Nikotinkaugummi Test: Welcher hilft wirklich beim Aufhören?

Kaugummis waren mein Notfall-Backup. Immer dabei auf Partys, bei langen Meetings, wenn das Verlangen kam und keine Zigarette in Sicht war. Schmecken grauenhaft? Ja. Wirken aber.

Nach 22 Jahren Rauchen hab ich so ziemlich jedes Nikotinkaugummi durchprobiert. Manche taugen was, andere kannst du dir sparen. Hier kriegst du meine ehrliche Einschätzung — ohne Marketing-Gelaber.

Meine Top 3 Nikotinkaugummis im Test

Kurz und knapp: Nicht alle Kaugummis sind gleich gut. Ich hab die gängigsten getestet und nach Wirkung, Geschmack und Preis sortiert.

Platz 1: Nicorette Kaugummi – Mein Favorit

Das Original. Gibt’s in 2mg und 4mg, verschiedene Geschmacksrichtungen. Bei mir haben die FreshMint am besten funktioniert — wobei „gut“ hier relativ ist. Der Geschmack ist immer noch gewöhnungsbedürftig.

Was mir gefällt: Die Wirkung setzt schnell ein. Nach etwa 5 Minuten merkst du was. Der Kaudruck ist angenehm, nicht zu hart. Und die Dinger halten lang — manchmal bis zu 30 Minuten.

Preislich liegt Nicorette bei etwa 25-30 Euro für 105 Stück. Nicht günstig, aber dafür kriegst du Qualität.

Nicorette Kaugummi 4mg FreshMint

Der Klassiker unter den Nikotinkaugummis. Wirkt schnell und zuverlässig bei akutem Rauchverlangen.

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Platz 2: Nicotinell Kaugummi – Solider Zweiter

Kommt von GlaxoSmithKline, kostet etwas weniger als Nicorette. Die Wirkung ist vergleichbar, nur der Geschmack ist… naja. Auch hier gilt: Kein Kaugummi schmeckt gut.

Was ich an Nicotinell mag: Die Konsistenz ist etwas weicher. Manche finden das besser, mir persönlich ist es manchmal zu matschig. Aber das ist Geschmackssache.

Mit etwa 20-25 Euro für 96 Stück bist du dabei. Spart ein paar Euro gegenüber Nicorette.

Nicotinell Kaugummi 4mg

Gute Alternative zum Original. Etwas günstiger, ähnliche Wirkung. Konsistenz ist weicher.

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Platz 3: niquitin Kaugummi – Okay für den Geldbeutel

Die Budget-Variante. Wirkt auch, kostet aber deutlich weniger. Hier merkst du allerdings, dass du am falschen Ende gespart hast: Der Geschmack ist noch schlimmer als bei den anderen.

Für etwa 18 Euro kriegst du 100 Stück. Wenn du knapp bei Kasse bist — besser als gar keine Unterstützung. Aber ehrlich: Wenn du es dir leisten kannst, nimm Nicorette oder Nicotinell.

So funktioniert ein Nikotinkaugummi Test richtig

Was viele nicht wissen: Du darfst Nikotinkaugummis NICHT wie normale Kaugummis kauen. Das ist der häufigste Fehler und der Grund warum viele sagen „bringt doch nix“.

Die richtige Methode geht so:

  • Langsam ankauen – nicht durchgehend kauen wie bei normalem Kaugummi
  • Kauen bis du einen pfeffrigen Geschmack merkst – das ist das Nikotin
  • Pause einlegen – Kaugummi zwischen Wange und Zahnfleisch parken
  • Warten bis der Geschmack weg ist – dann weiter kauen
  • Vorgang wiederholen – etwa 30 Minuten lang

Wenn du zu schnell kaust, landet das Nikotin im Magen statt in der Mundschleimhaut. Ergebnis: Übelkeit, Sodbrennen, keine Wirkung. Hab ich am Anfang auch falsch gemacht.

2mg oder 4mg Nikotinkaugummi – was brauchst du?

Die Faustregel ist simpel: Wenn du mehr als 20 Zigaretten am Tag geraucht hast oder die erste Zigarette innerhalb von 30 Minuten nach dem Aufwachen brauchtest — nimm 4mg.

Alle anderen können mit 2mg starten. Ich hab mit 4mg angefangen und nach etwa 6 Wochen auf 2mg gewechselt. Hat gut geklappt.

Spoiler: Die Stärke kannst du später noch anpassen. Wenn 2mg nicht reichen, wechsle auf 4mg. Kein Drama.

Was ich im Nikotinkaugummi Test NICHT empfehlen würde

Mal ehrlich: Es gibt auch Schrott auf dem Markt. Oder Sachen die einfach nicht funktionieren.

Finger weg von: No-Name Produkten aus dem Internet

Klar sind die billiger. Aber bei Nikotinprodukten würde ich nicht am falschen Ende sparen. Hab mal so ein China-Ding bestellt — 100 Stück für 12 Euro. Wirkung? Null. Geschmack? Chemischer Abfall.

Bei Nikotinersatzprodukten bleib bei bekannten Marken. Die Qualitätskontrolle ist wichtig, schließlich nimmst du das Zeug in den Mund.

Auch kritisch: Nikotinkaugummi als Langzeitlösung

Kaugummis sind für maximal 12 Wochen gedacht. Manche kauen das Zeug monatelang weiter — aus Gewohnheit oder weil sie Angst haben wieder anzufangen.

Versteh ich. Aber irgendwann musst du auch vom Kaugummi runter. Sonst tauschst du nur eine Nikotinquelle gegen die andere. Mehr dazu findest du in meinem Artikel über die Nikotinersatztherapie.

Nikotinkaugummi kombiniert mit anderen Methoden

Kaugummis alleine reichen bei den meisten nicht. Bei mir war es eine Kombi aus verschiedenen Sachen.

Die Pflaster-Kaugummi-Kombi

Viele nutzen tagsüber Nikotinpflaster für die Grundversorgung und haben Kaugummis als Backup dabei. Macht Sinn. Das Pflaster hält den Nikotinspiegel konstant, die Kaugummis fangen die Spitzen ab.

Hab ich auch so gemacht. Morgens Pflaster drauf, Kaugummis in die Tasche. Hat bei mir besser funktioniert als nur eins von beiden.

Kaugummi plus Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie hilft dir die mentalen Trigger zu knacken. Das Kaugummi kümmert sich um die körperliche Sucht.

Ohne die psychische Komponente wird’s schwer. Du kannst so viel Nikotin substituieren wie du willst — wenn du nicht lernst mit Stress anders umzugehen, fängst du wieder an.

Apps zur Unterstützung

Klingt komisch, aber Nichtraucher-Apps haben mir echt geholfen. Die zeigen dir wie viel Geld du sparst, tracken deine Fortschritte und erinnern dich warum du aufhören wolltest.

Grade wenn du ein Kaugummi brauchst — in die App gucken, sehen dass du schon 2 Wochen durch bist. Motiviert.

Häufige Probleme beim Nikotinkaugummi Test und wie du sie löst

Jeder hat am Anfang Probleme mit den Dingern. Hier die häufigsten und was dagegen hilft.

Problem 1: Mir wird übel vom Kaugummi

Passiert meistens wenn du zu schnell kaust oder auf nüchternen Magen. Lösung: Langsamer kauen, vorher was essen. Und check ob du vielleicht zu starke Kaugummis nimmst — steig auf 2mg runter.

Problem 2: Der Geschmack ist einfach widerlich

Ja. Ist er. Aber es gibt Unterschiede zwischen den Geschmacksrichtungen. Probier verschiedene durch. FreshMint fand ich noch am erträglichsten, manche schwören auf Frucht. Ist individuell.

Was auch hilft: Direkt danach was trinken. Nicht während dem Kauen — das spült das Nikotin runter — aber danach.

Problem 3: Das Kaugummi wirkt nicht

Dann machst du wahrscheinlich die Kautechnik falsch. Lies dir nochmal die Anleitung oben durch. Oder du brauchst eine höhere Dosis.

Bei hartnäckigen Fällen: Schau dir mal Nikotinspray an. Das wirkt schneller und stärker.

Problem 4: Ich kaue zu viele Kaugummis

Die Packungsbeilage sagt maximal 15-20 Stück pro Tag. Wenn du mehr brauchst, stimmt was nicht. Entweder die Dosierung ist zu niedrig oder du versuchst jedes kleine Verlangen mit einem Kaugummi zu bekämpfen.

Nicht jedes Verlangen braucht Nikotin. Manchmal reicht auch ablenken, tief durchatmen, kurz bewegen.

Preisvergleich: Was kosten gute Nikotinkaugummis wirklich?

Rechnen wir mal durch. Eine Schachtel Zigaretten kostet je nach Marke 7-8 Euro. Bei einer Schachtel am Tag sind das über 200 Euro im Monat.

Nikotinkaugummis für 12 Wochen kosten dich etwa 150-200 Euro, wenn du Markenprodukte nimmst. Klingt nach viel, ist aber deutlich weniger als weiter zu rauchen.

Und nach den 12 Wochen bist du durch. Keine weiteren Kosten. Bei Zigaretten zahlst du jeden Monat weiter. Check mal den Nichtraucher-Rechner — da fällt dir die Kinnlade runter.

Wo kaufst du am günstigsten?

Online ist meistens billiger als in der Apotheke. Amazon hat oft gute Angebote, besonders bei Großpackungen. Apotheken sind teurer, dafür kriegst du Beratung.

Mein Tipp: Kauf die erste Packung in der Apotheke, lass dir alles erklären. Danach online bestellen wenn du weißt was du brauchst.

Alternativen zum Nikotinkaugummi

Kaugummis sind nicht für jeden das Richtige. Hier andere Optionen die funktionieren können.

Nikotinpflaster — der konstante Begleiter

Pflaster geben durchgehend Nikotin ab. Kein Kauen, kein Geschmack, einfach aufkleben. Nachteil: Du kannst nicht flexibel auf starkes Verlangen reagieren. Mehr Details in meinem Nikotinpflaster Test.

Nicorette Pflaster 25mg

Konstante Nikotinversorgung über 16 Stunden. Kombinierbar mit Kaugummis für akutes Verlangen.

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Nikotinspray — die Schnelllösung

Wirkt innerhalb von 60 Sekunden. Perfekt für heftige Situationen. Teurer als Kaugummis, aber effektiv. Details hier: Nikotinspray im Test.

Lutschtabletten — die diskrete Variante

Nikotinlutschtabletten fallen weniger auf als Kaugummis. Gut für Meetings oder wenn du nicht permanent kauen willst. Wirken ähnlich wie Kaugummis, nur langsamer.

Komplett ohne Nikotin — geht das?

Klar geht das. Die Schlusspunkt-Methode funktioniert für manche super. Von heute auf morgen aufhören, kein Nikotin.

Oder du probierst die Allen Carr Methode. Die arbeitet komplett ohne Nikotinersatz, nur mit Mindset-Änderung. Hat bei vielen funktioniert, bei mir nicht. Kommt drauf an.

Meine ehrliche Einschätzung nach Jahren Erfahrung

Nikotinkaugummis sind kein Wundermittel. Sie ersetzen nicht den Willen aufzuhören. Aber sie helfen dabei die ersten Wochen zu überstehen.

Bei mir waren sie Teil eines größeren Plans. Morgens Pflaster, Kaugummis als Backup, eine App zum Tracken und bewusst neue Routinen entwickelt. Zusammen hat das funktioniert.

Einzeln? Schwierig. Du brauchst mehrere Bausteine. Mehr dazu in meinem ultimativen Guide zum Rauchstopp.

Für wen taugen Kaugummis?

Nikotinkaugummis sind gut wenn du:

  • Flexibel auf Verlangen reagieren willst
  • Keine Pflaster verträgst (Hautreizungen etc.)
  • Die orale Komponente des Rauchens vermisst
  • Unterwegs was zum Dranziehen brauchst

Weniger geeignet sind sie wenn du Zahnprobleme hast oder den Geschmack absolut nicht erträgst. Dann eher Pflaster oder Lutschtabletten.

Realistische Erfolgsaussichten

Die Studien sagen: Mit Nikotinersatz verdoppelst du deine Chancen im Vergleich zu „ohne alles“. Klingt gut, aber bedeutet trotzdem dass viele es nicht schaffen.

Die Wahrheit? Beim ersten Versuch klappt es selten. Ich hab vier Anläufe gebraucht. Jedes Mal gelernt was funktioniert und was nicht. Beim vierten Mal hat’s geklappt — mit Pflastern, Kaugummis und viel Unterstützung.

Wenn du mehr darüber wissen willst was dich erwartet: Nikotinentzug Symptome und Was passiert wenn man aufhört zu rauchen.

Häufig gestellte Fragen zum Nikotinkaugummi Test

Wie lange sollte ich Nikotinkaugummis nehmen?

Die Standardempfehlung liegt bei 12 Wochen. In den ersten Wochen nimmst du so viele wie du brauchst (maximal 15-20 pro Tag), dann reduzierst du langsam. Nach 8-10 Wochen solltest du deutlich weniger brauchen. Wichtig: Nicht abrupt aufhören, sondern ausschleichen.

Kann ich während der Schwangerschaft Nikotinkaugummis nehmen?

Schwieriges Thema. Nikotin ist in der Schwangerschaft grundsätzlich schädlich — aber Rauchen ist noch schädlicher. Wenn du schwanger bist und nicht ohne Nikotinersatz aufhören kannst, sprich mit deinem Arzt. Es gibt bessere Methoden, check meinen Artikel über Rauchen in der Schwangerschaft aufhören.

Machen Nikotinkaugummis abhängig?

Ja, können sie. Das Risiko ist aber deutlich geringer als bei Zigaretten. Kaugummis geben das Nikotin langsamer ab, du kriegst nicht den schnellen Kick. Trotzdem solltest du nach spätestens 6 Monaten davon runter sein. Sonst tauschst du nur eine Sucht gegen die andere.

Was ist besser: Nikotinkaugummi oder Nikotinpflaster?

Kommt drauf an was du brauchst. Pflaster geben konstant Nikotin ab — gut für die Grundversorgung. Kaugummis wirken schnell bei akutem Verlangen. Am besten ist oft eine Kombi aus beiden. Mehr Details dazu: Nikotinersatztherapie Vergleich.

Warum schmecken Nikotinkaugummis so scheußlich?

Weil Nikotin eben so schmeckt — bitter und pfeffrig. Die Hersteller versuchen das mit Minze oder Fruchtgeschmack zu überdecken, aber ganz weg kriegen sie es nicht. Der Vorteil: Gerade weil sie nicht schmecken, kaust du sie bewusst — nicht aus Genuss. Das hilft beim Aufhören.

Michael Krause
Über den Autor

Michael Krause

Michael hat nach 22 Jahren Rauchen endlich aufgehört — beim vierten Anlauf. Heute testet er Nikotinpflaster, Sprays und Apps, damit andere es beim ersten Mal schaffen. Sein Motto: Ehrlich, direkt, ohne Schönfärberei.