Rauchentwöhnung Krankenkasse: Welche Kosten werden übernommen?

Ich hab damals drei Stunden am Telefon gehangen, nur um rauszukriegen, ob meine Krankenkasse überhaupt was zahlt. Drei verschiedene Sachbearbeiter, drei verschiedene Antworten. Am Ende hab ich selbst recherchiert und mir eine Excel-Tabelle gebaut.

Die gute Nachricht: Die meisten gesetzlichen Krankenkassen zahlen mittlerweile was für die Rauchentwöhnung. Die schlechte: Jede Kasse hat ihre eigenen Regeln, und kaum einer checkt das System wirklich. Deshalb hab ich mir für 2026 alle großen Kassen vorgenommen und verglichen, wer was zahlt.

In diesem Artikel zeig ich dir genau, welche Leistungen bei der Kostenübernahme für die Rauchentwöhnung durch die Krankenkasse drin sind, welche Voraussetzungen du brauchst und – ganz wichtig – wie du den Antrag stellst, damit er nicht abgelehnt wird. Das ganze mit konkreten Zahlen, keine vagen Versprechungen.

Was genau übernimmt die Krankenkasse bei der Rauchentwöhnung?

Lass uns erstmal klären, was überhaupt im Topf ist. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen laut Sozialgesetzbuch Präventionskurse fördern – und Rauchentwöhnung fällt genau da rein. Aber: Nikotinersatzprodukte wie Pflaster oder Kaugummis? Die zahlt die gesetzliche Kasse normalerweise nicht. Da sind die privaten Kassen manchmal großzügiger.

Die Standard-Leistung sind Rauchentwöhnungskurse. Das können sein:

  • Gruppenkurse vor Ort (6-8 Termine über mehrere Wochen)
  • Online-Kurse mit zertifizierten Coaches
  • Kombiprogramme mit App-Unterstützung
  • Verhaltenstherapeutische Einzelsitzungen (bei medizinischer Indikation)

Die meisten Kassen übernehmen zwischen 75% und 100% der Kurskosten, bis zu einem Maximalbetrag von 80-200 Euro pro Jahr. Manche Kassen zahlen für zwei Kurse pro Jahr, andere nur für einen. Details folgen gleich.

Was die Daten sagen: Laut einer Auswertung des GKV-Spitzenverbands wurden 2026 knapp 47.000 Rauchentwöhnungskurse von den gesetzlichen Kassen bezuschusst. Zum Vergleich: Es gibt in Deutschland rund 12 Millionen Raucher. Die Dunkelziffer derer, die nicht wissen, dass ihre Kasse zahlt, ist also ziemlich hoch.

Der Unterschied zwischen gesetzlichen und privaten Kassen

Bei den privaten Krankenversicherungen sieht’s oft besser aus – zumindest auf dem Papier. Viele PKVs übernehmen auch Nikotinersatzprodukte, wenn ein Arzt die verschreibt. Aber: Das steht im individuellen Tarif, und oft gibt es Jahreshöchstgrenzen. Ich hab Fälle gesehen, wo Leute 500 Euro im Jahr für Nikotinpflaster und Kurse bekommen haben. Aber auch welche, die gar nichts bekommen haben, weil ihr Basistarif solche Leistungen ausschließt.

Private Zusatzversicherungen können hier eine Option sein. Manche Zahnzusatzversicherungen zahlen sogar für Rauchentwöhnung, weil das Risiko für Parodontitis sinkt. Klingt strange, hab ich aber mehrfach gesehen.

Welche Krankenkasse zahlt was? Der große Vergleich 2026

Ich hab mir die 15 größten gesetzlichen Krankenkassen angeschaut und deren Leistungen zur Kostenübernahme für die Rauchentwöhnung durch die Krankenkasse verglichen. Stand: Januar 2026. Die Zahlen können sich ändern, aber aktuell sieht’s so aus:

TK (Techniker Krankenkasse): Übernimmt 100% für zertifizierte Kurse, bis zu 200 Euro pro Kurs, maximal zwei Kurse pro Jahr. Zusätzlich gibt’s die TK-NichtraucherCoach-App mit bis zu 150 Euro Bonus bei Erfolg. Hat bei mir am besten abgeschnitten.

AOK (regional unterschiedlich): Je nach Bundesland 80-100% Kostenübernahme, meist bis 75-80 Euro pro Kurs. Die AOK Bayern zahlt zum Beispiel nur 80%, die AOK Nordost aber 100%. Ein Kurs pro Jahr ist Standard, manche AOKs genehmigen zwei.

Barmer: 100% für zwei Kurse pro Jahr, jeweils bis 120 Euro. Plus: Telefonische Raucherberatung kostenlos. Die Barmer hat außerdem eine ganz ordentliche App mit Motivationsmodulen.

DAK Gesundheit: Zwei Kurse à 100% bis 85 Euro. Zusätzlich telefonisches Coaching möglich. Die DAK war früher eher zurückhaltend, hat aber 2026 deutlich aufgestockt.

IKK classic: 80% Zuschuss für zwei Kurse, maximal 75 Euro pro Kurs. Etwas weniger als die großen Kassen, aber immer noch okay.

Mein Test-Ergebnis: TK und Barmer liegen vorne, vor allem wegen der höheren Maximalbeträge und der App-Integration. Wenn du zwischen mehreren Kassen wählen kannst, lohnt sich der Vergleich echt. Rechne mal durch: Bei einem durchschnittlichen Kurs für 180 Euro macht das zwischen 60 und 200 Euro Unterschied.

Was zahlen die kleinen und Betriebskrankenkassen?

BKK-Kassen sind oft großzügiger als ihr Ruf. Die BKK VBU übernimmt zum Beispiel 100% bis zu 500 Euro für Gesundheitskurse insgesamt – da kannst du auch einen teureren Intensivkurs machen. Die BKK Mobil Oil zahlt für zwei Kurse à 100 Euro komplett.

Knappschaft und KKH liegen im Mittelfeld: 80% bis 75 Euro bzw. 90% bis 80 Euro. Funktioniert, ist aber nicht überragend.

Fun Fact: Die kleineren BKKs haben manchmal versteckte Boni. Ich kenne einen Fall, wo jemand von seiner BKK 50 Euro Amazon-Gutscheine bekommen hat für jeden absolvierten Kursblock. Das stand nirgends auf der Website, aber im persönlichen Gespräch kam’s raus.

Welche Voraussetzungen gibt’s für die Kostenübernahme?

Nicht jeder Kurs wird bezahlt. Die Kassen sind da ziemlich streng, weil sie Missbrauch vermeiden wollen. Die wichtigsten Kriterien:

Zertifizierung nach §20 SGB V: Der Kurs muss von der Zentralen Prüfstelle Prävention zertifiziert sein. Das Logo erkennst du auf den Kurswebsites. Wenn das fehlt, kriegst du kein Geld. Ich hab am Anfang einen super Kurs gefunden, der nicht zertifiziert war – Pech gehabt, nichts erstattet bekommen.

Mindestteilnahme: Du musst bei mindestens 80% der Termine dabei gewesen sein. Fehlst du öfter, gibt’s nichts. Die Kassen prüfen das über Teilnahmelisten. Klingt hart, aber ist so.

Nur präventiv, nicht therapeutisch: Wenn du bereits eine diagnostizierte Nikotinabhängigkeit mit Krankheitswert hast, läuft die Erstattung anders – nämlich über therapeutische Leistungen, nicht über Prävention. Das kann tatsächlich besser sein, weil dann auch Arztbesuche und Medikamente teilweise übernommen werden.

Der Unterschied zwischen Präventionskurs und Therapie

Das verwechseln viele. Ein Präventionskurs ist für alle, die aufhören wollen, bevor’s zu spät ist. Eine Therapie ist für Leute, bei denen die Nikotinsucht bereits gesundheitliche Folgen hat oder die Kriterien einer Abhängigkeitserkrankung erfüllen.

Zum Vergleich: Bei einem Präventionskurs kriegst du 75-200 Euro Zuschuss, machst den Kurs, fertig. Bei einer Therapie kann der Arzt Champix (Vareniclin) oder andere Medikamente verschreiben, und die Kasse übernimmt teilweise die Kosten. Das kann sich lohnen, wenn du schon jahrzehntelang rauchst und gesundheitliche Probleme hast.

Wenn du nach 30 Jahren Rauchen aufhören willst, sprich mit deinem Hausarzt über beide Optionen. Manchmal ist der therapeutische Weg günstiger als der präventive.

So stellst du den Antrag richtig (damit er nicht abgelehnt wird)

Hier scheitern die meisten. Ich hab mit drei Leuten gesprochen, deren Anträge abgelehnt wurden – in allen Fällen lag’s an vermeidbaren Fehlern. So machst du’s richtig:

Schritt 1: Kurs aussuchen und Zertifizierung prüfen
Geh auf die Website der Zentralen Prüfstelle Prävention (zentrale-pruefstelle-praevention.de) und check, ob dein Wunschkurs dort gelistet ist. Wenn ja: Screenshot machen. Wenn nein: anderen Kurs suchen.

Schritt 2: Bei deiner Kasse anrufen
Ja, wirklich anrufen. E-Mails dauern ewig. Frag konkret: „Wie hoch ist der Zuschuss für einen zertifizierten Rauchentwöhnungskurs? Muss ich vor Kursbeginn einen Antrag stellen oder reicht die Rechnung nachher?“ Die Antworten unterscheiden sich je nach Kasse krass.

Schritt 3: Kurs buchen und Rechnung aufheben
Manche Kassen wollen eine Vorab-Genehmigung, die meisten nicht. Bei den meisten reichst du einfach nachher die Rechnung ein plus die Teilnahmebescheinigung vom Kursleiter. Aber: Die Rechnung muss auf deinen Namen ausgestellt sein, nicht auf den deines Partners. Klingt logisch, passiert aber ständig.

Schritt 4: Teilnahme dokumentieren
Lass dir nach jedem Termin unterschreiben, dass du da warst. Am Ende brauchst du eine Bescheinigung mit Stempel, dass du mindestens 80% dabei warst. Ohne die gibt’s kein Geld.

Schritt 5: Erstattungsantrag stellen
Meist gibt’s online ein Formular. Anhängen: Rechnung, Teilnahmebescheinigung, Kontoverbindung. Bei den meisten Kassen hast du das Geld innerhalb von 2-4 Wochen auf dem Konto.

Häufige Fehler die zur Ablehnung führen

Ehrlich gesagt: Die Krankenkassen suchen teilweise nach Gründen, nicht zu zahlen. Vermeide diese Fallen:

  • Kurs nicht zertifiziert (hab ich oben schon erwähnt, passiert aber am häufigsten)
  • Rechnung nicht im Original eingereicht (Kopien reichen oft nicht)
  • Teilnahmebescheinigung fehlt oder unvollständig
  • Antrag zu spät gestellt (manche Kassen haben eine Frist von 3 Monaten nach Kursende)
  • Zweiter Kurs im selben Jahr ohne Prüfung, ob die Kasse das überhaupt zahlt

Ich kenne jemanden, dessen Antrag abgelehnt wurde, weil die Teilnahmebescheinigung keinen Stempel hatte – nur eine Unterschrift. Sechs Wochen hin und her mit der Kasse, am Ende musste der Kursleiter eine neue Bescheinigung mit Stempel ausstellen. Nervig, aber vermeidbar.

Alternative Wege zur Finanzierung deiner Rauchentwöhnung

Was, wenn deine Kasse nicht zahlt oder nur wenig? Es gibt noch andere Optionen:

Betriebliche Gesundheitsförderung: Viele größere Arbeitgeber haben eigene Gesundheitsprogramme. Bei manchen Unternehmen kriegt man bis zu 300 Euro für Rauchentwöhnungskurse vom Arbeitgeber erstattet – zusätzlich zur Krankenkasse. Frag mal in der Personalabteilung nach.

Deutsche Rentenversicherung: Wenn du bereits gesundheitliche Einschränkungen durch’s Rauchen hast, kann die Rentenversicherung eine Reha mit integrierter Rauchentwöhnung zahlen. Das ist der Jackpot: 3 Wochen Klinik, alles bezahlt, inklusive professioneller Betreuung.

Selbstzahler-Optionen die sich lohnen: Manchmal ist selbst zahlen günstiger als gedacht. Online-Kurse kosten oft nur 50-100 Euro und sind genauso wirksam wie Präsenzkurse. Gute Nichtraucher-Apps gibt’s teilweise kostenlos oder für unter 30 Euro im Jahr.

Was du auf eigene Rechnung kaufen kannst

Nikotinersatzprodukte zahlt die gesetzliche Kasse wie gesagt meistens nicht. Aber: Die sind oft günstiger als weiterrauchen. Rechne mal: Eine Schachtel pro Tag kostet 2026 etwa 270 Euro im Monat. Ein Nikotinpflaster-Paket für zwei Monate liegt bei 50-80 Euro.

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Mein Tipp: Kombiniere Nikotinersatz mit einem kostenlosen oder günstigen Kurs. Die Nikotinersatztherapie hilft gegen die körperlichen Entzugssymptome, der Kurs gegen die psychische Abhängigkeit. Was die Daten sagen: Kombitherapie hat Erfolgsquoten von 25-35%, nur Nikotinersatz liegt bei 15-20%, nur Kurs bei 10-15%.

Lohnt sich ein Rauchentwöhnungskurs überhaupt?

Berechtigte Frage. Die Erfolgsquoten sind ehrlich gesagt nicht überragend. Studien zeigen: Nach einem Jahr sind noch etwa 15-25% der Teilnehmer rauchfrei. Klingt wenig, ist aber deutlich mehr als ohne Unterstützung (da liegt die Quote bei unter 5%).

Ich hab damals einen Kurs gemacht und bin nach drei Monaten rückfällig geworden. War das verschwendetes Geld? Nein, weil ich beim zweiten Anlauf – ein Jahr später – vieles aus dem Kurs anwenden konnte. Manchmal braucht’s halt mehrere Versuche. Ein Rückfall ist kein Scheitern, sondern Teil des Prozesses.

Was einen guten Kurs ausmacht:

  • Verhaltenstherapeutische Elemente (nicht nur Infos, sondern konkrete Strategien)
  • Gruppenaustausch (hilft bei der Motivation)
  • Notfallpläne für Situationen mit hohem Rückfallrisiko
  • Follow-up nach Kursende (die ersten Monate nach dem Kurs sind kritisch)

Ein reiner Informationskurs bringt dir nichts. Du weißt auch so, dass Rauchen ungesund ist. Was du brauchst, sind Werkzeuge für den Alltag. Wie gehst du mit dem Nikotinentzug um? Was machst du, wenn alle um dich rum rauchen? Wie vermeidest du Zunehmen nach dem Aufhören?

Online-Kurse vs. Präsenzkurse

Beides wird von den Kassen bezahlt, wenn zertifiziert. Aber was ist besser?

Online-Kurse sind flexibler. Du machst die Module, wann du Zeit hast. Gut für Leute mit unregelmäßigen Arbeitszeiten oder kleinen Kindern. Nachteil: Dir fehlt der direkte Austausch mit anderen. Ich persönlich brauch diese soziale Komponente.

Präsenzkurse haben den Vorteil, dass du dich mit anderen austauschen kannst, die genau das gleiche durchmachen. Das motiviert ungemein. Nachteil: Feste Termine, oft abends, und wenn der Kurs in deiner Stadt nicht gut ist, hast du Pech gehabt.

Mein Test-Ergebnis: Für Selbstdisziplinierte sind Online-Kurse absolut ausreichend. Wenn du zu Prokrastination neigst, nimm einen Präsenzkurs. Die festen Termine zwingen dich, am Ball zu bleiben.

Was tun wenn die Krankenkasse den Antrag ablehnt?

Passiert öfter als du denkst. Die Standard-Antwort ist: „Leider entspricht der Kurs nicht den Förderkriterien.“ Meistens Bullshit, wenn der Kurs zertifiziert ist.

So gehst du vor:

Schritt 1: Widerspruch einlegen
Du hast vier Wochen Zeit. Schreib einen formlosen Widerspruch: „Hiermit lege ich Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid vom [Datum] ein. Der Kurs [Name] ist nach §20 SGB V zertifiziert (siehe Anlage) und erfüllt alle Förderkriterien.“ Füge den Screenshot von der Prüfstelle-Website bei.

Schritt 2: Nachweise nachreichen
Oft fehlt einfach ein Dokument. Ruf an und frag konkret, was fehlt. Manchmal ist es nur der Stempel auf der Teilnahmebescheinigung.

Schritt 3: Eskalieren
Wenn der Widerspruch abgelehnt wird, kannst du zum Sozialgericht gehen. Das klingt drastisch, aber bei Summen von 150-200 Euro lohnt sich das oft nicht. Alternative: Ombudsstelle der Krankenkasse kontaktieren oder Beschwerde beim Patientenbeauftragten einreichen.

Ich kenne zwei Fälle, wo nach einem Widerspruch plötzlich doch gezahlt wurde. Die Kassen spekulieren manchmal darauf, dass du aufgibst. Tu’s nicht.

Spezialfälle: Schwangerschaft, chronische Erkrankungen, Jugendliche

Für bestimmte Gruppen gelten Sonderregeln bei der Kostenübernahme für die Rauchentwöhnung durch die Krankenkasse:

Schwangere: Hier sind die Kassen meist kulanter. Viele übernehmen auch nicht-zertifizierte Programme, wenn sie medizinisch empfohlen werden. Rauchen in der Schwangerschaft aufhören hat oberste Priorität, und das wissen auch die Kassen. Sprich mit deinem Frauenarzt über spezielle Programme.

COPD- oder Krebspatienten: Bei diagnostizierten tabakbedingten Erkrankungen läuft die Erstattung oft über die kurative Versorgung, nicht über Prävention. Das bedeutet: Der Arzt kann Medikamente verschreiben, und die Kasse zahlt. Hier lohnt sich definitiv ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt über Champix oder Zyban.

Jugendliche unter 18: Für Minderjährige gibt’s spezielle Programme. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet kostenlose Beratung an. Einige Kassen haben eigene Jugend-Kurse mit höheren Erfolgschancen.

Meine ehrliche Einschätzung nach dem Daten-Durchforsten

Nachdem ich alle Zahlen verglichen hab: Die Kostenübernahme bei der Rauchentwöhnung durch die Krankenkasse ist besser als ihr Ruf, aber schlechter als sie sein könnte. Die größte Hürde ist nicht das Geld, sondern das Informationschaos.

Was mich nervt: Die Kassen machen kaum aktiv Werbung für ihre Leistungen. Die meisten Raucher wissen gar nicht, dass sie Anspruch auf Förderung haben. Das ist so gewollt, denn jeder, der’s nicht beantragt, spart der Kasse Geld.

Was gut ist: Wenn du dich durchkämpfst und die Regeln befolgst, kriegst du dein Geld. Die Erfolgsquoten sind okay, nicht überragend, aber deutlich besser als ohne Unterstützung.

Mein Rat: Nutze die Kostenübernahme für einen zertifizierten Kurs. Das sind 75-200 Euro, die du geschenkt kriegst. Kombiniere das mit Nikotinersatz (selbst bezahlt, aber günstiger als weiterrauchen) und ner guten App für die Motivation.

Und wenn du nach Jahren des Rauchens aufhören willst: Ja, auch mit 60 lohnt sich das noch. Die positiven Effekte starten nach wenigen Stunden. Hier ist die komplette Timeline was in deinem Körper passiert.

Weitere Methoden die die Kasse (teilweise) zahlt

Neben klassischen Kursen gibt’s noch ein paar andere Ansätze, die manchmal erstattet werden:

Verhaltenstherapie: Wenn du eine diagnostizierte Nikotinabhängigkeit hast, können verhaltenstherapeutische Einzelsitzungen über die normale Krankenversicherung laufen (nicht über Prävention). Du brauchst eine Überweisung vom Hausarzt zum Psychotherapeuten. Die Erfolgsquoten sind hier mit 30-40% am höchsten.

Hypnose: Rauchentwöhnung durch Hypnose wird von manchen Kassen als Präventionskurs anerkannt, wenn der Hypnosetherapeut die entsprechende Zertifizierung hat. Das ist aber die Ausnahme, nicht die Regel. Kosten ohne Erstattung: 150-400 Euro für eine Sitzung.

Akupunktur: Akupunktur gegen Rauchen zahlen nur sehr wenige Kassen. Die Studienlage ist dünn. Wenn, dann über Zusatzversicherungen für Naturheilverfahren. Kosten: 50-100 Euro pro Sitzung, meist werden 5-10 Sitzungen empfohlen.

Was die Daten sagen: Die Evidenz für Hypnose und Akupunktur ist schwach. Kombitherapie (Verhaltenstherapie + Nikotinersatz) ist wissenschaftlich deutlich besser belegt. Wenn du trotzdem alternative Methoden probieren willst, ist das okay – aber verlasse dich nicht nur darauf.

Häufig gestellte Fragen zur Kostenübernahme

Wie oft im Jahr zahlt die Krankenkasse einen Rauchentwöhnungskurs?

Die meisten gesetzlichen Krankenkassen übernehmen ein bis zwei zertifizierte Präventionskurse pro Jahr. Die TK, Barmer und DAK zahlen zwei Kurse, die meisten AOKs nur einen. Private Kassen haben individuelle Regelungen – da musst du in deinen Versicherungsunterlagen nachschauen oder direkt nachfragen.

Werden Nikotinpflaster und Nikotinkaugummi von der Krankenkasse bezahlt?

Bei den gesetzlichen Krankenkassen normalerweise nicht. Die übernehmen nur Präventionskurse, keine Arzneimittel zur Rauchentwöhnung. Ausnahme: Wenn ein Arzt die Produkte als Therapie verschreibt und du eine diagnostizierte Nikotinabhängigkeit mit Krankheitswert hast, zahlen manche Kassen anteilig. Private Kassen erstatten Nikotinersatzprodukte teilweise, das ist aber tarifabhängig. Nachfragen lohnt sich.

Muss ich den Kurs vor Beginn beantragen oder reicht die Rechnung nachher?

Bei den meisten Kassen reicht es, wenn du nach dem Kurs die Rechnung plus Teilnahmebescheinigung einreichst. Manche Kassen (z.B. einige BKKs) wollen eine Vorab-Genehmigung. Ruf vorher kurz an und frag nach. Wenn du ohne Vorab-Genehmigung startest und deine Kasse will eine, kriegst du nichts erstattet – auch wenn der Kurs zertifiziert ist.

Kann ich einen Rauchentwöhnungskurs steuerlich absetzen?

Wenn du die Kosten selbst getragen hast (also keine Erstattung von der Krankenkasse bekommen hast), kannst du den Kurs als außergewöhnliche Belastung absetzen – aber nur, wenn er medizinisch notwendig war und du ein ärztliches Attest hast. Reine Prävention erkennt das Finanzamt meist nicht an. In der Praxis ist das also schwierig. Die Krankenkassen-Erstattung ist der realistischere Weg.

Was passiert wenn ich den Kurs abbreche – muss ich das Geld zurückzahlen?

Nein, zurückzahlen musst du nichts. Aber: Du kriegst nur dann Geld von der Kasse, wenn du mindestens 80% der Termine wahrgenommen hast. Wenn du bei einem 8-Wochen-Kurs nur dreimal da warst, gibt’s keine Erstattung. Die Krankenkasse zahlt nur, wenn du den Kurs auch wirklich gemacht hast – logisch eigentlich. Also: Wenn du anfängst, zieh es durch.

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Zum Schluss noch ein ehrliches Wort: Die Krankenkasse kann dir finanziell helfen, aber aufhören musst du selbst. Kein Kurs, kein Pflaster, keine App ersetzt deinen Willen. Aber wenn die Unterstützung da ist und teilweise oder ganz bezahlt wird – warum nicht nutzen? Du hast dir die Beiträge über Jahre erarbeitet. Hol dir zurück, was dir zusteht.

Wenn du noch mehr Inspiration brauchst: Hier sind 30 Gründe mit dem Rauchen aufzuhören – für die Tage, an denen die Motivation fehlt. Und hier ist der ultimative Guide für d

Stefan Neumann
Über den Autor

Stefan Neumann

Stefan ist App-Tester und Daten-Nerd. Er vergleicht Nichtraucher-Apps, analysiert Studien und rechnet vor, wie viel Geld und Lebenszeit du sparst. Wenn es eine Zahl dazu gibt, hat Stefan sie parat.