Gelegenheitsraucher: Warum auch wenig Rauchen gefährlich ist

Gelegenheitsraucher: Warum auch wenig Rauchen gefährlich ist

Von 17 Min. Lesezeit
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Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Hand aufs Herz: Kennst du das? „Ich bin ja nur Gelegenheitsraucher – das bisschen schadet doch nicht.“ Eine Zigarette zur Party. Eine zum Feierabendbier. Vielleicht noch eine, wenn der Stress zu groß wird. Aber richtig rauchen? Nein, das nicht.

Genau das habe ich mir jahrelang eingeredet. Mit Ende zwanzig rauchte ich nur am Wochenende. Mit vierzig waren es „nur“ drei Zigaretten am Tag. Mit fünfzig eine halbe Schachtel. So schleichend, dass ich es kaum merkte.

Heute weiß ich: Es gibt keinen harmlosen Gelegenheitsraucher.

Was die wenigsten wissen: Schon eine einzige Zigarette täglich erhöht dein Herzinfarktrisiko um 48 Prozent. Nicht um vier oder fünf Prozent – um fast die Hälfte. Das zeigt eine große Studie aus England mit Daten von 140.000 Menschen.

Was ist überhaupt ein Gelegenheitsraucher?

Die Definition ist schwammig, und genau das macht es so gefährlich. Manche verstehen darunter eine Zigarette pro Woche. Andere fünf am Tag. Wieder andere rauchen nur beim Ausgehen – dafür dann aber zehn auf einmal.

Medizinisch gesehen gilt als Gelegenheitsraucher, wer weniger als eine Schachtel pro Woche raucht. Das können drei Zigaretten täglich sein. Oder zehn am Samstag. Oder nur eine beim Feierabendbier.

Aber egal wie du es drehst: Dein Körper macht da keinen Unterschied. Jede einzelne Zigarette setzt einen Prozess in Gang.

Die gefährliche Selbsttäuschung

Das Tückische am Gelegenheitsrauchen ist die gefühlte Kontrolle. „Ich kann jederzeit aufhören“ – das stimmt vielleicht sogar. Aber willst du es auch?

Diese vermeintliche Kontrolle macht es so schwer, die echten Risiken zu sehen. Wenn du nur drei Zigaretten am Tag rauchst, fühlst du dich nicht wie ein „richtiger“ Raucher. Du hustest nicht. Du bist nicht außer Atem. Alles scheint in Ordnung.

Bis es das plötzlich nicht mehr ist.

Die Gesundheitsrisiken für Gelegenheitsraucher – die Fakten

Jetzt wird es konkret. Die Forschung der letzten Jahre hat eindeutig gezeigt: Es gibt keine sichere Menge an Zigaretten.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Das ist der Punkt, der mich damals wachgerüttelt hat. Eine Studie im British Medical Journal hat es schwarz auf weiß: Wer nur eine Zigarette täglich raucht, hat etwa die Hälfte des erhöhten Herzinfarktrisikos eines Schachtel-pro-Tag-Rauchers.

Nicht ein Zwanzigstel. Die Hälfte.

Das liegt daran, dass schon kleinste Mengen Nikotin und Kohlenmonoxid deine Blutgefäße schädigen. Sie verengen sich, die Blutplättchen verklumpen leichter, und dein Herz muss härter arbeiten. Das passiert nicht erst nach 20 Jahren – das passiert bei jeder einzelnen Zigarette.

Bei Schlaganfällen sieht es ähnlich aus: Das Risiko steigt um 30 Prozent, selbst wenn du nur gelegentlich rauchst.

Krebs – auch bei wenigen Zigaretten

Lungenkrebs ist natürlich das erste, woran jeder denkt. Aber auch hier: Es gibt keine sichere Untergrenze. Studien zeigen, dass bereits leichtes Rauchen (1-10 Zigaretten täglich) das Lungenkrebsrisiko um das Neunfache erhöht.

Zum Vergleich: Bei einer Schachtel täglich ist es etwa 25-fach erhöht. Ja, das ist weniger. Aber neunfach – das ist immer noch dramatisch hoch.

Dazu kommen andere Krebsarten, die oft vergessen werden:

  • Blasenkrebs
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs
  • Mundhöhlen- und Rachenkrebs
  • Speiseröhrenkrebs
  • Nierenkrebs

Auch hier gilt: Jede Zigarette zählt. Die krebserregenden Stoffe im Tabakrauch – über 70 verschiedene – wirken ab der ersten Zigarette.

Atemwege und Lunge

Selbst wenn du nur gelegentlich rauchst, arbeitet deine Lunge schlechter. Das merkst du vielleicht nicht beim normalen Gehen. Aber versuch mal eine Treppe hochzulaufen oder mit dem Laufen anzufangen – da spürst du den Unterschied.

Die feinen Flimmerhärchen in deinen Bronchien, die Schmutz und Schleim abtransportieren sollen, werden durch jede Zigarette gelähmt. Sie erholen sich zwar wieder, aber bei regelmäßigem Gelegenheitsrauchen nie vollständig.

Das Risiko für COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) ist bei Gelegenheitsrauchern zwar niedriger als bei starken Rauchern – aber deutlich höher als bei Nichtrauchern.

Fruchtbarkeit und Schwangerschaft

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Als meine Tochter schwanger wurde und mir erzählte, sie rauche „nur noch zwei Zigaretten am Tag“, wurde ich zur Furie. Nicht weil ich streng bin – sondern weil ich die Fakten kenne.

Schon geringes Rauchen in der Schwangerschaft:

  • Erhöht das Risiko für Fehlgeburten
  • Führt häufiger zu Frühgeburten
  • Verursacht niedrigeres Geburtsgewicht
  • Erhöht das Risiko für plötzlichen Kindstod

Hier gibt es keinen Kompromiss. Keine einzige Zigarette während der Schwangerschaft ist akzeptabel. Wenn du Hilfe brauchst, schau dir unseren Artikel zu Rauchen in der Schwangerschaft aufhören an.

Warum „weniger“ nicht gleich „weniger gefährlich“ bedeutet

Vielleicht fragst du dich jetzt: Aber wenn eine Schachtel am Tag schlimm ist, müssen drei Zigaretten doch proportional weniger schädlich sein?

Nein. So funktioniert das nicht.

Bei vielen Giftstoffen gibt es sogenannte Schwellenwerte. Unterhalb dieser Grenze kann der Körper damit umgehen. Oberhalb wird es gefährlich. Bei Tabakrauch gibt es diesen Schwellenwert nicht.

Die Dosis-Wirkungs-Kurve

Die Schädigung steigt nicht linear. Bei Herzerkrankungen zum Beispiel verursachen die ersten paar Zigaretten überproportional viel Schaden. Der Sprung von null auf eine Zigarette täglich ist prozentual gefährlicher als der Sprung von zehn auf elf Zigaretten.

Das hat damit zu tun, wie dein Körper auf Nikotin und die anderen Schadstoffe reagiert. Schon kleine Mengen aktivieren entzündliche Prozesse, verändern deine Blutgerinnung und schädigen die Gefäßwände. Ab einer bestimmten Menge sind diese Systeme bereits maximal belastet – mehr macht es dann relativ gesehen nicht mehr viel schlimmer.

Das Problem der Kompensation

Dazu kommt noch etwas: Viele Gelegenheitsraucher inhalieren tiefer und länger, um mehr aus jeder Zigarette herauszuholen. Unbewusst natürlich. Aber dadurch bekommen sie pro Zigarette mehr Schadstoffe ab als jemand, der einfach eine nach der anderen raucht.

Von Gelegenheitsraucher zum Gewohnheitsraucher – der schleichende Prozess

Hier wird es persönlich. Ich hatte mir geschworen: Nie mehr als fünf Zigaretten am Tag. Das war meine rote Linie.

Fünf Jahre später rauchte ich eine Schachtel.

Der Übergang war so schleichend, dass ich es kaum bemerkte. Erst waren es fünf am Tag. Dann sechs an stressigen Tagen. Dann wurden die stressigen Tage mehr. Dann kam die Zigarette zum Bier dazu – aber die zählte ja nicht wirklich, oder?

Die Sucht entsteht trotzdem

Auch bei geringem Konsum entwickelt sich eine körperliche Abhängigkeit. Vielleicht nicht so stark wie bei einem Päckchen am Tag, aber sie ist da. Dein Gehirn lernt: Nikotin = Belohnung. Und es will mehr davon.

Studien zeigen, dass etwa zwei Drittel der Gelegenheitsraucher innerhalb von zehn Jahren zu regelmäßigen Rauchern werden. Besonders heikel ist es bei jungen Menschen: Wer mit 16 „nur mal so“ anfängt, raucht mit 26 meist täglich.

Wenn du merkst, dass aus gelegentlich langsam regelmäßig wird, schau dir unseren Artikel über Nikotinentzug an. Auch bei wenigen Zigaretten kann der Ausstieg Symptome verursachen.

Die Ausreden – und warum sie nicht stimmen

Ich kenne sie alle. Habe sie selbst jahrelang benutzt. Lass uns mal ehrlich durchgehen, was davon stimmt (Spoiler: nichts).

„Ich rauche ja nur light“

Light-Zigaretten sind ein Marketing-Trick. Die Messungen, die niedrigere Werte zeigen, werden von Maschinen gemacht. Echte Raucher halten die Lüftungslöcher zu, ziehen tiefer und inhalieren länger. Am Ende nimmst du genauso viel Schadstoffe auf – manchmal sogar mehr.

Die EU hat übrigens 2003 verboten, Zigaretten als „light“ zu bezeichnen. Aus gutem Grund.

„Ich rauche nur am Wochenende“

Klingt nach wenig, oder? Aber auch das summiert sich. Wenn du am Wochenende zehn Zigaretten rauchst, sind das über 1.000 Zigaretten im Jahr. Und dein Körper regeneriert sich zwischen Samstag und Montag nicht komplett.

Die Gefäßschäden bleiben. Die Entzündungsprozesse laufen weiter. Und beim nächsten Wochenende geht es von vorne los.

„Ich kann jederzeit aufhören“

Das mag sein. Aber warum tust du es nicht? Wenn es wirklich nur Genuss und keine Sucht wäre, müsste ein Monat Pause doch kein Problem sein.

Versuch es mal. Ehrlich. Sag dir: Einen Monat keine einzige Zigarette. Wenn es nur Gewohnheit und kein Zwang ist, sollte das leicht sein.

Aber bei den meisten wird schon nach zwei Wochen die Ausrede kommen: „Ach, eine kann ja nicht schaden…“ Genau das ist das Problem.

„Die Studien gelten nur für Kettenraucher“

Nein. Die großen Studien zum Gesundheitsrisiko von Gelegenheitsrauchern haben gezielt auch Menschen mit geringem Konsum einbezogen. Die Ergebnisse sind eindeutig: Auch wenig Rauchen ist gefährlich.

Die Studie aus dem British Medical Journal, die ich oben erwähnt habe, hat ganz bewusst Gelegenheitsraucher untersucht. Das Ergebnis: Selbst eine Zigarette täglich erhöht signifikant das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Was wirklich hilft – der Weg raus aus der Gelegenheitsraucher-Falle

Jetzt genug von den Problemen. Lass uns darüber reden, wie du da rauskommst.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Wenn ich das mit 58 nach 30 Jahren geschafft habe, schaffst du das auch. Aber du musst ehrlich zu dir selbst sein.

Schritt 1: Akzeptiere, dass du ein Raucher bist

Klingt hart, aber es ist wichtig. Solange du dir einredest „Ich bin ja nur Gelegenheitsraucher“, unterschätzt du das Problem.

Du bist Raucher. Punkt. Die Menge ist zweitrangig. Sobald du das akzeptierst, kannst du auch richtig damit umgehen.

Schritt 2: Verstehe deine Trigger

Wann greifst du zur Zigarette? Bei mir war es eindeutig Stress und Geselligkeit. Feierabend, ein Glas Wein, dazu eine Zigarette – das war mein Ritual.

Schreib eine Woche lang auf, wann du rauchst und was vorher war. Du wirst Muster erkennen. Und genau diese Muster musst du durchbrechen. Mehr dazu in unserem Artikel über Verhaltenstherapie beim Rauchstopp.

Schritt 3: Setze ein klares Datum

„Ich höre bald auf“ funktioniert nicht. Nie. Du brauchst ein konkretes Datum. Nicht in drei Monaten – maximal zwei Wochen voraus.

Sag es Menschen, die dir wichtig sind. Das erhöht den Druck (im guten Sinne) und gibt dir Unterstützung.

Schritt 4: Beseitige alle Zigaretten

Alle. Nicht nur die Schachtel in der Tasche. Auch die Notfall-Packung im Auto. Die drei Zigaretten im Jackenfutter. Die halbe Stange im Schrank.

Ja, das fühlt sich radikal an. Aber Gelegenheitsraucher haben oft das Problem, dass sie sich einreden „eine kann ich noch“. Wenn keine da ist, ist die Entscheidung schon getroffen.

Schritt 5: Nutze Hilfsmittel

Auch bei wenigen Zigaretten am Tag kann der Ausstieg schwer sein. Du musst nicht ohne Hilfe durchkämpfen.

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Hilft besonders gut bei spontanem Rauchverlangen. Ideal für Gelegenheitsraucher, die nicht den ganzen Tag Unterstützung brauchen, sondern nur in bestimmten Situationen.

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Für Gelegenheitsraucher reichen meist niedrig dosierte Nikotinersatzprodukte. Unser Nikotinkaugummi Test zeigt, welche Produkte wirklich helfen.

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Die niedrigste Dosierung eignet sich gut für leichte Raucher. Gibt kontinuierlich eine kleine Menge Nikotin ab und nimmt dir das ständige Verlangen.

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Mehr Infos in unserem Nikotinpflaster Vergleich.

Bei Nikotinspray ist die Wirkung besonders schnell – innerhalb von 60 Sekunden. Das hilft, wenn das Verlangen ganz plötzlich kommt.

Schritt 6: Finde Alternativen für deine Trigger-Situationen

Wenn du immer zum Feierabendbier geraucht hast, brauchst du eine neue Gewohnheit. Atemübungen klingen vielleicht esoterisch, aber sie helfen wirklich.

Oder geh eine Runde um den Block. Wenn du einen Hund hast, perfekt – Gassi statt Raucherpause funktioniert erstaunlich gut.

Schritt 7: Rechne dir aus, was du sparst

Auch als Gelegenheitsraucher gibst du einiges aus. Selbst bei nur drei Zigaretten täglich sind das über 500 Euro im Jahr. Nutze unseren Nichtraucher-Rechner und sieh dir die Summe an. Das motiviert.

Professionelle Hilfe – wann sie auch für Gelegenheitsraucher sinnvoll ist

Du denkst vielleicht: „Ein Kurs oder eine Therapie? Das ist doch übertrieben für jemanden, der nur drei Zigaretten am Tag raucht.“

Nein, ist es nicht. Gerade bei Gelegenheitsrauchern liegt das Problem oft nicht in der körperlichen Abhängigkeit, sondern im Kopf. In den Ritualen. In der Selbsttäuschung.

Nichtraucherkurse

Ein zertifizierter Nichtraucherkurs kostet zwischen 100 und 300 Euro – deutlich weniger als das, was du in einem Jahr fürs Rauchen ausgibst. Viele Krankenkassen übernehmen sogar einen Teil der Kosten. Schau in unseren Artikel zur Kostenübernahme durch die Krankenkasse.

Verhaltenstherapie

Wenn du merkst, dass du es alleine nicht schaffst, kann eine Verhaltenstherapie helfen. Dort lernst du, deine Denkmuster zu erkennen und zu ändern. Gerade die Ausreden – „nur eine“, „nur am Wochenende“ – lassen sich dort gut bearbeiten.

Alternative Methoden

Manche Menschen schwören auf Akupunktur oder Hypnose. Die Studienlage ist gemischt, aber wenn es bei dir funktioniert, ist das doch super. Hauptsache, du hörst auf.

Medikamente

Bei leichtem Konsum sind verschreibungspflichtige Medikamente zur Rauchentwöhnung wie Champix meist nicht nötig. Die Nebenwirkungen rechtfertigen sich nur bei starker Abhängigkeit. Aber sprich mit deinem Arzt darüber, wenn du das Gefühl hast, es alleine nicht zu schaffen.

Der Mythos vom „gesünderen“ Gelegenheitsraucher

Lass mich noch mit einem Mythos aufräumen, der sich hartnäckig hält: Dass Gelegenheitsraucher gesünder leben, weil sie ja auch Sport machen, sich gut ernähren und nur ab und zu rauchen.

Das stimmt nicht. Du kannst nicht gesund leben und gleichzeitig rauchen – auch nicht gelegentlich.

Klar, du kannst die Schäden durch Sport teilweise abmildern. Wandern oder Laufen stärkt dein Herz-Kreislauf-System. Eine gute Ernährung unterstützt deinen Körper bei der Reparatur. Aber du machst damit nur den Schaden etwas kleiner – du verhinderst ihn nicht.

Es ist wie mit einem Auto, in das du hochwertigstes Öl füllst, aber gleichzeitig jeden Tag Sand in den Tank schüttest. Das gute Öl hilft ein bisschen. Aber der Sand macht trotzdem den Motor kaputt.

Die gute Nachricht: Dein Körper kann sich erholen

Jetzt kommt der Teil, der Hoffnung macht. Auch wenn du jahrelang gelegentlich geraucht hast: Sobald du aufhörst, beginnt dein Körper sich zu reparieren.

Und bei Gelegenheitsrauchern geht das oft schneller als bei starken Rauchern. Die Schäden sind meist noch nicht so tief, und die Regeneration setzt schnell ein.

Die Timeline nach dem Rauchstopp

  • Nach 20 Minuten: Dein Puls und Blutdruck normalisieren sich
  • Nach 12 Stunden: Der Kohlenmonoxid-Spiegel im Blut sinkt auf normal
  • Nach 2 Wochen bis 3 Monaten: Dein Kreislauf verbessert sich deutlich
  • Nach 1 Jahr: Dein Herzinfarktrisiko ist halb so hoch wie das eines Rauchers
  • Nach 5 Jahren: Dein Schlaganfallrisiko entspricht dem eines Nichtrauchers
  • Nach 10 Jahren: Dein Lungenkrebsrisiko ist nur noch halb so hoch

Die komplette Timeline findest du in unserem Artikel Was passiert wenn man aufhört zu rauchen.

Was mir persönlich nach dem Aufhören am meisten aufgefallen ist: Wie gut Essen plötzlich schmeckt. Selbst einfache Sachen wie ein Apfel oder eine Tomate – komplett neue Geschmackswelten. Lies mehr dazu in unserem Artikel zum Geschmackssinn nach dem Rauchstopp.

Besonders gefährdet: Diese Gelegenheitsraucher sollten sofort aufhören

Es gibt Situationen, in denen selbst gelegentliches Rauchen besonders gefährlich ist:

Schwangere und Stillende

Wie schon erwähnt: Hier gibt es keine Diskussion. Jede Zigarette schadet dem Baby. Sofort aufhören, ohne Wenn und Aber. Unser Artikel zu Rauchen in der Schwangerschaft gibt konkrete Hilfe.

Menschen mit Vorerkrankungen

Wenn du bereits Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes oder eine Lungenkrankheit hast, ist jede Zigarette ein erhebliches Risiko. Auch „nur“ hoher Blutdruck oder erhöhte Cholesterinwerte sind Warnzeichen.

Menschen mit Familiengeschichte

Wenn in deiner Familie Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Krebs häufig vorkommen, ist dein Grundrisiko schon erhöht. Gelegenheitsrauchen macht es deutlich schlimmer.

Junge Menschen

Wer jung anfängt zu rauchen – auch nur gelegentlich – wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zum regelmäßigen Raucher. Bei Jugendlichen entwickelt sich die Sucht besonders schnell.

Wenn der Rückfall kommt – keine Panik

Hand aufs Herz: Ich habe beim ersten Versuch nach drei Tagen wieder angefangen. Beim zweiten nach zwei Wochen. Erst beim vierten Anlauf hat es geklappt.

Ein Rückfall bedeutet nicht, dass du versagt hast. Er bedeutet nur, dass du es noch einmal versuchen musst – mit einer anderen Strategie.

Das Gefährliche bei Gelegenheitsrauchern: Ein Rückfall fühlt sich weniger dramatisch an. „Ach, war ja eh nur eine Zigarette pro Tag“ – und schon bist du wieder drin.

Aber jeder Tag ohne Zigarette zählt. Auch wenn du nach einem Monat wieder eine rauchst – dieser Monat war nicht umsonst. Dein Körper hat sich in dieser Zeit erholt. Und beim nächsten Versuch weißt du mehr über deine Trigger.

Lies dir Geschichten von Menschen durch, die es geschafft haben. Unsere Erfolgsgeschichten zeigen: Es geht. Auch nach vielen Anläufen.

Die Wahrheit über E-Zigaretten als Alternative

Viele Gelegenheitsraucher überlegen, auf E-Zigaretten umzusteigen. „Das ist doch gesünder, oder?“

Jein. E-Zigaretten sind definitiv weniger schädlich als normale Zigaretten – aber nicht harmlos. Und für Gelegenheitsraucher sind sie meist keine gute Lösung, weil du damit oft mehr konsumierst als vorher.

Warum? Weil du überall dampfen kannst. Auch drinnen, auch im Auto, auch im Büro (wenn erlaubt). Die drei Zigaretten am Tag werden schnell zu 20 Sessions mit der E-Zigarette.

Mehr zu diesem Thema in unserem Artikel zur E-Zigarette zum Rauchen aufhören.

Häufige Fragen zu Gelegenheitsrauchen und Gesundheit

Ist es wirklich so schlimm, wenn ich nur am Wochenende rauche?

Ja, es ist schlimm. Auch Wochenend-Rauchen erhöht dein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs signifikant. Studien zeigen, dass es keine sichere Menge an Zigaretten gibt. Jede einzelne Zigarette setzt schädliche Prozesse in deinem Körper in Gang, die nicht einfach in den Tagen dazwischen verschwinden.

Schadet eine Zigarette pro Tag wirklich meinem Herzen?

Ja. Eine groß angelegte Studie im British Medical Journal hat gezeigt, dass bereits eine Zigarette täglich das Herzinfarktrisiko um etwa 48 Prozent und das Schlaganfallrisiko um 30 Prozent erhöht – verglichen mit Nichtrauchern. Das sind keine geringen Zahlen. Der Schaden entsteht nicht proportional zur Menge, sondern die ersten Zigaretten richten besonders viel Schaden an.

Kann ich als Gelegenheitsraucher auch Lungenkrebs bekommen?

Absolut. Auch bei nur 1-10 Zigaretten täglich ist das Lungenkrebsrisiko etwa neunfach erhöht im Vergleich zu Nichtrauchern. Zwar ist das Risiko niedriger als bei Schachtel-pro-Tag-Rauchern (25-fach erhöht), aber neunfach ist immer noch dramatisch hoch. Die krebserregenden Stoffe im Tabakrauch wirken ab der ersten Zigarette – es gibt keine sichere Untergrenze.

Reichen Nikotinpflaster auch für Gelegenheitsraucher?

Ja, sogar sehr gut. Für Gelegenheitsraucher reichen meist die niedrigsten Dosierungen (7mg Pflaster oder 2mg Kaugummis). Die helfen, das körperliche Verlangen zu stillen, ohne dass du zur Zigarette greifst. Viele Gelegenheitsraucher unterschätzen ihre psychische Abhängigkeit – ein Nikotinersatzprodukt nimmt dir den körperlichen Druck weg, sodass du dich auf die mentale Seite konzentrieren kannst.

Wie lange dauert es, bis sich mein Körper nach dem Gelegenheitsrauchen erholt?

Die gute Nachricht: Bei Gelegenheitsrauchern geht es oft schneller als bei starken Rauchern. Schon nach 12 Stunden sinkt der Kohlenmonoxid-Spiegel auf normal. Nach einem Jahr ist dein Herzinfarktrisiko bereits halb so hoch wie das eines Rauchers. Nach fünf Jahren entspricht dein Schlaganfallrisiko dem eines Nichtrauchers. Je früher du aufhörst, desto besser und schneller kann sich dein Körper regenerieren. Die Langzeitfolgen hängen stark davon ab, wie lange du schon rauchst.

Fazit: Es gibt keinen harmlosen Gelegenheitsraucher

Wenn ich das mit 58 nach 30 Jahren geschafft habe, dann schaffst du das auch. Aber du musst dir eingestehen: Es gibt kein harmloses Gelegenheitsrauchen.

Jede Zigarette zählt. Jede schadet. Und die Ausrede „nur gelegentlich“ macht es nicht besser – sie macht es nur schwerer aufzuhören, weil du dir selbst etwas vormachst.

Das Gesundheitsrisiko durch Gelegenheitsrauchen ist real und wissenschaftlich belegt. Schon eine Zigarette täglich erhöht dein Herzinfarktrisiko massiv. Schon wenige Zigaretten pro Woche erhöhen dein Krebsrisiko deutlich.

Aber – und das ist die gute Nachricht – sobald du aufhörst, beginnt die Heilung. Dein Körper ist erstaunlich gut darin, sich zu reparieren. Gib ihm die Chance dazu.

Du musst nicht alleine durchkämpfen. Es gibt unzählige gute Gründe aufzuhören, und es gibt viele Hilfsmittel. Nutze sie.

Hör auf, dir selbst etwas vorzumachen. Du bist Raucher. Aber du kannst Nichtraucher werden. Heute. Jetzt. Mit dieser Entscheidung.

Was mir geholfen hat: Meine beiden Enkel. Als der Kleine auf meinem Schoß saß und fragte „Oma, warum riechst du komisch?“ – da war es entschieden. Das war vor drei Jahren, und ich habe es

Karin Weiß
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