Rauchen aufhören mit Kindern: Rauchfrei im Familienalltag

Rauchen aufhören mit Kindern: Rauchfrei im Familienalltag

Von Fachredaktion Nichtraucher 14 Min. Lesezeit
Kurz-Fazit

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Du hast dich entschieden, mit dem Rauchen aufzuhören — und das ausgerechnet jetzt, wo das Haus sowieso schon im permanenten Ausnahmezustand ist? Die Kinder brauchen deine Aufmerksamkeit, der Alltag fordert dich, und gleichzeitig sollst du mit dem Nikotin klarkommen. Klingt nach schlechtem Timing.

Ist es aber nicht. Der Familienalltag macht den Rauchstopp zwar herausfordernder, bietet aber auch echte Vorteile: Kinder sind eine starke Motivation, du hast weniger Zeit zum Grübeln über Rauchverlangen, und die neuen rauchfreien Routinen lassen sich direkt in den Tagesablauf integrieren. Was du jetzt brauchst, sind keine Standardtipps, sondern Strategien, die in deinem konkreten Alltag funktionieren.

Wenn die Kinder deine stärkste Motivation sind

Die meisten Eltern nennen ihre Kinder als Hauptgrund für den Rauchstopp. Verständlich — niemand möchte seinem Kind schaden oder ein schlechtes Vorbild sein. Aber diese Motivation muss richtig kanalisiert werden, sonst verpufft sie schnell.

Warum „für die Kinder aufhören“ nicht ausreicht

Du kennst die Situation: Das Kind schaut dich mit großen Augen an und fragt, warum du rauchst. Oder hustet, wenn du vom Balkon reinkommst. In diesem Moment ist die Motivation riesig. Drei Tage später, wenn die Entzugserscheinungen zuschlagen und das Kind gerade einen Trotzanfall hat, reicht diese Motivation nicht mehr.

Was du wissen solltest: Eine Studie aus 2024 zeigt, dass Eltern, die „nur“ für ihre Kinder aufhören, eine niedrigere Erfolgsquote haben als solche, die auch persönliche Gründe benennen können. Der Unterschied liegt bei etwa 20 Prozentpunkten nach sechs Monaten.

Deine Motivation konkret machen

Schreib auf, was du gewinnst — für dich und für die Familie:

  • Mehr Energie beim Spielen, ohne nach zehn Minuten außer Atem zu sein
  • Besserer Geruchssinn beim Kuscheln auf dem Sofa
  • Kein schlechtes Gewissen mehr, wenn dein Kind sagt „Du riechst komisch“
  • Mehr Geld für Familienausflüge statt für Zigaretten (bei einer Schachtel täglich sind das über 2.000 Euro im Jahr)
  • Das gute Gefühl, deinen Kindern ein Vorbild zu sein

Häng diese Liste sichtbar auf. Nicht für die Kinder — für dich. In schwachen Momenten brauchst du diese Erinnerung.

Passivrauch eliminieren — sofort

Selbst wenn du bisher „nur“ auf dem Balkon oder vor der Tür geraucht hast: Deine Kinder sind dem Rauch ausgesetzt. Der sogenannte Third-Hand-Smoke — Rückstände an Kleidung, Haaren und Haut — ist messbar und gesundheitsschädlich. Laut Daten der WHO leben weltweit Millionen von Kindern in Haushalten mit Rauchern. Die Langzeitfolgen von Passivrauch sind wissenschaftlich gut dokumentiert.

Der Rauchstopp schützt deine Kinder ab Tag eins — auch wenn du selbst noch kämpfst.

Wenn der Stress mit den Kindern das Hauptproblem ist

Seien wir ehrlich: Kinder sind anstrengend. Und die Zigarette war deine Pause, dein Ventil, deine fünf Minuten Ruhe. Jetzt fällt das weg, und der Stress bleibt.

Stress erkennen, bevor du zur Zigarette greifst

Viele Eltern rauchen nicht aus Nikotinsucht, sondern aus Stressrauchen. Die typischen Auslöser im Familienalltag:

  • Morgens beim Frühstückschaos
  • Nach dem dritten „Mama, Papa, guck mal!“
  • Wenn die Geschwister streiten
  • Abends, wenn die Kinder endlich im Bett sind

Diese Momente wirst du als Nichtraucher auch haben. Der Unterschied: Du brauchst neue Strategien.

Ersatz-Pausen entwickeln

Du brauchst weiterhin Pausen — nur eben rauchfrei. Was funktioniert:

Die Kühlschrank-Pause: Stell dir ein Glas kaltes Wasser in den Kühlschrank. Wenn der Drang kommt, trinkst du es in einem Zug. Gibt dir die gleiche Unterbrechung wie der Gang zum Balkon, dauert aber kürzer.

Die Bewegungs-Minute: Einmal kurz ums Haus oder die Wohnung laufen. Klingt banal, unterbricht aber das Muster und gibt deinem Körper etwas zu tun.

Die bewusste Atem-Pause: Drei tiefe Atemzüge, bewusst langsam. Beruhigt tatsächlich, auch wenn es sich anfangs komisch anfühlt.

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Wenn die Kinder deine Geduld testen

In den ersten Wochen nach dem Rauchstopp bist du gereizter. Das ist normal — der Nikotinentzug macht nervös. Aber deine Kinder verstehen nicht, warum Papa oder Mama plötzlich so dünnhäutig reagiert.

Gut zu wissen: Sprich mit ihnen darüber, auf kindgerechtem Niveau. „Ich bin gerade manchmal gereizt, weil mein Körper lernt, ohne Zigaretten zu sein. Das wird bald besser.“ Ehrlichkeit hilft — und nimmt Druck raus.

Wenn du Nikotinersatz nutzen willst — aber nicht vor den Kindern

Viele Eltern fragen sich: Kann ich Nikotinkaugummi kauen oder ein Nikotinpflaster tragen, während ich mit den Kindern zusammen bin? Ist das nicht auch schädlich für sie?

Nikotinersatztherapie ist nicht wie Rauchen

Lass uns das klarstellen: Nikotinersatzprodukte setzen keinen Rauch frei. Deine Kinder sind also nicht gefährdet, wenn du ein Nikotinpflaster trägst oder ein Kaugummi kaust. Das Nikotin wird kontrolliert über Haut oder Mundschleimhaut aufgenommen — ohne die über 4.000 Schadstoffe aus Zigarettenrauch.

Laut Cochrane-Analysen erhöhen Nikotinersatzprodukte die Erfolgschancen beim Rauchstopp um etwa 50 bis 70 Prozent. Das ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem „kalten Entzug“.

Welches Produkt passt zum Familienalltag?

Nikotinpflaster: Ideal, wenn du keine Gelegenheit zum Kauen oder Lutschen hast. Morgens aufkleben, 16 oder 24 Stunden Wirkung, fertig. Unauffällig unter der Kleidung, kein Geschmack, den Kinder bemerken könnten. Apothekenpflichtig.

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Nikotinkaugummi: Gut für akute Rauchverlangen-Momente. Aber: Du musst richtig kauen (langsam, dann in der Backentasche parken), und manche Kinder fragen nach, warum du ständig Kaugummi kaust. Apothekenpflichtig.

Nikotinspray: Schnelle Wirkung, aber gewöhnungsbedürftiger Geschmack. Praktisch für unterwegs, wenn das Kind gerade beschäftigt ist. Apothekenpflichtig.

Nikotinlutschtabletten: Diskreter als Kaugummi, funktionieren ähnlich. Langsam im Mund zergehen lassen. Apothekenpflichtig.

Produkte sicher aufbewahren

Das ist wichtig: Alle Nikotinersatzprodukte müssen außer Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Ein verschlucktes Nikotinkaugummi oder eine gelutschtablette kann bei Kleinkindern zu Vergiftungssymptomen führen. Also: Oberstes Regalfach, abschließbarer Schrank, oder im Bad hinter verschlossener Tür.

Wenn der Tagesablauf mit Kindern deine Struktur ist

Einer der unterschätzten Vorteile am Rauchen aufhören mit Kindern: Der Tag hat bereits feste Strukturen. Frühstück, Kita-Bringen, Mittagessen, Abholen, Abendessen, Bettzeit. Diese Routine hilft beim Rauchstopp mehr, als du vielleicht denkst.

Rauchrituale durch Familienrituale ersetzen

Viele Raucher haben feste Rauchzeiten: Die erste Zigarette zum Kaffee, eine nach dem Essen, eine vor dem Schlafengehen. Diese Rituale fallen weg — und hinterlassen eine Lücke.

Füll sie bewusst mit neuen Familienritualen:

  • Statt Morgenkaffee mit Zigarette: Gemeinsames Frühstück am Tisch, auch wenn es nur zehn Minuten sind
  • Statt Zigarette nach dem Mittagessen: Kurze Runde um den Block mit den Kindern oder fünf Minuten gemeinsam auf dem Sofa
  • Statt Abendrauch-Pause: Gemeinsames Zähneputzen-Ritual oder kurze Gute-Nacht-Geschichte

Die Idee: Du ersetzt nicht Nikotin durch Nikotin, sondern Ritual durch Ritual. Das funktioniert besser als gedacht.

Wenn die Kinder schlafen und das Verlangen kommt

Das ist der kritische Moment für viele Eltern: Die Kinder sind endlich im Bett, du hast deine Ruhe — und normalerweise würdest du jetzt rauchen. Jetzt ist die Versuchung am größten.

Was hilft wirklich:

Handbeschäftigung: Puzzles, Stricken, Zeichnen, irgendetwas, das deine Hände beschäftigt. Klingt simpel, funktioniert aber — denn viele vermissen nicht nur das Nikotin, sondern die Hand-Mund-Bewegung.

Feste Abendbeschäftigung: Serie gucken, Buch lesen, Podcast hören — aber an einem anderen Ort als früher beim Rauchen. Nicht auf dem Balkon, nicht vor der Haustür. Neuer Ort, neues Ritual.

Früher ins Bett: Ehrlich gesagt hilft manchmal einfach schlafen. Vor allem in den ersten Wochen, wenn die Müdigkeit durch den Entzug sowieso größer ist.

Wenn du es schon mehrfach versucht hast

Vielleicht ist das nicht dein erster Anlauf. Du hast schon mal aufgehört, bist rückfällig geworden, hast es wieder versucht. Das ist frustrierend — aber kein Grund aufzugeben.

Warum Rückfälle beim Rauchstopp normal sind

Laut Statistiken der BZgA brauchen Raucher im Schnitt vier bis sieben Versuche, bis sie dauerhaft rauchfrei bleiben. Das heißt: Wenn du beim dritten oder vierten Versuch bist, bist du statistisch gesehen genau im Plan. Jeder Versuch erhöht deine Erfolgschance — weil du jedes Mal dazulernst.

Was war beim letzten Mal das Problem?

Analysiere ehrlich: Wann bist du rückfällig geworden, und warum?

  • Stress mit den Kindern? Dann brauchst du diesmal bessere Stressventile
  • Soziale Situationen? Dann meide Rauchergelegenheiten in den ersten Wochen konsequenter
  • Zu starkes Verlangen? Dann probiere diesmal Nikotinersatz aus
  • Langeweile abends? Dann plan gezielt Ablenkung ein

Die Erkenntnis, warum du rückfällig wurdest, ist Gold wert. Nutze sie.

Professionelle Unterstützung nutzen

Du musst das nicht allein durchstehen. Es gibt kostenlose und wirksame Hilfsangebote:

Das Rauchfrei-Portal der BZgA bietet speziell für Menschen, die es schon mehrfach versucht haben, strukturierte Programme und telefonische Beratung.

Online-Kurse sind ebenfalls eine Option, vor allem wenn du abends keine Zeit für Präsenztreffen hast.

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Wenn körperliche Entzugserscheinungen den Alltag erschweren

Der Nikotinentzug schlägt bei den meisten in den ersten drei bis vier Wochen am stärksten zu. Gleichzeitig musst du funktionieren — die Kinder warten nicht, bis dein Entzug vorbei ist.

Die häufigsten Symptome und was sie bedeuten

Typische Entzugserscheinungen beim Rauchen aufhören mit Kindern:

  • Gereiztheit: Dein Nervensystem stellt sich um. Peak meist in Woche 1-2, danach besser werdend
  • Müdigkeit: Dein Körper hat jahrelang Nikotin als Wachmacher genutzt. Jetzt muss er neu lernen, Energie zu mobilisieren
  • Konzentrationsprobleme: Vorübergehend — meist nach zwei Wochen deutlich besser
  • Husten: Paradoxerweise kann der Husten nach dem Rauchstopp schlimmer werden, weil die Lunge sich reinigt
  • Schlafprobleme: Viele Exraucher berichten von Schlafstörungen in den ersten Wochen

Gut zu wissen: Diese Symptome sind ein gutes Zeichen. Sie bedeuten, dass dein Körper sich regeneriert.

Symptome managen im Familienalltag

Bei Gereiztheit: Ehrlich mit dem Partner oder der Partnerin kommunizieren. Wenn möglich, abwechselnd „schwierige Momente“ übernehmen — du machst heute Abendessen, der Partner bringt die Kinder ins Bett.

Bei Müdigkeit: Kurze Powernaps, wenn die Kinder Mittagsschlaf machen. Auch zehn Minuten helfen. Und: Mehr Bewegung an der frischen Luft — klingt paradox, gibt aber tatsächlich Energie.

Bei Konzentrationsproblemen: To-Do-Listen schreiben. Du wirst Dinge vergessen in den ersten Wochen. Das ist okay — schreib alles auf.

Bei Schlafproblemen: Feste Abendroutine, keine Bildschirme eine Stunde vor dem Schlafengehen, eventuell pflanzliche Einschlafhilfe wie Baldrian.

Wann ärztliche Hilfe sinnvoll ist

Wenn die Entzugssymptome so stark sind, dass du deinen Alltag mit den Kindern nicht mehr bewältigen kannst, sprich mit deinem Hausarzt. Es gibt verschreibungspflichtige Medikamente zur Rauchentwöhnung wie Zyban (Bupropion) — die Verordnung erfolgt durch den Arzt nach individueller Prüfung.

Wenn die Gewichtszunahme dich beschäftigt

Viele Eltern — besonders Mütter — haben Angst vor der Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp. Das ist ein echtes Thema, sollte aber nicht vom Aufhören abhalten.

Warum nehmen Exraucher zu?

Drei Hauptgründe:

  • Nikotin erhöht den Grundumsatz um etwa 200 Kalorien pro Tag. Das fällt weg
  • Der Geschmackssinn verbessert sich — Essen schmeckt plötzlich intensiver und besser
  • Viele essen aus Hand-Mund-Gewohnheit mehr, besonders Snacks

Durchschnittlich nehmen Exraucher 3-5 Kilogramm zu. Aber: Das ist nicht zwingend und kann durch bewusste Strategien minimiert werden.

Gewichtszunahme vermeiden — ohne Stress

Wichtig: Starte keine strikte Diät gleichzeitig mit dem Rauchstopp. Das ist zu viel auf einmal und erhöht die Rückfallgefahr. Stattdessen:

Gesunde Snacks vorbereiten: Geschnittenes Gemüse, Obst, Nüsse (in Maßen) — griffbereit im Kühlschrank. Wenn der Snack-Drang kommt, hast du gesunde Optionen.

Mehr Bewegung mit den Kindern: Spielplatz statt Auto, Spaziergänge, gemeinsam Toben. Du verbrennst Kalorien und die Kinder sind glücklich.

Ausreichend trinken: Wasser, ungesüßter Tee. Oft wird Durst mit Hunger verwechselt.

Wenn du als Paar gemeinsam aufhören willst

Idealfall: Beide Elternteile wollen gleichzeitig mit dem Rauchen aufhören. Das verdoppelt die Motivation — kann aber auch doppelten Stress bedeuten.

Gemeinsam aufhören — Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Gegenseitige Motivation und Kontrolle
  • Keine Versuchung durchs rauchende Gegenüber
  • Gemeinsame Erfolgserlebnisse
  • Kinder sehen beide Elternteile als rauchfreies Vorbild

Nachteile:

  • Beide sind gleichzeitig gereizt — schlechte Kombination
  • Wenn einer schwach wird, kann es beide runterziehen
  • Doppelte Entzugssymptome im Haushalt

So gelingt der gemeinsame Rauchstopp

Klare Regeln vereinbaren: Wie reagiert ihr, wenn einer von euch schwach wird? Wer übernimmt welche Aufgaben, wenn der andere gerade einen schlechten Tag hat?

Wenn nur ein Elternteil aufhört

Das ist die häufigere Situation — und ehrlich gesagt auch die schwierigere. Du hörst auf, aber dein Partner oder deine Partnerin raucht weiter.

Was hilft:

  • Klare Absprachen: Nicht in deiner Gegenwart rauchen, Zigaretten außer Sichtweite aufbewahren
  • Ehrliche Kommunikation: Sag, wenn es dich stört — aber ohne Vorwürfe
  • Geduld: Vielleicht zieht dein Erfolg den Partner oder die Partnerin später nach

Wenn die Kinder älter sind und Fragen stellen

Kleine Kinder akzeptieren meist einfach, dass Papa oder Mama nicht mehr raucht. Ältere Kinder — ab Grundschulalter — stellen unbequeme Fragen.

Ehrlich sein ohne zu viel zu erklären

„Warum hast du überhaupt angefangen?“ — „Rauchen ist doch dumm, oder?“ — „Wirst du jetzt wieder gesund?“

Solche Fragen sind berechtigt. Wie du antwortest:

Ehrlich bleiben: „Ja, Rauchen war keine gute Idee. Ich habe als Jugendlicher angefangen und es wurde zur Gewohnheit. Jetzt höre ich auf, weil es schlecht für mich ist — und weil ich für euch da sein will.“

Keine Dramen: Erzähl nicht von allen gesundheitlichen Risiken in allen Details. Das macht Kindern unnötig Angst.

Vorbild sein: Zeig, dass man Fehler korrigieren kann. Das ist eine wertvolle Lektion fürs Leben.

Wenn Jugendliche selbst anfangen zu rauchen

Das ist der Albtraum vieler Eltern: Du hörst auf — und dein Teenager fängt an. Oder raucht bereits heimlich.

Deine Position ist jetzt stärker, nicht schwächer. Du kannst ehrlich sagen: „Ich weiß genau, wie schwer es ist aufzuhören. Deshalb solltest du gar nicht erst anfangen.“ Das ist glaubwürdiger als jede Moralpredigt.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauern die schlimmsten Entzugserscheinungen beim Rauchstopp mit Kindern?

Die intensivsten körperlichen Entzugssymptome dauern meist 3-5 Tage. In dieser Zeit ist das Nikotin aus dem Körper. Die psychische Gewöhnung und Gereiztheit können 2-4 Wochen anhalten. Gerade im Familienalltag kann diese Phase herausfordernd sein — plane wenn möglich etwas Entlastung ein, z.B. durch Großeltern oder den Partner.

Schadet Nikotinersatztherapie meinen Kindern, wenn ich sie in ihrer Nähe anwende?

Nein. Nikotinpflaster, -kaugummi oder -spray setzen keinen Rauch frei und sind für deine Kinder nicht gefährlich. Wichtig ist nur die sichere Aufbewahrung außer Reichweite von Kindern, da verschluckte Nikotinprodukte bei Kleinkindern zu Vergiftungen führen können. Die Produkte selbst sind apothekenpflichtig und sollten nach Packungsanweisung angewendet werden.

Soll ich meinen Kindern erklären, dass ich mit dem Rauchen aufhöre?

Ja, altersgerecht kommunizieren ist sinnvoll. Bei Kleinkindern reicht: „Ich rauche nicht mehr, weil es nicht gesund ist.“ Bei Schulkindern kannst du ehrlicher sein: „Rauchen war keine gute Entscheidung, jetzt ändere ich das.“ Das zeigt, dass man Fehler korrigieren kann — und macht dich zum glaubwürdigen Vorbild.

Was mache ich, wenn mein Partner weiterraucht und ich aufhören will?

Klare Absprachen treffen: Der rauchende Partner sollte nicht in deiner Gegenwart rauchen, Zigaretten außer Sicht aufbewahren und Verständnis für deine Situation zeigen. Das ist schwieriger als gemeinsam aufzuhören, aber machbar. Viele berichten, dass der eigene Erfolg den Partner später motiviert, es auch zu versuchen.

Wie verhindere ich Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp im stressigen Familienalltag?

Keine strikte Diät parallel zum Rauchstopp starten — das ist zu viel auf einmal. Stattdessen: gesunde Snacks vorbereiten (Gemüse, Obst), mehr Bewegung mit den Kindern einbauen (Spielplatz, Spaziergänge) und ausreichend trinken. Die durchschnittliche Gewichtszunahme liegt bei 3-5 kg und ist kein Grund, den Rauchstopp aufzuschieben — die gesundheitlichen Vorteile überwiegen deutlich.

Wie gehe ich mit Rückfällen um, ohne vor meinen Kindern das Gesicht zu verlieren?

Rückfälle passieren — statistisch brauchen Raucher 4-7 Versuche bis zum dauerhaften Erfolg. Wenn es passiert: ehrlich bleiben. „Ich hatte einen schwachen Moment, aber ich versuche es weiter.“ Das zeigt Durchhaltevermögen und ist lehrreicher für Kinder als perfekte Erfolgsgeschichten. Wichtig: Rückfall ist kein Scheitern, sondern Teil des Prozesses.

Fazit: Rauchfrei werden mit Kindern ist machbar — und lohnt sich doppelt

Das Rauchen aufhören mit Kindern ist herausfordernd, keine Frage. Der Alltag läuft weiter, die Kinder brauchen dich, und gleichzeitig kämpfst du mit Entzugserscheinungen und Verlangen. Perfektes Timing gibt es nie.

Aber: Du hast einen entscheidenden Vorteil. Die feste Tagesstruktur mit Kindern gibt dir Halt. Die Motivation, für deine Familie da zu sein, ist stärker als jede Theorie. Und die positiven Veränderungen — mehr Energie, besserer Geruch, kein schlechtes Gewissen — spürst du im direkten Zusammenleben mit deinen Kindern sofort.

Was du jetzt brauchst, sind keine leeren Durchhalteparolen, sondern praktische Strategien für deinen konkreten Alltag. Nutze Nikotinersatz, wenn nötig. Bau neue Rituale auf. Hol dir Unterstützung. Und sei ehrlich — zu dir selbst und zu deinen Kindern.

Der Rauchstopp ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Aber jeder Tag ohne Zigarette ist ein Erfolg.

Wichtiger Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen nicht die persönliche Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Fragen zur Rauchentwöhnung wende dich bitte an eine medizinische Fachperson.
Fachredaktion Nichtraucher
Über die Redaktion

Fachredaktion Nichtraucher

Die Fachredaktion von nichtraucher.de besteht aus Gesundheitsexperten, ehemaligen Rauchern und spezialisierten Fachautoren. Unsere Artikel basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und werden regelmäßig geprüft und aktualisiert.

Dr. med. Rudolf Lubek
Medizinische Beratung

Dr. med. Rudolf Lubek

Dr. med. Rudolf Lubek ist Facharzt für Innere Medizin. Seit vielen Jahren begleitet er Patienten auf dem Weg zum Nichtraucher und kennt sowohl die aktuelle Studienlage als auch die Herausforderungen im Praxisalltag.

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