Als ich mit 28 meine letzte Zigarette ausdrückte, hatte ich keine Ahnung, was in den nächsten Stunden und Wochen in meinem Körper passieren würde. Heute weiß ich: Die Regeneration beginnt schneller als die meisten denken – und sie ist deutlich spürbarer.
Die Frage „Was passiert, wenn man aufhört zu rauchen?“ beschäftigt jeden, der mit dem Gedanken spielt, endlich aufzuhören. Die gute Nachricht: Dein Körper ist ein Wunder an Regenerationsfähigkeit. Selbst nach jahrzehntelangem Rauchen beginnt die Erholung innerhalb von Minuten.
In diesem Artikel zeige ich dir die komplette Timeline – medizinisch fundiert, aber so erklärt, dass jeder sie versteht. Von den ersten 20 Minuten bis zu 15 Jahren danach. Und ich sage dir auch ehrlich, welche Phasen hart werden.
Die ersten 24 Stunden: Der Körper fährt hoch
Was in den ersten Stunden geschieht, wenn man mit dem Rauchen aufhört, ist ziemlich beeindruckend. Medizinisch gesehen startet die Regeneration sofort – auch wenn du davon noch nicht viel merkst.
Nach 20 Minuten: Puls und Blutdruck normalisieren sich
Schon 20 Minuten nach der letzten Zigarette sinkt dein Puls auf Normalwerte. Der Blutdruck, der durch jede Zigarette kurzfristig ansteigt, stabilisiert sich. Deine Hände und Füße werden besser durchblutet – manche spüren das als leichtes Kribbeln.
Was das für dich bedeutet: Dein Herz-Kreislauf-System entspannt sich bereits. Die Belastung lässt nach.
Nach 8 Stunden: Kohlenmonoxid verschwindet
Jetzt wird’s richtig gut: Der Kohlenmonoxid-Spiegel in deinem Blut halbiert sich. Kohlenmonoxid aus dem Zigarettenrauch blockiert die Sauerstofftransport-Fähigkeit deines Blutes – nach 8 Stunden ist diese Blockade zur Hälfte aufgehoben.
Gleichzeitig steigt der Sauerstoffgehalt im Blut auf normale Werte. Deine Organe werden wieder besser mit Sauerstoff versorgt. Manche berichten, dass sie sich weniger erschöpft fühlen – andere merken davon noch nichts.
Nach 12 Stunden: Das Kohlenmonoxid ist komplett weg
Spätestens nach 12 Stunden hat dein Körper das giftige Kohlenmonoxid vollständig abgebaut. Dein Blut transportiert jetzt wieder normal viel Sauerstoff. Das ist ein echter Meilenstein, auch wenn du ihn nicht direkt spürst.
Nach 24 Stunden: Das Herzinfarkt-Risiko sinkt bereits
Hier kommt eine Zahl, die mich selbst überrascht hat: Schon nach einem Tag sinkt dein Herzinfarkt-Risiko messbar. Nicht dramatisch, aber nachweisbar. Was die Forschung zeigt: Jeder rauchfreie Tag zählt – vom ersten Tag an.
Ehrlich gesagt hatte ich nach 24 Stunden hauptsächlich Entzugserscheinungen gespürt. Gereizt, unruhig, ständig ans Rauchen gedacht. Dass gleichzeitig mein Herzinfarkt-Risiko bereits sank, hat mich durchgehalten.
Die ersten 2 Wochen: Die härteste Phase
Jetzt kommt der schwierigste Teil. Die körperliche Nikotinentzugsphase. Was im Körper passiert, wenn man aufhört zu rauchen, ist in dieser Phase besonders intensiv – und leider auch am unangenehmsten.
Nach 2-3 Tagen: Der Nikotinspiegel ist bei null
Nach etwa 48 bis 72 Stunden ist das Nikotin komplett aus deinem Körper verschwunden. Das hört sich erst mal gut an. Tatsächlich ist es der Moment, in dem die Entzugserscheinungen ihren Höhepunkt erreichen.
Typische Symptome in dieser Phase:
- Starkes Rauchverlangen (die „Schmacht-Attacken“)
- Gereiztheit und Ungeduld
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Schlafstörungen
- Unruhe und Nervosität
- Gesteigerter Appetit
Bei mir waren die ersten drei Tage echt hart. Ich war so gereizt, dass mein Partner mich fast nicht mehr ansprechen konnte. Und ich hatte ständig Hunger – auf alles, nur nicht auf gesundes Zeug.
Die gute Nachricht: Diese Phase geht vorbei. Die körperliche Abhängigkeit ist nach spätestens zwei Wochen durch. Danach ist alles Kopfsache.
Nach 3 Tagen: Geschmack und Geruch kehren zurück
Parallel zum Entzug regenerieren sich deine Geschmacks- und Geruchsnerven. Rauchen betäubt diese Sinne regelrecht. Nach etwa drei Tagen fangen sie an, wieder normal zu funktionieren.
Was das praktisch bedeutet: Essen schmeckt plötzlich intensiver. Parfüm riecht stärker. Und ja, du bemerkst auch unangenehme Gerüche deutlicher – einschließlich dem Gestank von kaltem Rauch an Rauchern.
Das war für mich ein zweischneidiges Schwert. Einerseits hat Essen mehr Spaß gemacht (weshalb viele zunehmen). Andererseits habe ich gemerkt, wie sehr ich nach Rauch gestunken haben musste.
Hilft gegen akute Schmacht-Attacken in den ersten kritischen Wochen. Schnelle Nikotinaufnahme bei starkem Verlangen.
Nach 1 Woche: Die Lunge beginnt sich zu reinigen
Nach etwa einer Woche starten die Selbstreinigungsmechanismen deiner Lunge. Die Flimmerhärchen in den Bronchien, die durch das Rauchen gelähmt waren, fangen wieder an zu arbeiten. Sie transportieren Schleim und Schadstoffe nach oben.
Das merkst du meistens durch verstärkten Husten und vermehrten Auswurf. Klingt erst mal nicht toll, ist aber ein gutes Zeichen. Deine Lunge räumt auf. Dieser „Raucherhusten“ kann paradoxerweise nach dem Aufhören zunächst schlimmer werden – verschwindet dann aber nach einigen Wochen.
Nach 2 Wochen: Die körperliche Nikotinsucht ist überwunden
Nach etwa 10 bis 14 Tagen hat dein Körper sich an das Leben ohne Nikotin gewöhnt. Die körperliche Abhängigkeit ist durchbrochen. Die Entzugserscheinungen lassen deutlich nach.
Was jetzt bleibt, ist die psychische Abhängigkeit. Die Rituale. Die Gewohnheiten. Der Kaffee, nach dem du „eigentlich“ eine Zigarette rauchen würdest. Die Situationen, in denen das Rauchen fest verankert war.
Medizinisch gesehen: Die körperliche Abhängigkeit ist nach 2-3 Wochen vorbei – danach ist alles Kopfsache. Diese Erkenntnis hat mir damals geholfen. Wenn ich nach vier Wochen noch Verlangen hatte, wusste ich: Das ist nicht mein Körper, der Nikotin braucht. Das ist mein Kopf, der an einer Gewohnheit festhält.
Genau hier helfen verhaltenstherapeutische Ansätze gut. Mehr dazu in meinem Artikel über Verhaltenstherapie bei Nikotinsucht.
Die ersten 3 Monate: Spürbare Verbesserungen
Nach den ersten harten Wochen wird es deutlich angenehmer. Was im Körper passiert, wenn man mit dem Rauchen aufhört, wird jetzt auch für dich selbst spürbar.
Nach 1 Monat: Lungenfunktion verbessert sich um 30%
Nach etwa vier Wochen hat sich deine Lungenfunktion bereits um bis zu 30 Prozent verbessert. Du bekommst bei körperlicher Anstrengung besser Luft. Treppensteigen fällt leichter. Sport wird weniger anstrengend.
Die Selbstreinigung der Lunge läuft auf Hochtouren. Der Raucherhusten sollte jetzt langsam nachlassen. Falls er anhält oder mit Blut im Auswurf einhergeht – sofort zum Arzt. Das ist zwar selten, sollte aber abgeklärt werden.
Nach 6 Wochen: Das akute Rauchverlangen wird seltener
Die Häufigkeit der Schmacht-Attacken nimmt deutlich ab. Statt mehrmals pro Stunde kommen sie vielleicht noch ein paar Mal am Tag. Und sie sind weniger intensiv und kürzer.
Wichtig zu verstehen: Verlangen wird vermutlich noch lange auftreten – gerade in bestimmten Situationen. Aber es wird kürzer und schwächer. Nach etwa drei Minuten ist der Impuls meistens vorbei.
Das Buch verändert deine Perspektive aufs Rauchen. Viele berichten, dass allein das Lesen ihnen beim Aufhören geholfen hat.
Nach 3 Monaten: Kreislauf und Lungenfunktion stabilisieren sich
Nach etwa drei Monaten haben sich Kreislauf und Lungenfunktion deutlich verbessert. Viele berichten von einem spürbaren Energieschub. Du bist weniger schnell erschöpft. Die Ausdauer steigt.
Was die Forschung zeigt: Nach drei Monaten ist auch das Rückfallrisiko deutlich gesunken. Wer diese Phase durchhält, hat gute Chancen, dauerhaft rauchfrei zu bleiben.
Bei mir war das der Moment, in dem ich wirklich gemerkt habe: Das war die richtige Entscheidung. Ich konnte wieder joggen, ohne nach fünf Minuten nach Luft zu schnappen. Meine Haut sah besser aus. Ich hatte mehr Energie.
Das erste Jahr: Die großen Veränderungen
Im ersten Jahr geschehen die dramatischsten Veränderungen. Was im Körper passiert, wenn man aufhört zu rauchen, wird in dieser Phase richtig sichtbar – sowohl innerlich als auch äußerlich.
Nach 6 Monaten: Deutliche Regeneration der Lunge
Nach einem halben Jahr sind die Flimmerhärchen in deiner Lunge wieder voll funktionsfähig. Die Selbstreinigung funktioniert wieder normal. Das Infektionsrisiko sinkt – Erkältungen und Bronchitiden werden seltener und verlaufen milder.
Viele Ex-Raucher berichten, dass sie nach einem halben Jahr zum ersten Mal seit Jahren keine Bronchitis im Winter hatten. Die Lunge ist deutlich widerstandsfähiger.
Nach 9 Monaten: Der Raucherhusten ist weg
Nach etwa neun Monaten sollte der chronische Raucherhusten vollständig verschwunden sein. Falls du immer noch hustest, solltest du das ärztlich abklären lassen. In den meisten Fällen ist die Lunge jetzt wieder so sauber, dass der morgendliche Hustenreiz wegfällt.
Nach 1 Jahr: Herzinfarkt-Risiko halbiert sich
Das ist eine richtig gute Nachricht: Nach einem Jahr ist dein Herzinfarkt-Risiko nur noch halb so hoch wie das eines Rauchers. Dein Herz-Kreislauf-System hat sich deutlich erholt.
Was das für dich bedeutet: Ein Jahr rauchfrei macht einen massiven Unterschied für deine Herzgesundheit. Das motiviert, dran zu bleiben.
Nach einem Jahr habe ich aufgehört zu zählen. Ich fühlte mich nicht mehr als „Ex-Raucherin, die gerade aufgehört hat“, sondern einfach als Nichtraucherin. Das Rauchverlangen kam nur noch in ganz bestimmten Situationen – nach einem Glas Wein, bei Stress, wenn andere rauchten.
Die Langzeit-Regeneration: 5 bis 15 Jahre
Die langfristigen Veränderungen sind noch beeindruckender. Dein Körper erholt sich über Jahre hinweg – selbst nach jahrzehntelangem Rauchen.
Nach 5 Jahren: Schlaganfall-Risiko normalisiert sich
Nach etwa fünf Jahren rauchfrei ist dein Schlaganfall-Risiko wieder so niedrig wie das eines Nichtrauchers. Auch das Risiko für Mund-, Rachen- und Speiseröhrenkrebs halbiert sich in diesem Zeitraum.
Medizinisch gesehen ist das bemerkenswert: Selbst schwere Schäden durch jahrelanges Rauchen können sich teilweise zurückbilden.
Nach 10 Jahren: Lungenkrebs-Risiko halbiert sich
Nach zehn Jahren ist dein Risiko für Lungenkrebs etwa halb so hoch wie das eines Rauchers. Es normalisiert sich zwar nie komplett auf das Niveau eines Menschen, der nie geraucht hat – aber die Verbesserung ist deutlich.
Auch das Risiko für Kehlkopf- und Bauchspeicheldrüsenkrebs sinkt erheblich.
Nach 15 Jahren: Herzinfarkt-Risiko wie bei einem Nichtraucher
Nach 15 Jahren rauchfrei ist dein Herzinfarkt-Risiko wieder auf dem Niveau eines lebenslangen Nichtrauchers. Dein Herz-Kreislauf-System hat sich vollständig erholt.
Das zeigt: Es ist nie zu spät aufzuhören. Selbst wer Jahrzehnte geraucht hat, profitiert noch enorm vom Rauchstopp. Mehr dazu in meinem Artikel Nach 30 Jahren Rauchen aufhören: Lohnt sich das noch?.
Die Timeline im Überblick: Von 20 Minuten bis 15 Jahren
Hier nochmal die komplette Regenerations-Timeline in Kurzform:
- Nach 20 Minuten: Puls und Blutdruck normalisieren sich
- Nach 8 Stunden: Kohlenmonoxid-Spiegel halbiert sich, Sauerstoff im Blut steigt
- Nach 24 Stunden: Herzinfarkt-Risiko beginnt zu sinken
- Nach 2 Tagen: Geschmacks- und Geruchsnerven regenerieren sich
- Nach 3 Tagen: Nikotin ist komplett aus dem Körper, Entzug am stärksten
- Nach 2 Wochen: Körperliche Nikotinsucht überwunden, Kreislauf verbessert sich
- Nach 1 Monat: Lungenfunktion um bis zu 30% verbessert
- Nach 3 Monaten: Kreislauf und Lungenfunktion deutlich stabiler
- Nach 6 Monaten: Flimmerhärchen in der Lunge voll funktionsfähig
- Nach 9 Monaten: Raucherhusten verschwunden
- Nach 1 Jahr: Herzinfarkt-Risiko halbiert
- Nach 5 Jahren: Schlaganfall-Risiko normalisiert, Krebsrisiko halbiert
- Nach 10 Jahren: Lungenkrebs-Risiko halbiert
- Nach 15 Jahren: Herzinfarkt-Risiko wie bei Nichtrauchern
Was hilft in welcher Phase? Meine Empfehlungen
Die Frage ist nicht nur, was im Körper passiert, wenn man mit dem Rauchen aufhört – sondern auch: Wie kommt man durch die schwierigen Phasen? Hier meine Empfehlungen, sortiert nach Regenerationsphase.
Die ersten 3 Tage: Akuthilfe gegen Entzug
In dieser Phase brauchst du schnelle Hilfe gegen die körperlichen Entzugserscheinungen. Hier taugen Nikotinersatzprodukte echt was:
Mein Favorit für diese Phase: Nikotinspray
Wirkt innerhalb von 60 Sekunden. Bei akuter Schmacht kannst du es gezielt einsetzen. Mehr Infos in meinem Nikotinspray Test.
Schnellste Wirkung aller Nikotinersatzprodukte. Ideal für akute Schmacht-Attacken in den ersten kritischen Tagen.
Gute Alternative: Nikotinpflaster
Sorgt für eine konstante Grundversorgung mit Nikotin und verhindert starke Entzugserscheinungen. Kombiniert mit Spray oder Kaugummi für Spitzen funktioniert das gut. Details in meinem Nikotinpflaster Test 2026.
Okay, aber nicht mein Favorit: Nikotinkaugummi
Hilft auch, aber die Anwendung ist gewöhnungsbedürftig. Man muss das Kaugummi richtig kauen – langsam, mit Pausen. Viele machen das falsch und wundern sich, warum es nicht wirkt. Mehr dazu: Nikotinkaugummi Test.
Woche 1-2: Durchhalten und Ablenkung
In dieser Phase ist die psychische Komponente fast wichtiger als die körperliche. Du brauchst Strategien gegen das Verlangen und gegen die Langeweile, die entsteht, wenn die Rauchpausen wegfallen.
Was mir geholfen hat: Eine Nichtraucher-App
Klingt banal, aber die tägliche Motivation und die Statistiken haben mich durchgehalten. Zu sehen, wie viel Geld ich spare und wie sich meine Gesundheit verbessert, war jeden Tag ein kleiner Motivationsschub. Meine Empfehlungen: Nichtraucher-Apps im Test 2026.
Auch gut: Sport als Ersatzritual
Nach zwei Wochen ist deine Lungenfunktion schon deutlich besser. Sport lenkt ab, produziert Glückshormone und gibt dir ein gutes Gefühl. Außerdem hilft es gegen die gefürchtete Gewichtszunahme. Mehr Tipps: Sport nach dem Rauchstopp.
Monat 1-3: Alte Muster durchbrechen
Jetzt geht’s ans Eingemachte: Die Gewohnheiten ändern. Die Situationen meistern, in denen du früher automatisch geraucht hast.
Richtig gut in dieser Phase: Verhaltenstherapie
Hilft dir, die psychischen Mechanismen zu verstehen und neue Routinen aufzubauen. Kann auch als Selbsthilfe funktionieren. Mehr dazu: Verhaltenstherapie bei Nikotinsucht.
Für manche hilfreich: Die Allen Carr Methode
Das Buch „Endlich Nichtraucher“ verändert die Perspektive aufs Rauchen. Manche schwören drauf, andere finden es zu simpel. Meine Erfahrung: Einen Versuch ist es wert. Details: Allen Carr Methode Erfahrung.
Ab Monat 3: Rückfall-Prävention
Nach drei Monaten bist du körperlich komplett regeneriert. Jetzt geht’s darum, nicht rückfällig zu werden. Gerade in Stress-Situationen oder bei Alkohol ist die Versuchung groß.
Was mir geholfen hat: Die Schlusspunkt-Methode verstehen
Du hast eine bewusste Entscheidung getroffen. Es gibt keinen Grund zurückzugehen. Mehr zur Methode: Schlusspunkt-Methode.
Finger weg von: Unrealistische Wunder-Versprechen
Jetzt kommt der ehrliche Teil. Es gibt einige Methoden und Produkte, bei denen ich Vorbehalte habe:
E-Zigaretten als dauerhafte Lösung
E-Zigaretten können beim Umstieg helfen – keine Frage. Aber sie als Dauerlösung zu nutzen bedeutet, die Nikotinsucht aufrechtzuerhalten. Du tauschst nur das Produkt aus. Die psychische Abhängigkeit bleibt.
Meine Meinung: Als Übergangs-Methode okay, aber nicht als Endziel. Mehr dazu: E-Zigarette zum Rauchen aufhören: Chance oder Risiko?.
Hypnose als alleinige Methode
Hypnose kann unterstützend wirken – für manche Menschen funktioniert sie gut. Aber Wunder-Versprechen wie „einmalige Sitzung, dann bist du rauchfrei“ halte ich für unrealistisch. Die meisten brauchen mehrere Anläufe und eine Kombination verschiedener Methoden.
Details: Rauchentwöhnung durch Hypnose: Erfahrungen und Kosten.
Akupunktur ohne Verhaltensänderung
Ähnlich wie Hypnose: Kann helfen, ist aber keine Wunderlösung. Wenn du deine Gewohnheiten nicht änderst, wirst du auch mit Akupunktur nicht dauerhaft rauchfrei bleiben. Mehr: Akupunktur gegen Rauchen.
Medikamente zur Rauchentwöhnung: Wann sind sie sinnvoll?
Für stark abhängige Raucher können verschreibungspflichtige Medikamente eine Option sein. Die beiden wichtigsten sind Champix (Vareniclin) und Zyban (Bupropion).
Champix (Vareniclin): Blockiert die Nikotin-Rezeptoren im Gehirn und reduziert gleichzeitig Entzugserscheinungen. Studien zeigen gute Erfolgsquoten. Aber: Mögliche Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Mehr Details: Champix: Wirkung, Nebenwirkungen & Erfahrungen.
Meine Einschätzung: Für Menschen, die schon mehrfach erfolglos versucht haben aufzuhören und stark abhängig sind, kann Champix echt helfen. Für Gelegenheitsraucher oder Menschen mit leichter Abhängigkeit ist es überdimensioniert.
Mehr zum Vergleich: Champix und Zyban: Medikamente zur Rauchentwöhnung.
Die häufigsten Sorgen – und was wirklich passiert
„Ich nehme zu, wenn ich aufhöre“
Ja, viele nehmen durchschnittlich 3-5 kg zu. Das liegt daran, dass Nikotin den Stoffwechsel ankurbelt und Appetit unterdrückt. Außerdem essen viele mehr, weil Essen besser schmeckt und als Ersatzbefriedigung dient.
Die gute Nachricht: Die Gewichtszunahme ist nicht unvermeidlich. Mit bewusster Ernährung und Bewegung lässt sie sich vermeiden. Konkrete Tipps: Rauchen aufhören ohne zuzunehmen: 12 Tipps.
„Die ersten Wochen schaffe ich nicht“
Die körperliche Abhängigkeit ist nach 2-3 Wochen durch. Diese Zeit kannst du überbrücken – mit Nikotinersatz, mit Ablenkung, mit Unterstützung. Jeder Tag wird ein bisschen leichter.
Was mir geholfen hat: Mir jeden Abend zu sagen „Heute hast du es geschafft“. Nicht an die nächsten Wochen denken, sondern nur an heute.
„Nach 30 Jahren Rauchen lohnt es sich eh nicht mehr“
Doch, lohnt sich. Sogar massiv. Selbst mit 60 oder 70 profitierst du noch vom Rauchstopp. Dein Herzinfarkt-Risiko sinkt, deine Lungenfunktion verbessert sich, du hast mehr Energie. Mehr dazu: Rauchen aufhören mit 60: Es ist nie zu spät.
Mein persönliches Fazit: Jeder Tag zählt
Was im Körper passiert, wenn man aufhört zu rauchen, ist ein faszinierender Regenerationsprozess. Von den ersten 20 Minuten bis zu 15 Jahren – dein Körper erholt sich Schritt für Schritt.
Die ersten Wochen sind hart. Keine Frage. Aber sie gehen vorbei. Und danach beginnt eine Phase, in der du jeden Tag merkst, wie sich dein Körper verbessert. Mehr Energie, bessere Ausdauer, kein morgendlicher Husten mehr.
Ich bin jetzt seit 8 Jahren rauchfrei. Manchmal, sehr selten, habe ich noch den Impuls zu rauchen – wenn andere rauchen, wenn ich Stress habe. Aber es ist nur noch ein kurzer Gedanke, keine echte Versuchung mehr.
Was ich jedem mitgeben möchte: Jeder einzelne rauchfreie Tag zählt. Auch wenn du rückfällig wirst – die Zeit davor war nicht umsonst. Dein Körper hat sich in dieser Zeit regeneriert. Das nächste Mal hältst du vielleicht länger durch.
Es ist nie zu spät aufzuhören. Und es wird nie leichter als jetzt. Die beste Zeit für den Rauchstopp ist heute.
Einen umfassenden Überblick über alle Methoden findest du in meinem Artikel Rauchen aufhören 2026: Der ultimative Guide.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie lange dauert die körperliche Nikotinentzugsphase?
Die körperliche Nikotinabhängigkeit ist nach etwa 2-3 Wochen überwunden. Das Nikotin selbst ist bereits nach 48-72 Stunden komplett aus dem Körper. Die Entzugserscheinungen wie Unruhe, Gereiztheit und Konzentrationsschwierigkeiten sind in den ersten 3-4 Tagen am stärksten und lassen danach kontinuierlich nach.
Wann wird das Rauchverlangen weniger?
Das Verlangen wird nach etwa 2-3 Wochen deutlich seltener und weniger intensiv. Nach 3 Monaten berichten die meisten Ex-Raucher, dass die Schmacht-Attacken nur noch gelegentlich auftreten. Komplett verschwindet das Verlangen bei vielen erst nach 6-12 Monaten – manchmal bleibt es in bestimmten Situationen auch Jahre später noch kurz spürbar.
Erholt sich die Lunge vollständig nach dem Rauchstopp?
Die Lunge regeneriert sich beachtlich, aber nicht immer vollständig. Die Flimmerhärchen erholen sich innerhalb von Monaten, die Lungenfunktion verbessert sich deutlich. Emphyseme (Lungenüberblähung) und schwere COPD können sich allerdings nicht vollständig zurückbilden. Je früher du aufhörst, desto besser die Regeneration. Nach 10 Jahren ist die Lungenfunktion oft fast wieder auf Nichtraucher-Niveau – außer es liegen bereits Vorschädigungen vor.
Warum wird der Husten nach dem Aufhören erstmal schlimmer?
Das ist paradoxerweise ein gutes Zeichen. Die Flimmerhärchen in deiner Lunge, die durch das Rauchen gelähmt waren, fangen wieder an zu arbeiten. Sie transportieren den angesammelten Schleim und Schadstoffe nach oben – das führt zu vermehrtem Husten und Auswurf. Dieser „Reinigungshusten“ ist nach etwa 2-3 Monaten vorbei. Falls er länger anhält oder Blut im Auswurf ist, solltest du zum Arzt gehen.
Lohnt sich Aufhören auch nach Jahrzehnten des Rauchens noch?
Absolut. Selbst wer 30 oder 40 Jahre geraucht hat, profitiert enorm vom Rauchstopp. Das Herzinfarkt-Risiko sinkt bereits nach 24 Stunden messbar. Nach einem Jahr hat es sich halbiert. Nach 15 Jahren ist es wieder auf Nichtraucher-Niveau. Die Lungenfunktion verbessert sich, die Lebenserwartung steigt, die Lebensqualität
