Der Fagerström-Test ist der weltweit anerkannte medizinische Standard-Test für Nikotinabhängigkeit. 6 Fragen, 2 Minuten – und du weißt, wo du stehst.
Der Fagerström-Test für Nikotinabhängigkeit
Wie stark ist deine Abhängigkeit von Nikotin wirklich? Der Fagerström-Test for Nicotine Dependence (FTND) ist der weltweit anerkannte medizinische Standardtest, um den Grad der körperlichen Nikotinabhängigkeit zu bestimmen. Er wird von Ärzten und Therapeuten eingesetzt und hilft dir, deine persönliche Situation besser einzuschätzen.
Der Test besteht aus 6 kurzen Fragen und dauert nur etwa 2 Minuten. Beantworte jede Frage ehrlich – es gibt kein Richtig oder Falsch. Am Ende erhältst du sofort dein Ergebnis mit einer persönlichen Einschätzung und passenden Empfehlungen.
Dieser Test dient der Selbsteinschätzung und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn du mit dem Rauchen aufhören möchtest, sprich gerne mit deinem Arzt oder deiner Ärztin über die für dich passenden Möglichkeiten.
Was ist der Fagerström-Test?
Der Fagerström-Test für Nikotinabhängigkeit (englisch: Fagerström Test for Nicotine Dependence, kurz FTND) ist ein wissenschaftlich validierter Fragebogen, der den Grad deiner körperlichen Abhängigkeit von Nikotin misst. Der Test wurde 1978 vom schwedischen Psychologen Karl-Olov Fagerström entwickelt und 1991 in seiner heutigen Form überarbeitet. Seitdem gilt er weltweit als Goldstandard zur Beurteilung der Nikotinabhängigkeit.
Sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die deutschen S3-Leitlinien zur Tabakentwöhnung empfehlen den Fagerström-Test als erstes diagnostisches Werkzeug bei der Raucherberatung. Ärzte, Therapeuten und Suchtberater auf der ganzen Welt setzen ihn ein, um einzuschätzen, wie stark die körperliche Bindung an Nikotin bei einem Patienten ausgeprägt ist – und welche Behandlung am besten passt.
Wichtig zu verstehen: Der Fagerström-Test misst gezielt die physische (körperliche) Nikotinabhängigkeit – also wie stark dein Körper an die regelmäßige Nikotinzufuhr gewöhnt ist. Er erfasst nicht die psychologische Abhängigkeit, also die Gewohnheiten, emotionalen Verbindungen und Rituale rund ums Rauchen. Beides zusammen ergibt das vollständige Bild deiner Abhängigkeit. Die körperliche Komponente ist jedoch entscheidend für die Wahl der richtigen Methode zum Aufhören, denn sie bestimmt maßgeblich, welche Entzugssymptome dich erwarten und ob du möglicherweise medikamentöse Unterstützung brauchst.
Warum solltest du den Rauchertest machen?
Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Veränderung. Viele Raucherinnen und Raucher schätzen ihre eigene Abhängigkeit falsch ein – manche unterschätzen sie, andere überschätzen sie. Beides kann dazu führen, dass der Rauchstopp mit der falschen Strategie angegangen wird und scheitert. Der Fagerström-Test gibt dir in nur zwei Minuten eine objektive Einschätzung, wo du wirklich stehst.
Wenn du deinen Abhängigkeitsgrad kennst, kannst du die passende Aufhörmethode wählen. Bei einer geringen Abhängigkeit reicht möglicherweise die Schlusspunkt-Methode aus. Bei einer stärkeren Abhängigkeit erhöht eine Nikotinersatztherapie oder ein zertifizierter Nichtraucherkurs deine Erfolgschancen erheblich. Genau diese Entscheidung treffen auch Ärzte auf Basis des Fagerström-Tests, wenn sie einen Behandlungsplan erstellen.
Studien zeigen, dass Raucherinnen und Raucher, die ihren Abhängigkeitsgrad kennen, signifikant höhere Erfolgsquoten beim Aufhören haben. Der Grund ist einfach: Wer weiß, was ihn erwartet, kann sich besser vorbereiten. Und wer die richtige Unterstützung wählt, hat weniger mit überwältigenden Entzugserscheinungen zu kämpfen.
Ein wichtiger Hinweis: Ein niedriger Wert bedeutet nicht, dass das Aufhören ein Kinderspiel wird – denn die psychologische Abhängigkeit und Gewohnheiten spielen ebenfalls eine große Rolle. Genauso bedeutet ein hoher Wert nicht, dass du es nicht schaffen kannst. Im Gegenteil: Gerade bei starker Abhängigkeit gibt es besonders wirksame Hilfsmittel, die den Unterschied machen.
Wie wird der Fagerström-Test ausgewertet?
Der Fagerström-Test besteht aus 6 Fragen, die zusammen eine Punktzahl von 0 bis 10 ergeben. Je höher die Punktzahl, desto stärker ist deine körperliche Abhängigkeit von Nikotin. Die Ergebnisse werden in fünf Stufen eingeteilt:
- 0–2 Punkte: Geringe Abhängigkeit
- 3–4 Punkte: Geringe bis mittlere Abhängigkeit
- 5 Punkte: Mittlere Abhängigkeit
- 6–7 Punkte: Starke Abhängigkeit
- 8–10 Punkte: Sehr starke Abhängigkeit
Bedenke dabei, dass die körperliche Abhängigkeit nur ein Faktor unter mehreren ist. Deine persönliche Motivation, dein soziales Umfeld, tief verankerte Gewohnheiten und deine allgemeine Lebenssituation spielen beim Rauchstopp mindestens genauso wichtige Rollen. Der Fagerström-Test ist ein hervorragender Startpunkt – aber er zeigt nur einen Teil des Gesamtbildes.
Beantworte jetzt die folgenden 6 Fragen ehrlich und erfahre sofort, wie stark deine körperliche Nikotinabhängigkeit ist:
Die 5 Stufen der Nikotinabhängigkeit im Detail
Nachdem du den Fagerström-Test gemacht hast, fragst du dich vielleicht, was dein Ergebnis genau für dich bedeutet. Hier erfährst du im Detail, was hinter jeder Stufe steckt – und welche Schritte am besten zu deiner Situation passen.
Stufe 1: Geringe Abhängigkeit (0–2 Punkte)
Bei einer geringen körperlichen Abhängigkeit hat sich dein Körper noch nicht stark an das Nikotin gewöhnt. Du rauchst wahrscheinlich eher situationsbedingt – zum Beispiel beim Ausgehen, in Gesellschaft oder in bestimmten Stressmomenten. Die Entzugssymptome sind in der Regel mild: leichte Reizbarkeit, gelegentliches Verlangen und vielleicht etwas Unruhe in den ersten Tagen. Die meisten Symptome klingen innerhalb einer Woche deutlich ab.
Empfohlene Methoden: Die Schlusspunkt-Methode (von heute auf morgen aufhören) hat bei geringer Abhängigkeit die besten Erfolgsquoten. Auch Verhaltensstrategien und Ablenkungstechniken sind oft ausreichend. Eine medikamentöse Unterstützung ist in der Regel nicht notwendig.
Stufe 2: Geringe bis mittlere Abhängigkeit (3–4 Punkte)
Dein Körper hat sich an die regelmäßige Nikotinzufuhr gewöhnt, aber die Abhängigkeit ist noch überschaubar. Du spürst wahrscheinlich schon ein deutliches Verlangen nach der nächsten Zigarette, besonders in gewohnten Rauchsituationen. Beim Aufhören kannst du mit moderaten Entzugserscheinungen rechnen: Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen, gesteigerter Appetit und ein spürbares, aber beherrschbares Rauchverlangen.
Empfohlene Methoden: Eine Kombination aus Verhaltensänderung und leichter Nikotinersatztherapie (z. B. Nikotinkaugummis oder -lutschtabletten bei Bedarf) kann den Übergang erleichtern. Auch ein zertifizierter Nichtraucherkurs ist in dieser Stufe eine ausgezeichnete Wahl.
Stufe 3: Mittlere Abhängigkeit (5 Punkte)
Bei einer mittleren Abhängigkeit ist Nikotin bereits ein fester Bestandteil deines Alltags. Dein Körper erwartet in regelmäßigen Abständen seine Nikotindosis, und du merkst deutlich, wenn diese ausbleibt. Die Entzugserscheinungen können hier spürbar sein: starkes Rauchverlangen, Nervosität, Reizbarkeit, Kopfschmerzen und Schlafprobleme. Die intensivste Phase dauert meist 3 bis 7 Tage, danach wird es schrittweise besser.
Empfohlene Methoden: Eine Nikotinersatztherapie (Pflaster, Kaugummi oder Spray) wird in dieser Stufe dringend empfohlen, um die Entzugserscheinungen abzufedern. In Kombination mit einem strukturierten Programm oder einer professionellen Begleitung steigen deine Erfolgschancen deutlich.
Stufe 4: Starke Abhängigkeit (6–7 Punkte)
Eine starke Abhängigkeit zeigt, dass dein Körper intensiv auf Nikotin angewiesen ist. Du rauchst wahrscheinlich gleichmäßig über den gesamten Tag verteilt und greifst auch in ungünstigen Situationen zur Zigarette. Die Entzugssymptome bei einem kalten Entzug können intensiv sein: starkes, anhaltendes Verlangen, ausgeprägte Reizbarkeit, depressive Verstimmungen, Konzentrationsprobleme und körperliches Unwohlsein. Ohne Unterstützung kann diese Phase bis zu zwei Wochen dauern.
Empfohlene Methoden: Sprich unbedingt mit deinem Arzt oder deiner Ärztin. Eine Nikotinersatztherapie in höherer Dosierung oder verschreibungspflichtige Medikamente wie Vareniclin (Champix) können die Entzugssymptome deutlich lindern und die Erfolgsquote verdoppeln bis verdreifachen.
Stufe 5: Sehr starke Abhängigkeit (8–10 Punkte)
Bei einer sehr starken Abhängigkeit ist dein Körper maximal an Nikotin gewöhnt. Du rauchst wahrscheinlich bereits kurz nach dem Aufwachen, viel und gleichmäßig über den Tag – und selbst wenn du krank bist. Die Entzugserscheinungen ohne medikamentöse Unterstützung können sehr belastend sein und umfassen intensives Verlangen, starke Stimmungsschwankungen, Angstzustände, Schlaflosigkeit und körperliche Beschwerden wie Schwindel oder Magen-Darm-Probleme.
Empfohlene Methoden: Eine professionelle Begleitung ist in dieser Stufe besonders wichtig und wirksam. Die Kombination aus verschreibungspflichtigen Medikamenten (z. B. Vareniclin) und einer Verhaltenstherapie oder einem Nichtraucherkurs zeigt bei stark abhängigen Rauchern die besten Ergebnisse. Denk daran: Gerade bei hoher Abhängigkeit sind die gesundheitlichen Vorteile des Aufhörens besonders groß.
Häufige Fragen zum Rauchertest
Kann ich den Fagerström-Test auch als E-Zigaretten-Nutzer machen?
Ja, du kannst den Test auch als E-Zigaretten-Nutzer durchführen. Ersetze dabei einfach gedanklich das Wort „Zigarette“ durch „E-Zigarette“ bzw. „Rauchen“ durch „Dampfen“. Da die meisten E-Zigaretten ebenfalls Nikotin enthalten, misst der Test auch hier deine körperliche Abhängigkeit. Beachte jedoch, dass der Test ursprünglich für herkömmliche Zigaretten entwickelt wurde und die Ergebnisse bei E-Zigaretten als Orientierung, nicht als exakte Diagnose zu verstehen sind.
Mein Ergebnis ist hoch – bin ich ein hoffnungsloser Fall?
Auf keinen Fall! Ein hoher Wert im Fagerström-Test bedeutet lediglich, dass dein Körper eine starke körperliche Abhängigkeit entwickelt hat. Das sagt nichts darüber aus, ob du es schaffen kannst, aufzuhören. Millionen von ehemals stark abhängigen Rauchern sind heute rauchfrei – viele von ihnen hatten einen Fagerström-Wert von 8, 9 oder sogar 10. Der Unterschied liegt in der richtigen Unterstützung: Mit medikamentöser Hilfe und professioneller Begleitung haben auch stark abhängige Raucher hervorragende Chancen, dauerhaft aufzuhören.
Beeinflusst die Anzahl der Raucherjahre das Ergebnis?
Nein, der Fagerström-Test misst deine aktuelle körperliche Abhängigkeit, nicht deine Rauchgeschichte. Jemand, der seit 30 Jahren raucht, kann einen niedrigeren Wert haben als jemand, der erst seit 5 Jahren raucht – entscheidend ist, wie stark dein Körper jetzt an Nikotin gewöhnt ist. Die Anzahl der Raucherjahre beeinflusst allerdings andere gesundheitliche Faktoren, weshalb ein Gespräch mit deinem Arzt in jedem Fall sinnvoll ist.
Soll ich mein Testergebnis meinem Arzt zeigen?
Ja, das ist sogar sehr empfehlenswert! Dein Fagerström-Ergebnis hilft deinem Arzt oder deiner Ärztin, die passende Behandlung für dich zu finden. Viele Ärzte führen diesen Test ohnehin durch, wenn du sie auf das Thema Rauchentwöhnung ansprichst. Wenn du dein Ergebnis bereits mitbringst, spart das Zeit und zeigt, dass du dich aktiv mit dem Thema auseinandersetzt. Notiere dir einfach deine Punktzahl und die Antworten auf die einzelnen Fragen.
Wie oft sollte ich den Rauchertest wiederholen?
Es ist sinnvoll, den Test vor einem Aufhörversuch durchzuführen, um deine Ausgangslage zu kennen. Wenn du bereits dabei bist, das Rauchen zu reduzieren, kannst du den Test nach einigen Wochen wiederholen, um deine Fortschritte zu sehen. Auch nach einem Rückfall kann eine erneute Durchführung hilfreich sein, um deine aktuelle Situation neu einzuschätzen und die Strategie anzupassen.
Dein nächster Schritt nach dem Rauchertest
Du hast den Fagerström-Test gemacht – das ist bereits ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Denn allein die Tatsache, dass du dich mit deiner Abhängigkeit auseinandersetzt, zeigt, dass du bereit für eine Veränderung bist. Jetzt geht es darum, das Wissen über deinen Abhängigkeitsgrad in konkrete Schritte umzusetzen.
Hier sind die besten Ressourcen, die dir jetzt weiterhelfen:
- Rauchen aufhören: Die 7 besten Methoden im Überblick – Finde die Methode, die am besten zu deinem Abhängigkeitsgrad und deiner Lebenssituation passt.
- Nikotinersatztherapie: Pflaster, Kaugummi oder Spray? – Besonders relevant, wenn dein Testergebnis im mittleren bis hohen Bereich liegt.
- Zertifizierte Nichtraucherkurse im Vergleich – Professionelle Begleitung, die von vielen Krankenkassen bezuschusst wird.
- Nichtraucher-Rechner: So viel Geld sparst du – Berechne, wie viel Geld du als Nichtraucher sparst – oft eine zusätzliche Motivation.
Egal, ob dein Ergebnis niedrig oder hoch ausgefallen ist: Jeder einzelne Tag ohne Zigarette ist ein Gewinn für deine Gesundheit. Bereits 20 Minuten nach der letzten Zigarette beginnt sich dein Körper zu erholen. Nach einem Jahr halbiert sich dein Risiko für Herzerkrankungen. Du hast es in der Hand – und wir begleiten dich gerne auf diesem Weg.