 3 Stunden eine Tablette (4 Tabletten täglich)
  • Tag 17-20: Alle 5 Stunden eine Tablette (3 Tabletten täglich)
  • Tag 21-25: 1-2 Tabletten täglich

Das klingt kompliziert, ist aber mit einem Zeitplan gut machbar. Viele stellen sich einen Handywecker.

Was passiert bei einem Rückfall?

Wenn du während der Behandlung wieder rauchst, ist die Therapie nicht automatisch gescheitert. Allerdings solltest du das Medikament dann absetzen. Der Sinn der Behandlung ist ja gerade, dass Rauchen weniger befriedigend wird — wenn du weiterkräuchst, arbeitet das gegen den Wirkmechanismus.

Zum Thema Rückfall findest du hilfreiche Perspektiven in unserem Artikel über die Rückfallquote nach Rauchstopp.

Verfügbarkeit und Verschreibung in Deutschland 2026

Ein wichtiger Punkt bei den Erfahrungen mit Cytisin und Asmoken: Wie kommt man überhaupt dran?

Rezeptpflicht und ärztliche Beratung

Asmoken ist verschreibungspflichtig — die Verordnung erfolgt durch den Arzt. Du brauchst also ein Rezept vom Hausarzt, Internisten oder einem spezialisierten Raucherentwöhnungstherapeuten. Die meisten Ärzte kennen das Präparat mittlerweile, da es seit 2020 in Deutschland zugelassen ist.

In der ärztlichen Beratung sollte geklärt werden, ob Cytisin für dich geeignet ist. Besondere Vorsicht ist geboten bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall in der Vorgeschichte oder während Schwangerschaft und Stillzeit.

Kostenübernahme durch Krankenkassen

Hier wird’s leider ernüchternd. Die meisten gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für verschreibungspflichtige Rauchstopp-Medikamente nicht — weder für Asmoken noch für Champix. Einige wenige Kassen erstatten die Kosten im Rahmen spezieller Programme oder auf Antrag, aber das ist die Ausnahme.

Einen detaillierten Überblick über Kassen-Angebote findest du beispielsweise beim DAK Nichtraucherkurs oder bei der IKK classic Rauchentwöhnung.

Apothekenverfügbarkeit

Mit einem gültigen Rezept ist Asmoken in den meisten Apotheken verfügbar. Falls es nicht vorrätig ist, kann es innerhalb von ein bis zwei Tagen bestellt werden. Manche Online-Apotheken führen es ebenfalls.

Wann Cytisin eine gute Option ist — und wann nicht

Nikotinersatztherapie ist kein Zeichen von Schwäche sondern von Klugheit — und das gilt auch für medikamentöse Unterstützung mit Cytisin. Aber für wen passt es?

Gute Kandidaten für Cytisin

Asmoken eignet sich besonders, wenn:

  • Du bereits mehrere erfolglose Aufhörversuche hinter dir hast
  • Nikotinersatzprodukte bei dir nicht ausreichend wirken
  • Du Champix ausprobieren möchtest, aber die Kosten ein Hindernis sind
  • Du täglich mehr als 10 Zigaretten rauchst und stark abhängig bist

Wann andere Methoden besser passen

Cytisin ist vermutlich nicht die erste Wahl, wenn:

  • Du schwanger bist oder stillst
  • Du schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen hast
  • Du nur gelegentlich rauchst (hier reicht oft Verhaltensänderung)
  • Du lieber eine nicht-medikamentöse Methode ausprobieren möchtest

Viele kombinieren Cytisin auch mit anderen Strategien. Beispielsweise kannst du zusätzlich Progressive Muskelentspannung bei Nikotinentzug einsetzen oder mit CBD bei Nikotinentzug experimentieren.

Alternativen zu Cytisin im Überblick

Niemand sollte sich auf eine einzige Methode versteifen. Deshalb hier ein kurzer Überblick über Alternativen.

Nikotinersatztherapie

Die klassischen Nikotinersatzprodukte — Pflaster, Kaugummi, Spray oder Lutschtabletten — sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Sie ersetzen das Nikotin aus der Zigarette, ohne die schädlichen Verbrennungsprodukte.

Die richtige Nikotinkaugummi Dosierung hängt von deinem bisherigen Rauchverhalten ab. Starke Raucher brauchen meist die 4-mg-Variante.

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Alternativ gibt es Nikotinpflaster, die über 24 Stunden kontinuierlich Nikotin abgeben. Mehr dazu im Artikel über Nikotinpflaster über Nacht.

Andere verschreibungspflichtige Medikamente

Neben Cytisin und Vareniclin gibt es noch Bupropion (Handelsname Zyban). Ursprünglich ein Antidepressivum, hat es sich auch bei der Rauchentwöhnung als wirksam erwiesen. Verschreibungspflichtig — die Verordnung erfolgt durch den Arzt.

Verhaltenstherapeutische Ansätze

Viele Experten empfehlen, medikamentöse Unterstützung mit Verhaltenstherapie zu kombinieren. Strukturierte Programme bieten beispielsweise die Krankenkassen an. Die Kombination ist nachweislich wirksamer als jeder Ansatz allein.

Praktische Tipps für die Behandlung mit Cytisin

Falls du dich für Asmoken entscheidest, hier ein paar Hinweise aus der Praxis.

Vorbereitung ist alles

Leg dir vor Behandlungsbeginn einen konkreten Rauchstopp-Tag fest — idealerweise Tag 4 der Behandlung. Entferne vorher alle Zigaretten, Aschenbecher und Feuerzeuge aus deiner Umgebung. Informiere Familie und Freunde, dass du aufhörst.

Umgang mit Nebenwirkungen

Wenn Übelkeit auftritt: Nimm die Tabletten mit einer kleinen Mahlzeit ein. Falls Schlafstörungen ein Problem sind, verschiebe die letzte Tablette des Tages etwas nach vorne. Bei starken Nebenwirkungen sprich mit deinem Arzt — eventuell ist eine Dosisanpassung möglich.

Typische Entzugssymptome wie Gereiztheit können trotz Medikation auftreten. Dazu haben wir einen ausführlichen Artikel über Nikotinentzug Aggressivität.

Unterstützende Maßnahmen

Cytisin hilft gegen das körperliche Verlangen — aber die Gewohnheiten im Alltag musst du trotzdem ändern. Identifiziere deine Rauchsituationen (nach dem Essen, bei Stress, in Pausen) und plane Alternativen.

Bewegung hilft enorm. Selbst kurze Spaziergänge können akutes Verlangen reduzieren. Und: Achte auf deine Ernährung — viele nehmen nach dem Rauchstopp zu. Dazu mehr im Artikel Stoffwechsel nach Rauchstopp.

Die gesundheitlichen Vorteile nach dem Rauchstopp

Egal mit welcher Methode du aufhörst — die gesundheitlichen Verbesserungen sind beeindruckend.

Kurzfristige Effekte

Schon nach 20 Minuten normalisiert sich dein Puls. Nach 12 Stunden sinkt der Kohlenmonoxid-Spiegel im Blut auf normale Werte. Nach zwei Wochen verbessert sich die Durchblutung, und deine Lungenfunktion nimmt zu.

Dein Blutdruck nach Rauchstopp normalisiert sich meist innerhalb weniger Wochen. Auch die Hautfarbe nach Rauchstopp verbessert sich sichtbar.

Langfristige Gesundheitsgewinne

Nach einem Jahr halbiert sich dein Risiko für koronare Herzerkrankungen. Nach fünf Jahren sinkt das Schlaganfallrisiko auf das Niveau von Nichtrauchern. Laut BZgA halbiert sich das Lungenkrebsrisiko nach zehn Jahren Rauchfreiheit.

Die gute Nachricht: Auch deine Fruchtbarkeit nach Rauchstopp verbessert sich deutlich — bei Männern und Frauen. Selbst die Potenz nach Rauchstopp erholt sich oft überraschend schnell.

Mundhygiene und Zahngesundheit

Das Zahnfleisch nach Rauchstopp regeneriert sich erstaunlich gut. Zahnfleischbluten lässt nach, die Wundheilung verbessert sich, und das Parodontitis-Risiko sinkt.

Cytisin in der Gesamtstrategie

Am Ende ist Cytisin ein Werkzeug — ein hilfreiches, aber kein magisches.

Realistische Erwartungen setzen

Selbst mit Cytisin schaffen es nicht alle beim ersten Versuch. Die Erfolgsquoten liegen bei etwa 8-12 Prozent nach einem Jahr — das ist deutlich besser als ohne Unterstützung (2-4 Prozent), aber eben keine Garantie.

Wer nach einem Rückfall aufgibt, hat nicht versagt — nur noch nicht gewonnen. Viele erfolgreiche Ex-Raucher brauchten mehrere Anläufe.

Die Rolle der Motivation

Kein Medikament ersetzt die eigene Entscheidung. Cytisin macht das Aufhören leichter, aber du musst trotzdem täglich dranbleiben. Überlege dir vorher: Warum will ich wirklich aufhören? Schreib dir deine Gründe auf und lies sie, wenn’s schwierig wird.

Kombination mit anderen Methoden

Viele Experten raten zur Kombination verschiedener Ansätze. Cytisin für die körperliche Abhängigkeit, Verhaltenstherapie für die psychische Komponente, Hausmittel bei Nikotinentzug für die Symptomlinderung.

Auch Entspannungstechniken können helfen. Gerade wenn du in einem stressigen Beruf arbeitest — etwa in der Pflege — brauchst du Alternativen zur Zigarettenpause.

Häufig gestellte Fragen

Ja, Cytisin ist in Deutschland seit 2020 unter dem Handelsnamen Asmoken zugelassen. Es ist verschreibungspflichtig — die Verordnung erfolgt durch den Arzt. Mit einem gültigen Rezept kannst du es in jeder Apotheke kaufen.

Wie unterscheidet sich Cytisin von Nikotinpflastern?

Cytisin und Nikotinersatzprodukte funktionieren grundlegend anders. Nikotinpflaster liefern reines Nikotin ohne die schädlichen Verbrennungsprodukte. Cytisin dagegen enthält kein Nikotin, sondern blockiert die Nikotinrezeptoren im Gehirn und reduziert so die Befriedigung durchs Rauchen. Cytisin ist verschreibungspflichtig, Nikotinpflaster gibt es rezeptfrei.

Kann ich während der Cytisin-Behandlung weiterrauchen?

In den ersten drei Tagen sollst du die Zigarettenanzahl schrittweise reduzieren. Ab dem vierten Tag solltest du komplett rauchfrei sein. Wenn du nach dem vierten Tag weiterrauchst, empfehlen die Hersteller, die Behandlung abzubrechen — sie funktioniert dann nicht wie vorgesehen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Asmoken?

Die meisten gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für verschreibungspflichtige Rauchstopp-Medikamente leider nicht standardmäßig. Einige Kassen erstatten die Kosten im Rahmen spezieller Programme oder auf individuellen Antrag. Am besten direkt bei deiner Kasse nachfragen.

Welche Nebenwirkungen hat Cytisin am häufigsten?

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Übelkeit, Kopfschmerzen und Schlafstörungen, besonders in den ersten Behandlungstagen. Viele Anwender empfehlen, die Tabletten mit einer Mahlzeit einzunehmen, um die Übelkeit zu reduzieren. Die meisten Nebenwirkungen lassen nach einigen Tagen nach.

Ist Cytisin wirksamer als ein kalter Entzug ohne Hilfsmittel?

Ja, deutlich. Laut Studien verdoppelt Cytisin ungefähr die Erfolgschancen im Vergleich zu Placebo. Bei einem Rauchstopp ohne jede Unterstützung liegt die Erfolgsquote nach einem Jahr bei etwa 2-4 Prozent, mit Cytisin bei etwa 8-12 Prozent. Das ist immer noch keine Garantie, aber eine deutliche Verbesserung.

Wie lange dauert die Behandlung mit Asmoken?

Die Standardbehandlung dauert 25 Tage. Du beginnst mit sechs Tabletten täglich und reduzierst die Dosis schrittweise bis auf 1-2 Tabletten gegen Ende. Nach diesen 25 Tagen ist die Behandlung abgeschlossen. Manche Ärzte empfehlen bei Bedarf eine zweite Behandlung nach zwei bis drei Monaten Pause.

Fazit: Cytisin als vernünftige Option im Methoden-Mix

Die Erfahrungen mit Cytisin und Asmoken zeigen ein klares Bild: Es ist eine wirksame, vergleichsweise günstige Alternative zu teureren verschreibungspflichtigen Medikamenten. Perfekt ist es nicht — die Erfolgsquoten liegen niedriger als bei Champix, und Nebenwirkungen wie Übelkeit können auftreten.

Was das für dich bedeutet: Wenn du mehrere gescheiterte Rauchstopp-Versuche hinter dir hast, stark abhängig bist und der Preis anderer Medikamente ein Hindernis darstellt, ist Cytisin definitiv einen Versuch wert. Die wissenschaftliche Evidenz ist solide, das Nebenwirkungsprofil überschaubar, und die Kosten liegen deutlich unter denen von Champix.

Wichtig bleibt: Kein Medikament — auch nicht Cytisin — nimmt dir die eigentliche Arbeit ab. Du musst deine Gewohnheiten ändern, Auslöser identifizieren und durchhalten, wenn’s schwierig wird. Nikotinersatztherapie ist kein Zeichen von Schwäche sondern von Klugheit — und das gilt auch für die Unterstützung durch Cytisin.

Am besten funktioniert Cytisin in Kombination mit anderen Strategien: Verhaltenstherapie, soziale Unterstützung, vielleicht ergänzende Entspannungstechniken. Sprich mit deinem Arzt über einen individuellen Plan. Und falls es beim ersten Mal nicht klappt: Rückfälle gehören dazu. Die meisten erfolgreichen Ex-Raucher brauchten mehrere Anläufe.

Wichtiger Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen nicht die persönliche Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Fragen zur Rauchentwöhnung wende dich bitte an eine medizinische Fachperson.
Dr. med. Rudolf Lubek
Über den Autor

Dr. med. Rudolf Lubek

Dr. med. Rudolf Lubek ist Facharzt für Innere Medizin. Seit vielen Jahren begleitet er Patienten auf dem Weg zum Nichtraucher und kennt sowohl die aktuelle Studienlage als auch die Herausforderungen im Praxisalltag.

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