Nikotinentzug Kopfschmerzen: Was gegen Entzugskopfschmerz hilft

Nikotinentzug Kopfschmerzen: Was gegen Entzugskopfschmerz hilft

Von Dr. med. Rudolf Lubek 14 Min. Lesezeit
Kurz-Fazit

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Während der Rauchentwöhnung berichten viele Betroffene von Kopfschmerzen in den ersten Tagen. Ein dumpfer, pochender Schmerz, ähnlich einem Schraubstock, der sich immer enger zuzieht. Genau diese Kopfschmerzen beim Nikotinentzug bringen viele dazu, wieder zur Zigarette zu greifen. Dabei gibt es einiges, was wirklich hilft.

In den ersten Tagen ohne Nikotin kämpft dein Körper mit einem massiven Umstellungsprozess. Die Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden – und für viele zu den unangenehmsten. Aber sie sind ein gutes Zeichen: Dein Körper arbeitet daran, sich zu regenerieren.

Warum entstehen Kopfschmerzen beim Nikotinentzug?

Nikotin ist ein Vasokonstriktor. Das heißt, es verengt die Blutgefäße. Über Jahre hinweg hat sich dein Körper daran gewöhnt. Wenn du aufhörst zu rauchen, weiten sich die Gefäße wieder – auch die im Gehirn. Dieser plötzliche Wechsel löst bei vielen Ex-Rauchern pochende oder dumpfe Kopfschmerzen aus.

Die Rolle des Sauerstoffs

Gleichzeitig bekommt dein Gehirn nach dem Rauchstopp deutlich mehr Sauerstoff. Klingt erst mal gut, oder? Ist es auch – langfristig. Kurzfristig muss sich dein Körper aber an die höhere Sauerstoffsättigung gewöhnen. Das kann paradoxerweise zu Kopfschmerzen führen.

Entzug als Stressfaktor

Dazu kommt der psychische Stress. Dein Gehirn vermisst seinen gewohnten Dopamin-Kick. Die körperliche Anspannung, die durch den Entzug entsteht, verstärkt die Kopfschmerzen zusätzlich. Viele verkrampfen unbewusst Nacken und Schultern – eine klassische Quelle für Spannungskopfschmerzen.

Veränderter Blutdruck

Nach dem Rauchstopp normalisiert sich dein Blutdruck meist innerhalb weniger Tage. Auch diese Umstellung kann vorübergehend Kopfschmerzen verursachen. Laut Studien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) sinkt der systolische Blutdruck bereits nach 20 Minuten ohne Zigarette merklich.

Wie lange dauern die Kopfschmerzen beim Nikotinentzug?

Die gute Nachricht vorweg: Die Kopfschmerzen beim Nikotinentzug sind zeitlich begrenzt. Viele Betroffene berichten, dass sie in den ersten 72 Stunden besonders stark auftreten. Das deckt sich mit Berichten von Ex-Rauchern – die ersten drei Tage werden oft als besonders intensiv beschrieben.

Nach einer Woche werden die Beschwerden deutlich besser. Laut Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben bis Tag zehn die meisten das Schlimmste überstanden. Einzelne Kopfschmerzattacken können aber auch noch in der zweiten oder dritten Woche auftreten, wenn sich der Körper weiter umstellt.

Individuelle Unterschiede beachten

Die Dauer hängt stark davon ab, wie viel und wie lange du geraucht hast. Wer 20 Jahre lang eine Schachtel am Tag geraucht hat, braucht länger zur Regeneration als jemand, der fünf Jahre lang zehn Zigaretten täglich konsumiert hat.

Auch deine generelle Neigung zu Kopfschmerzen spielt eine Rolle. Menschen, die ohnehin zu Migräne oder Spannungskopfschmerzen neigen, berichten häufiger von intensiveren Beschwerden während des Nikotinentzugs.

Was hilft wirklich gegen Nikotinentzug Kopfschmerzen?

Jetzt wird’s praktisch. Es gibt einiges, was die Kopfschmerzen beim Nikotinentzug deutlich erträglicher macht. Nicht alles funktioniert bei jedem gleich gut – probiere aus, was dir am besten hilft.

Viel Wasser trinken

Klingt banal, ist aber extrem wirksam. Dein Körper braucht jetzt Flüssigkeit, um die Giftstoffe auszuschwemmen. Mindestens zwei bis drei Liter Wasser am Tag sollten es sein. Viele Kopfschmerzen beim Entzug sind schlicht Dehydrierung.

Ein bewährter Tipp: Eine 1,5-Liter-Flasche auf den Schreibtisch stellen und sie zweimal täglich leeren. Das hilft tatsächlich mehr als gedacht.

Bewegung an der frischen Luft

Sauerstoff ist jetzt dein Freund. Ein halbstündiger Spaziergang kann Wunder wirken. Die Bewegung lockert verspannte Muskeln, die frische Luft versorgt dein Gehirn mit Sauerstoff. Außerdem lenkt es vom Verlangen nach einer Zigarette ab.

Keine Lust auf Spaziergänge? Dann öffne zumindest regelmäßig die Fenster. Stickige Luft verschlimmert Kopfschmerzen nur.

Koffein dosiert einsetzen

Koffein kann bei Kopfschmerzen helfen, weil es die Blutgefäße leicht verengt. Eine Tasse Kaffee oder schwarzer Tee kann akute Beschwerden lindern. Aber Vorsicht: Zu viel Koffein verstärkt die innere Unruhe, die ohnehin schon durch den Nikotinentzug da ist.

Als Faustregel: Nicht mehr als zwei Tassen Kaffee pro Tag während der ersten Entzugswoche.

Pfefferminzöl auf Schläfen und Nacken

Ein wirksamer Tipp. Pfefferminzöl wirkt kühlend und entspannend. Tupfe etwas verdünntes Öl auf Schläfen, Stirn und Nacken. Der Kühleffekt lindert den Schmerz, der Duft entspannt.

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Entspannungsübungen gegen Verspannungen

Progressive Muskelentspannung nach Jacobson hilft vielen. Dabei spannst du nacheinander verschiedene Muskelgruppen an und lässt sie wieder locker. Das löst Verspannungen, die Kopfschmerzen verursachen oder verstärken.

Auch leichte Dehnübungen für Nacken und Schultern können helfen. Fünf Minuten reichen oft schon.

Nikotinersatztherapie: Kopfschmerzen vermeiden statt bekämpfen

Nikotinersatzprodukte können die Kopfschmerzen beim Entzug deutlich reduzieren. Sie ersetzen das Nikotin aus den Zigaretten in kontrollierter, sauberer Form – ohne die ganzen Giftstoffe aus dem Tabakrauch.

Nikotinpflaster für gleichmäßige Versorgung

Nikotinpflaster geben über 24 Stunden konstant Nikotin ab. Das kann helfen, die starken Schwankungen zu reduzieren, die oft zu Kopfschmerzen führen. Für viele ist das eine angenehmere Methode.

Die Pflaster sind apothekenpflichtig und sollten nach Packungsangabe verwendet werden. Meist startest du mit der höchsten Dosierung und reduzierst schrittweise über 8-12 Wochen.

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Mehr zu möglichen Hautreizungen durch Nikotinpflaster findest du in unserem Artikel über Nikotinpflaster Nebenwirkungen und was dagegen hilft.

Nikotinspray bei akuten Kopfschmerzen

Das Nikotinspray wirkt innerhalb weniger Minuten. Wenn du merkst, dass eine Kopfschmerzattacke kommt, kannst du schnell reagieren. Das Spray kann besonders für Ex-Raucher hilfreich sein, die schnelle Hilfe brauchen.

Viele kombinieren Pflaster (für die Grundversorgung) mit Spray (für akute Momente). Das kann sinnvoll sein, sollte aber mit dem Arzt oder Apotheker abgesprochen werden.

Einen detaillierten Vergleich zwischen verschiedenen Nikotinersatzprodukten bietet unser Artikel Nikotinkaugummi oder Nikotinspray: Welches passt zu dir?.

Nikotinkaugummi für flexible Dosierung

Das Kaugummi gibst du dir selbst nach Bedarf. Viele kauen es falsch – deshalb wirkt es dann nicht richtig. Du sollst es nicht wie normales Kaugummi durchkauen, sondern kurz kauen, dann in der Backentasche „parken“.

Das Kaugummi gibt dir Kontrolle: Bei leichten Kopfschmerzen nimmst du ein 2-mg-Kaugummi, bei stärkeren ein 4-mg-Kaugummi. Das Kaugummi ist apothekenpflichtig. Die richtige Anwendung erklärt unser Ratgeber Nikotinkaugummi richtig kauen und häufige Fehler vermeiden.

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Nikotinlutschtabletten als Alternative

Wer kein Kaugummi mag, kann auf Lutschtabletten zurückgreifen. Sie wirken ähnlich, sind aber dezenter anzuwenden. Wichtig: Auch hier nicht einfach lutschen wie ein Bonbon, sondern im Mund bewegen und zwischendurch in der Backentasche ablegen.

Die Lutschtabletten sind apothekenpflichtig und in verschiedenen Stärken erhältlich.

Schmerzmittel: Ja oder nein?

Kurz eingeordnet: Schmerzmittel sind okay, sollten aber nicht die erste Wahl sein. Wenn die Kopfschmerzen wirklich unerträglich werden, spricht nichts gegen eine Tablette Ibuprofen oder Paracetamol.

Welche Schmerzmittel sind geeignet?

Ibuprofen 400 mg oder Paracetamol 500 mg sind die Standardoptionen. Sie wirken zuverlässig gegen Kopfschmerzen und haben bei kurzzeitiger Anwendung wenige Nebenwirkungen.

ASS (Aspirin) ist ebenfalls möglich, aber nicht unbedingt nötig. Es blutverdünnend – das ist beim Nikotinentzug kein Vorteil, aber auch kein Nachteil.

Nicht zu oft und nicht zu lange

Die Gefahr: Wenn du zu häufig Schmerzmittel nimmst, drohen sogenannte medikamenteninduzierte Kopfschmerzen. Das ist ein Teufelskreis, den du nicht brauchst.

Faustregel: Nicht öfter als drei Tage hintereinander, nicht häufiger als zehn Tage im Monat. Wenn du merkst, dass du ständig zu Tabletten greifst, sprich besser mit deinem Arzt.

Kombiniere mit nicht-medikamentösen Methoden

Am besten kombinierst du Schmerzmittel mit den anderen Tipps: Wasser trinken, frische Luft, Entspannung. So brauchst du insgesamt weniger Tabletten und die Kopfschmerzen lassen schneller nach.

Was du auf keinen Fall tun solltest

Jetzt kommen ein paar ehrliche Warnungen basierend auf häufigen Erfahrungen bei Rauchentwöhnung.

Nicht wieder rauchen „nur gegen die Kopfschmerzen“

Das ist die größte Falle. Klar verschwindet der Kopfschmerz sofort, wenn du dir eine Zigarette anzündest. Aber damit startest du den ganzen Entzugszyklus von vorne. Die ersten 72 Stunden waren umsonst.

Die Kopfschmerzen sind zeitlich begrenzt. Die Schäden des Rauchens nicht.

Nicht auf Alkohol setzen

Manche denken, ein Bier oder ein Glas Wein entspannt und lindert die Kopfschmerzen. Kurzfristig vielleicht. Aber Alkohol dehydriert und kann die Kopfschmerzen am nächsten Tag verschlimmern.

Außerdem senkt Alkohol deine Hemmschwelle – und plötzlich erscheint „nur eine Zigarette“ wieder verlockend.

Nicht komplett auf Bewegung verzichten

Bei starken Kopfschmerzen liegt man am liebsten im Bett. Verständlich. Aber komplette Inaktivität verschlimmert oft die Beschwerden. Selbst ein kurzer, langsamer Spaziergang hilft meist mehr als stundenlanges Liegen im dunklen Zimmer.

Nicht die Ernährung vernachlässigen

Niedriger Blutzucker verstärkt Kopfschmerzen. Iss regelmäßig, auch wenn du keinen großen Appetit hast. Komplexe Kohlenhydrate wie Vollkornbrot, Haferflocken oder Quinoa stabilisieren den Blutzuckerspiegel.

Mehr zum Thema Ernährung nach dem Rauchstopp erfährst du in unserem Artikel über Heißhunger nach dem Rauchstopp und was wirklich dagegen hilft.

Wann solltest du zum Arzt?

Normalerweise sind Kopfschmerzen beim Nikotinentzug harmlos. Sie sind unangenehm, aber nicht gefährlich. Es gibt aber Situationen, in denen du ärztlichen Rat einholen solltest.

Bei ungewöhnlich starken Schmerzen

Wenn die Kopfschmerzen so stark sind, dass du dich kaum noch konzentrieren kannst oder normale Tätigkeiten unmöglich werden, sprich mit einem Arzt. Das kann auf andere Ursachen hinweisen.

Wenn Schmerzmittel nicht helfen

Reagieren die Kopfschmerzen überhaupt nicht auf Ibuprofen oder Paracetamol, sollte das abgeklärt werden. Normalerweise lassen sich Entzugskopfschmerzen mit gängigen Schmerzmitteln zumindest lindern.

Bei zusätzlichen Symptomen

Sehstörungen, Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen können auf andere Probleme hinweisen. Auch wenn die Kopfschmerzen nach zwei Wochen nicht besser werden, ist ein Arztbesuch sinnvoll.

Gerade wenn du bereits andere gesundheitliche Probleme hast, solltest du den Rauchstopp ohnehin ärztlich begleiten lassen. Das gilt besonders nach einem Herzinfarkt oder bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Langfristige Perspektive: Es wird besser

Viele Ex-Raucher berichten: Die ersten 72 Stunden waren besonders schwierig. Danach wurde es jeden Tag ein kleines bisschen besser.

Nach einer Woche waren die Kopfschmerzen weitgehend weg. Nach zwei Wochen hatten viele das Gefühl, einen klaren Kopf zu haben – klarer als in den Jahren zuvor. Das ist kein Zufall: Dein Gehirn bekommt jetzt deutlich mehr Sauerstoff als während deiner Raucherzeit.

Was dich nach dem Entzug erwartet

Die meisten Ex-Raucher berichten, dass sie nach wenigen Wochen weniger Kopfschmerzen haben als während ihrer Raucherzeit. Das liegt am besseren Sauerstofftransport, am normalisierten Blutdruck und an der geringeren Belastung durch Giftstoffe.

Eine detaillierte Übersicht, was in den ersten Wochen nach dem Rauchstopp in deinem Körper passiert, bietet unser Artikel Nikotinentzug Woche 1-4: Symptome und was dein Körper durchmacht.

Die körperliche Abhängigkeit endet schnell

Was das für dich bedeutet: Die körperliche Abhängigkeit ist nach zwei bis drei Wochen größtenteils überwunden. Danach ist alles Kopfsache. Die Kopfschmerzen gehören zur körperlichen Entzugsphase – wenn die vorbei ist, hast du einen wichtigen Meilenstein geschafft.

Unterstützung nutzen – du musst das nicht alleine durchstehen

Viele versuchen, den Rauchstopp im Alleingang zu schaffen. Das kann funktionieren, muss aber nicht. Professionelle Unterstützung erhöht die Erfolgschancen deutlich.

Kostenlose Angebote nutzen

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet kostenlose Rauchentwöhnungskurse an. Diese Programme sind wissenschaftlich fundiert und haben sich in Studien als wirksam erwiesen.

Mehr dazu erfährst du in unserem Ratgeber zum kostenlosen Rauchentwöhnungskurs der BZgA.

Selbsthilfegruppen als Motivationshilfe

Der Austausch mit anderen Ex-Rauchern kann enorm helfen. Du merkst: Du bist nicht allein mit den Kopfschmerzen, dem Verlangen, der Gereiztheit. Andere haben das auch durchgemacht – und geschafft.

Wo du solche Gruppen findest, zeigt unser Artikel über Selbsthilfegruppen für Raucher.

Online-Kurse als flexible Alternative

Wenn dir Präsenzkurse zu aufwendig sind, gibt es mittlerweile gute Online-Angebote. Die kannst du bequem von zuhause aus machen, in deinem eigenen Tempo.

Einen Vergleich verschiedener Programme findest du in unserem Online-Rauchentwöhnungskurs-Vergleich.

Weitere Entzugssymptome neben Kopfschmerzen

Die Kopfschmerzen beim Nikotinentzug kommen selten allein. Meist gesellen sich andere Symptome dazu. Das ist normal und geht vorbei.

Schlafprobleme in der ersten Woche

Viele Ex-Raucher schlafen in den ersten Tagen schlecht. Sie wachen nachts auf, können nicht einschlafen, fühlen sich morgens gerädert. Das verstärkt oft die Kopfschmerzen tagsüber.

Detaillierte Tipps gegen Schlafstörungen beim Rauchstopp findest du in unserem Artikel über Schlafprobleme nach dem Rauchstopp.

Husten und Atembeschwerden

Paradoxerweise husten viele nach dem Rauchstopp mehr als vorher. Die Flimmerhärchen in den Bronchien regenerieren sich und transportieren den angesammelten Dreck nach oben. Das ist ein gutes Zeichen – auch wenn es sich nicht so anfühlt.

Warum der Husten nach dem Rauchstopp schlimmer wird und wie lange er dauert, erklären wir ausführlich in einem eigenen Artikel.

Gereiztheit und schlechte Laune

Dein Dopamin-Haushalt ist durcheinander. Du bist gereizter als sonst, möglicherweise auch niedergeschlagen. Das belastet zusätzlich – und kann Spannungskopfschmerzen verstärken.

Besonders wenn du ohnehin zu Depressionen neigst, kann der Rauchstopp eine Herausforderung sein. Unser Ratgeber zum Rauchstopp bei Depression gibt konkrete Tipps, wie du trotzdem durchhältst.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauern Kopfschmerzen beim Nikotinentzug normalerweise?

Viele Betroffene berichten, dass die Kopfschmerzen besonders in den ersten drei bis fünf Tagen auftreten. Nach einer Woche werden sie deutlich besser, nach zehn Tagen haben die meisten laut Studien der BZgA das Schlimmste überstanden. Einzelne Kopfschmerzattacken können aber auch noch in der zweiten oder dritten Woche auftreten, während sich der Körper weiter umstellt.

Kann ich Schmerzmittel gegen Nikotinentzug Kopfschmerzen nehmen?

Ja, bei starken Kopfschmerzen kannst du zu Ibuprofen 400 mg oder Paracetamol 500 mg greifen. Achte aber darauf, nicht öfter als drei Tage hintereinander und nicht häufiger als zehn Tage im Monat Schmerzmittel zu nehmen, um medikamenteninduzierte Kopfschmerzen zu vermeiden. Kombiniere die Einnahme mit nicht-medikamentösen Methoden wie viel Wasser trinken und Bewegung an der frischen Luft.

Helfen Nikotinpflaster gegen Kopfschmerzen beim Entzug?

Ja, Nikotinpflaster können die Kopfschmerzen beim Entzug deutlich reduzieren oder sogar verhindern. Sie geben über 24 Stunden konstant Nikotin ab und können so die starken Schwankungen reduzieren, die oft zu Kopfschmerzen führen. Die Pflaster sind apothekenpflichtig und sollten nach einem schrittweisen Reduktionsplan über 8-12 Wochen angewendet werden. Viele empfinden sie als eine angenehmere Methode der Nikotinersatztherapie.

Warum werden die Kopfschmerzen manchmal schlimmer statt besser?

Das kann verschiedene Gründe haben: Zu wenig Flüssigkeit, zu wenig Schlaf, zusätzlicher Stress oder Verspannungen in Nacken und Schultern durch die innere Anspannung beim Entzug. Auch niedriger Blutzucker kann Kopfschmerzen verstärken. Achte darauf, genug zu trinken (mindestens 2-3 Liter täglich), regelmäßig zu essen und dich zu bewegen. Wenn die Kopfschmerzen trotz dieser Maßnahmen nach zwei Wochen nicht besser werden, solltest du einen Arzt aufsuchen.

Kann ich Sport treiben trotz Kopfschmerzen beim Nikotinentzug?

Intensive Workouts sind bei starken Kopfschmerzen keine gute Idee, da sie die Beschwerden verschlimmern können. Moderate Bewegung wie Spaziergänge, lockeres Radfahren oder sanftes Yoga kann aber oft tatsächlich gegen die Kopfschmerzen helfen. Die Bewegung lockert Verspannungen, die frische Luft versorgt dein Gehirn mit Sauerstoff. Höre auf deinen Körper und übertreibe es in den ersten Tagen nicht.

Sind die Kopfschmerzen ein Zeichen, dass der Körper entgiftet?

Jein. Die Kopfschmerzen entstehen hauptsächlich durch die Erweiterung der Blutgefäße, die sich jahrelang an die gefäßverengende Wirkung des Nikotins gewöhnt hatten. Sie sind also eher ein Zeichen der Umstellung als der Entgiftung im engeren Sinne. Trotzdem ist es richtig, dass dein Körper jetzt die Giftstoffe aus dem Tabakrauch abbaut – das passiert aber größtenteils über Leber und Nieren, nicht über Kopfschmerzen. Die Kopfschmerzen sind ein vorübergehendes Entzugssymptom und zeigen, dass dein Körper sich regeneriert.

Fazit: Kopfschmerzen beim Nikotinentzug sind hart – aber vorübergehend

Die Kopfschmerzen beim Nikotinentzug gehören zu den unangenehmsten Begleiterscheinungen des Rauchstopps. Kein Zweifel. Sie sind aber zeitlich begrenzt und ein Zeichen dafür, dass dein Körper sich regeneriert.

Die wichtigsten Gegenmaßnahmen: viel Wasser trinken, Bewegung an der frischen Luft, Entspannungsübungen und bei Bedarf Nikotinersatzprodukte. Schmerzmittel sind okay, sollten aber nicht die Hauptstrategie sein.

Was das konkret für dich bedeutet: Wenn du die ersten zehn Tage durchstehst, hast du das Schlimmste hinter dir. Die körperliche Abhängigkeit ist nach zwei bis drei Wochen größtenteils überwunden – danach ist alles Kopfsache.

Viele Ex-Raucher berichten: Es lohnt sich. Nach einem Monat haben viele das Gefühl, dass sie sich fragen würden, warum sie nicht schon früher aufgehört haben. Der klarere Kopf, die bessere Kondition, das gesparte Geld – all das wiegt die paar Tage Kopfschmerzen mehr als auf.

Du schaffst das. Und die Kopfschmerzen beim Nikotinentzug verschwinden schneller, als du denkst.

Wichtiger Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen nicht die persönliche Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Fragen zur Rauchentwöhnung wende dich bitte an eine medizinische Fachperson.
Dr. med. Rudolf Lubek
Über den Autor

Dr. med. Rudolf Lubek

Dr. med. Rudolf Lubek ist Facharzt für Innere Medizin. Seit vielen Jahren begleitet er Patienten auf dem Weg zum Nichtraucher und kennt sowohl die aktuelle Studienlage als auch die Herausforderungen im Praxisalltag.

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