Wundheilung nach Rauchstopp: So heilen Wunden schneller

Wundheilung nach Rauchstopp: So heilen Wunden schneller

Von Dr. med. Rudolf Lubek 14 Min. Lesezeit
Kurz-Fazit

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Stell dir vor, du schneidest dir beim Kochen in den Finger. Nichts Dramatisches, aber eine kleine Wunde eben. Wenn du rauchst, braucht diese Wunde oft doppelt so lange zum Heilen wie bei Nichtrauchern. Manchmal noch länger. Das ist kein Zufall — und betrifft nicht nur Küchenmesser-Unfälle.

Die gute Nachricht: Die Wundheilung nach Rauchstopp verbessert sich deutlich schneller als du vielleicht denkst. Schon nach wenigen Wochen arbeitet dein Körper wieder effizienter. Nach einigen Monaten erreicht die Heilungsfähigkeit fast wieder das Niveau eines langjährigen Nichtrauchers.

Medizinisch gesehen ist das einer der unterschätzten Vorteile des Rauchstopps. Vor allem wenn eine Operation ansteht oder du unter chronischen Wunden leidest.

Warum Rauchen die Wundheilung massiv verzögert

Rauchen beeinflusst die Wundheilung auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Dabei geht es nicht nur um Nikotin — obwohl das eine zentrale Rolle spielt. Der Zigarettenrauch enthält über 4.000 Chemikalien, von denen viele direkt in den Heilungsprozess eingreifen.

Durchblutungsstörungen durch Nikotin

Nikotin verengt die Blutgefäße. Das passiert schon Minuten nach der ersten Zigarette am Morgen. Diese Verengung reduziert die Sauerstoffversorgung im gesamten Körper — besonders kritisch aber in den kleinen Kapillaren, die Wunden mit Nährstoffen versorgen müssten.

Kurz eingeordnet: Ohne ausreichend Sauerstoff können Zellen nicht optimal arbeiten. Die Kollagenproduktion läuft langsamer, neue Blutgefäße bilden sich verzögert, Immunzellen erreichen die Wunde nicht in ausreichender Zahl.

Kohlenmonoxid statt Sauerstoff

Beim Rauchen entsteht Kohlenmonoxid. Dieses Gas bindet sich an die roten Blutkörperchen — und zwar 200-mal stärker als Sauerstoff. Das bedeutet: Selbst wenn genug Blut zur Wunde fließt, transportiert es deutlich weniger Sauerstoff als bei Nichtrauchern.

Laut einer Studie im Journal of Wound Care haben Raucher durchschnittlich 15-20% weniger Sauerstoff im Gewebe. Bei starken Rauchern kann dieser Wert noch niedriger liegen.

Geschwächtes Immunsystem

Rauchen schwächt die Immunabwehr. Die weißen Blutkörperchen — zuständig für die Bekämpfung von Bakterien in Wunden — funktionieren bei Rauchern nachweislich schlechter. Gleichzeitig produziert der Körper mehr entzündungsfördernde Substanzen.

Was das für dich bedeutet: Wunden entzünden sich häufiger, heilen langsamer und hinterlassen öfter Narben.

Wundheilung nach Rauchstopp: Der Zeitverlauf

Die Regeneration der Wundheilungsfähigkeit läuft in Phasen ab. Manche Verbesserungen spürst du innerhalb von Tagen, andere brauchen Monate. Hier der realistische Zeitplan:

Nach 12-24 Stunden: Kohlenmonoxid verschwindet

Bereits einen Tag nach der letzten Zigarette sinkt der Kohlenmonoxid-Spiegel im Blut auf Normalwerte. Die roten Blutkörperchen transportieren wieder mehr Sauerstoff. Das ist der erste Schritt — aber noch lange nicht das Ende der Verbesserungen.

Nach 2-3 Wochen: Durchblutung normalisiert sich

Nach etwa zwei bis drei Wochen entspannen sich die Blutgefäße wieder. Die Durchblutung verbessert sich messbar. Kleine Wunden — wie Schnitte oder Schürfwunden — heilen jetzt schon merklich schneller als während der Raucherzeit.

Medizinisch gesehen ist das die körperliche Abhängigkeit vorbei. Alles danach ist Kopfsache — aber mit enormen positiven Auswirkungen auf die Heilung.

Nach 1-3 Monaten: Immunsystem regeneriert

Das Immunsystem braucht etwas länger. Nach einem bis drei Monaten funktionieren die weißen Blutkörperchen wieder effizienter. Infektionsrisiken sinken. Die Entzündungswerte im Körper normalisieren sich.

Eine Analyse des Deutschen Krebsforschungszentrums zeigt: Nach drei Monaten Rauchfreiheit liegt die Infektionsrate nach Operationen nur noch minimal über der von Nie-Rauchern.

Nach 6-12 Monaten: Fast wie ein Nichtraucher

Nach einem halben bis ganzen Jahr erreicht die Wundheilungsfähigkeit fast wieder Nichtraucher-Niveau. Die Kollagenproduktion läuft normal, neue Blutgefäße bilden sich zügig, die Narbenbildung reduziert sich.

Natürlich hängt das auch davon ab, wie lange du geraucht hast. Wer 30 Jahre lang täglich eine Schachtel konsumiert hat, braucht länger zur vollständigen Regeneration als jemand, der fünf Jahre lang zehn Zigaretten täglich geraucht hat.

Mehr zu den körperlichen Veränderungen findest du in unserer Übersicht zu Körper-Regeneration.

Besonders relevant: Wundheilung vor und nach Operationen

Wenn eine Operation ansteht, wird dir jeder Chirurg zum Rauchstopp raten. Nicht aus pädagogischem Eifer, sondern aus medizinischer Notwendigkeit.

Warum Chirurgen vor Rauchern warnen

Raucher haben nach Operationen ein deutlich höheres Risiko für Komplikationen. Die Zahlen sind eindeutig:

  • 2-3x höheres Infektionsrisiko an der Operationswunde
  • Längere Heilungsdauer (oft doppelt so lang)
  • Höhere Rate an Wundheilungsstörungen
  • Mehr Narbengewebe und schlechtere kosmetische Ergebnisse
  • Erhöhtes Risiko für Thrombosen und Embolien

Kurz eingeordnet: Besonders kritisch wird es bei Bauchoperationen, orthopädischen Eingriffen und plastischen Operationen. Dort ist die Durchblutung des Gewebes entscheidend.

Der optimale Zeitpunkt für den Rauchstopp vor OP

Ideal wären 6-8 Wochen Rauchfreiheit vor einer geplanten Operation. In dieser Zeit regeneriert sich die Wundheilungsfähigkeit bereits deutlich. Aber: Auch kürzere Zeiträume bringen messbare Vorteile.

Die S3-Leitlinie Rauchen und Tabakabhängigkeit empfiehlt mindestens 4 Wochen präoperative Abstinenz. Jede weitere Woche verbessert die Heilungschancen.

Was viele nicht wissen: Auch nach der OP solltest du rauchfrei bleiben. Die kritische Heilungsphase dauert etwa 2-3 Wochen. Wer in dieser Zeit wieder anfängt, riskiert Komplikationen — selbst wenn vor der OP Rauchfreiheit herrschte.

Nikotinersatztherapie vor Operationen

Hier wird es interessant: Nikotinersatzprodukte sind vor Operationen umstritten. Einerseits eliminieren sie die anderen Schadstoffe aus dem Rauch. Andererseits verengt Nikotin selbst die Blutgefäße.

Medizinisch gesehen: Nikotinpflaster oder -kaugummi sind immer noch besser als weiterrauchen. Die Belastung ist deutlich geringer. Aber ideal wäre vollständige Nikotinfreiheit.

Besprich das unbedingt mit deinem Chirurgen. Manche erlauben Nikotinersatz bis zur OP, andere raten davon ab.

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Chronische Wunden und Rauchstopp

Bei chronischen Wunden — also solchen, die länger als 4-8 Wochen nicht heilen — spielt Rauchen eine besonders fatale Rolle.

Diabetisches Fußsyndrom

Raucher mit Diabetes haben ein vielfach erhöhtes Risiko für das diabetische Fußsyndrom. Die Kombination aus schlechter Durchblutung (Diabetes) und zusätzlicher Gefäßverengung (Rauchen) ist verheerend.

Nach dem Rauchstopp bessert sich die Situation oft deutlich. Bestehende Wunden heilen schneller, neue treten seltener auf. Laut Daten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sinkt das Amputationsrisiko bei Rauchstopp um bis zu 50%.

Offene Beine (Ulcus cruris)

Bei Venenleiden oder arteriellen Durchblutungsstörungen entstehen oft offene Beine. Diese heilen bei Rauchern extrem schlecht. Manchmal über Jahre hinweg nicht.

Der Rauchstopp ist hier keine Option — er ist medizinische Notwendigkeit. Ohne ihn bleiben viele Therapien weitgehend wirkungslos.

Dekubitus (Druckgeschwüre)

Auch Druckgeschwüre — etwa bei bettlägerigen Patienten — heilen bei Rauchern deutlich schlechter. Die mangelnde Durchblutung verhindert die Regeneration des geschädigten Gewebes.

Was das für dich bedeutet: Wenn du unter chronischen Wunden leidest, ist der Rauchstopp eine der wichtigsten Therapiemaßnahmen überhaupt. Oft wichtiger als Salben oder Verbände.

Übrigens regeneriert sich auch das Zahnfleisch nach Rauchstopp deutlich besser — ein weiteres Beispiel für verbesserte Wundheilung.

Was du für optimale Wundheilung nach dem Rauchstopp tun kannst

Der Rauchstopp allein ist schon ein riesiger Schritt. Aber du kannst die Heilung zusätzlich unterstützen.

Ernährung: Bausteine für die Heilung

Wunden brauchen Nährstoffe. Besonders wichtig sind:

  • Protein: Für die Kollagenbildung. Fisch, Hühnchen, Hülsenfrüchte, Eier.
  • Vitamin C: Essenziell für Kollagen. Paprika, Brokkoli, Zitrusfrüchte, Beeren.
  • Zink: Beschleunigt Zellteilung. Kürbiskerne, Haferflocken, Rindfleisch.
  • Vitamin A: Fördert Hauterneuerung. Karotten, Süßkartoffeln, Spinat.
  • Omega-3-Fettsäuren: Reduzieren Entzündungen. Lachs, Leinsamen, Walnüsse.

Keine Sorge, du musst jetzt nicht jeden Tag Nährstoffe ausrechnen. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, ausreichend Protein und wenig Junkfood reicht völlig.

Bewegung: Durchblutung ankurbeln

Moderate Bewegung verbessert die Durchblutung im gesamten Körper. Das unterstützt die Wundheilung massiv. Schon 30 Minuten Spaziergang täglich machen einen Unterschied.

Bei bestehenden Wunden natürlich Rücksprache mit dem Arzt halten. Aber grundsätzlich gilt: Bewegung ist fast immer hilfreich.

Falls du dir Unterstützung beim Rauchstopp wünschst, bietet die TK einen kostenlosen Nichtraucherkurs an — inklusive Beratung zu gesundheitlichen Verbesserungen.

Stressmanagement

Chronischer Stress verzögert die Wundheilung. Das ist wissenschaftlich belegt. Stresshormone wie Cortisol hemmen das Immunsystem und verschlechtern die Durchblutung.

Gerade in der Rauchstopp-Phase ist Stress oft ein Thema. Atemtechniken bei Rauchverlangen helfen nicht nur gegen den Drang zur Zigarette, sondern reduzieren auch generellen Stress.

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Wundpflege: Die Basics nicht vergessen

Auch wenn die inneren Faktoren wichtig sind — die äußere Wundversorgung bleibt entscheidend:

  • Wunden sauber halten (aber nicht übertrieben desinfizieren)
  • Feucht-warmes Milieu fördern (moderne Wundauflagen statt ständig Luft dran lassen)
  • Nicht an Krusten kratzen
  • Bei Anzeichen einer Infektion sofort zum Arzt

Rückfall und Wundheilung: Wie schnell verschlechtert sich die Situation?

Ehrlich gesagt: ziemlich schnell. Schon eine Zigarette verengt die Blutgefäße für mehrere Stunden. Wer nach Wochen oder Monaten Rauchfreiheit wieder anfängt, riskiert die mühsam erreichten Fortschritte.

Das soll keine Panikmache sein. Aber gerade bei anstehenden OPs oder bestehenden Wundheilungsstörungen ist jede Zigarette eine echte Belastung.

Medizinisch gesehen: Ein einzelner Ausrutscher ist weniger dramatisch als ein kompletter Rückfall in altes Rauchverhalten. Aber: Je länger du rauchfrei bleibst, desto geringer wird das Verlangen — auch körperlich. Nach 2-3 Wochen ist die körperliche Abhängigkeit vorbei, wie bereits erwähnt.

Falls du Schwierigkeiten hast, kann Nikotinersatztherapie helfen. Die ist kein Zeichen von Schwäche sondern von Klugheit. Mehr dazu erfährst du bei der richtigen Dosierung von Nikotinkaugummi.

Spezialfall: Zahnmedizinische Eingriffe

Implantate, Zahnextraktionen, Parodontose-Behandlungen — in der Zahnmedizin spielt Wundheilung eine zentrale Rolle. Und hier sind die Unterschiede zwischen Rauchern und Nichtrauchern besonders drastisch.

Implantate und Rauchen

Die Misserfolgsrate bei Zahnimplantaten liegt bei Rauchern doppelt so hoch wie bei Nichtrauchern. Das Implantat wächst schlechter ein, Entzündungen treten häufiger auf, der langfristige Halt ist gefährdet.

Viele Zahnärzte setzen Implantate bei starken Rauchern nur ungern — oder verlangen eine Rauchstopp-Phase von mindestens 4-6 Wochen vor und nach dem Eingriff.

Zahnfleischbehandlungen

Bei Parodontitis — einer chronischen Entzündung des Zahnhalteapparats — ist Rauchen einer der Hauptrisikofaktoren. Die Behandlung schlägt bei Rauchern deutlich schlechter an.

Nach dem Rauchstopp verbessert sich die Situation oft innerhalb weniger Wochen. Das Zahnfleisch regeneriert, Entzündungswerte sinken, Zahnlockerungen stabilisieren sich.

Nach Zahnextraktionen

Wer sich einen Zahn ziehen lässt und danach raucht, riskiert eine sogenannte Alveolitis sicca — umgangssprachlich „trockene Alveole“. Dabei löst sich das Blutgerinnsel in der Wunde, die Heilung verzögert sich massiv und es entstehen starke Schmerzen.

Die Empfehlung: Mindestens 48-72 Stunden nach Zahnextraktionen nicht rauchen. Besser länger. Der Unterdruck beim Ziehen an der Zigarette ist dabei genauso problematisch wie die Schadstoffe selbst.

Hormone und Wundheilung nach dem Rauchstopp

Ein oft übersehener Aspekt: Rauchen beeinflusst den Hormonhaushalt massiv. Das hat auch Auswirkungen auf die Wundheilung.

Nach dem Rauchstopp normalisieren sich viele Hormone wieder. Das Zusammenspiel zwischen Rauchstopp und Hormonen ist komplex — aber insgesamt positiv für die Heilungsfähigkeit.

Besonders bei Frauen spielen Östrogene eine Rolle für die Hautregeneration. Rauchen senkt den Östrogenspiegel, der Rauchstopp lässt ihn wieder steigen. Das verbessert nicht nur die Wundheilung, sondern auch das Hautbild allgemein.

Realistische Erwartungen: Was du nicht erwarten solltest

Jetzt kommt ein bisschen ehrliche Einordnung. Der Rauchstopp ist großartig für die Wundheilung — keine Frage. Aber er ist kein Wundermittel.

Bestehende Narben verschwinden nicht

Narben, die während der Raucherzeit entstanden sind, bleiben. Der Rauchstopp verbessert die Heilung neuer Wunden, macht aber alte Narben nicht rückgängig.

Andere Faktoren bleiben relevant

Alter, Grunderkrankungen (Diabetes, Gefäßerkrankungen), Medikamente (z.B. Cortison), Ernährungszustand — all das beeinflusst die Wundheilung weiterhin. Der Rauchstopp ist ein wichtiger Baustein, aber eben nur einer von vielen.

Die Regeneration braucht Zeit

Wie bereits beschrieben: Manche Verbesserungen kommen schnell, andere brauchen Monate. Geduld ist wichtig. Nach einer Woche Rauchfreiheit heilt eine Wunde nicht plötzlich in Rekordzeit.

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Praxistipp: Rauchstopp bei geplanten Eingriffen strategisch nutzen

Wenn du schon länger mit dem Gedanken spielst, mit dem Rauchen aufzuhören, kann eine anstehende Operation der perfekte Anlass sein. Nicht als zusätzlicher Stress, sondern als Motivation.

Stell dir vor: Du weißt, dass in drei Monaten ein orthopädischer Eingriff ansteht. Du hast also einen klaren Grund für den Rauchstopp — nämlich die bestmögliche Heilung. Gleichzeitig hast du einen festen Zeitrahmen. Das kann psychologisch sehr hilfreich sein.

Viele berichten, dass der Rauchstopp vor einer OP leichter fiel als frühere Versuche ohne konkreten Anlass. Die medizinische Notwendigkeit gibt einen klaren Fokus.

Natürlich sollte die OP nicht der einzige Grund sein — sonst droht nach der Heilung ein Rückfall. Aber als Initial-Motivation funktioniert sie oft gut.

Mythen über Wundheilung und Rauchen

Zum Abschluss noch ein paar verbreitete Irrtümer, die ich immer wieder höre:

„Light-Zigaretten sind besser für die Wundheilung“

Nein. Der geringere Nikotingehalt macht kaum einen Unterschied. Die anderen Schadstoffe bleiben gleich, die Durchblutungsstörung ebenfalls. Light-Zigaretten sind keine Lösung.

„E-Zigaretten sind unproblematisch“

Schwierig. E-Zigaretten enthalten deutlich weniger Schadstoffe als Tabakzigaretten. Das ist unbestritten. Aber: Nikotin bleibt Nikotin — und verengt weiterhin die Blutgefäße. Für die Wundheilung sind E-Zigaretten also besser als Rauchen, aber schlechter als komplette Nikotinfreiheit.

Übrigens haben Nikotinbeutel ähnliche Nebenwirkungen auf das Zahnfleisch — auch dort verzögert sich die Heilung bei dauerhaftem Konsum.

„Nach 20 Jahren Rauchen lohnt sich Aufhören nicht mehr“

Völliger Quatsch. Die Wundheilungsfähigkeit verbessert sich in jedem Alter nach dem Rauchstopp. Natürlich ist der Effekt bei einem 30-Jährigen nach 5 Raucherjahren größer als bei einem 65-Jährigen nach 40 Jahren. Aber selbst im höheren Alter und nach langer Raucherkarriere bringt der Stopp messbare Vorteile.

Laut Daten des Robert Koch-Instituts profitieren auch ältere Ex-Raucher deutlich von verbesserter Wundheilung und reduziertem Komplikationsrisiko bei Operationen.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es bis sich die Wundheilung nach Rauchstopp verbessert?

Die ersten Verbesserungen zeigen sich bereits nach 2-3 Wochen durch bessere Durchblutung. Nach 1-3 Monaten regeneriert sich das Immunsystem deutlich. Nach 6-12 Monaten erreicht die Wundheilungsfähigkeit fast wieder Nichtraucher-Niveau. Die genaue Dauer hängt von der individuellen Raucherhistorie ab.

Kann ich vor einer Operation Nikotinersatzprodukte verwenden?

Nikotinersatzprodukte sind vor Operationen besser als weiterrauchen, da sie die meisten Schadstoffe eliminieren. Allerdings verengt Nikotin selbst weiterhin die Blutgefäße. Besprich die Verwendung unbedingt mit deinem Chirurgen — manche erlauben es bis zur OP, andere empfehlen komplette Nikotinfreiheit ab 4-6 Wochen vorher.

Heilen chronische Wunden nach dem Rauchstopp besser?

Ja, deutlich. Bei chronischen Wunden wie diabetischem Fußsyndrom oder offenen Beinen ist der Rauchstopp oft entscheidend für den Heilungserfolg. Die Durchblutung verbessert sich, Infektionsrisiken sinken, das Gewebe regeneriert besser. Bei Rauchstopp sinkt das Amputationsrisiko bei Diabetes um bis zu 50%.

Verschlechtert sich die Wundheilung sofort wieder wenn ich rückfällig werde?

Schon eine einzelne Zigarette verengt die Blutgefäße für mehrere Stunden. Ein einmaliger Ausrutscher ist weniger dramatisch als ein kompletter Rückfall. Bei dauerhaftem Rückfall verschlechtert sich die Wundheilungsfähigkeit innerhalb weniger Tage wieder — die erreichten Fortschritte gehen verloren.

Sind E-Zigaretten besser für die Wundheilung als normale Zigaretten?

E-Zigaretten enthalten weniger Schadstoffe als Tabakzigaretten und sind für die Wundheilung weniger schädlich. Aber: Nikotin verengt weiterhin die Blutgefäße. Für optimale Wundheilung ist komplette Nikotinfreiheit am besten. E-Zigaretten können als Übergang dienen, ersetzen aber nicht den vollständigen Ausstieg.

Welche Nährstoffe unterstützen die Wundheilung nach dem Rauchstopp?

Besonders wichtig sind Protein für die Kollagenbildung, Vitamin C für die Kollagensynthese, Zink für die Zellteilung, Vitamin A für die Hauterneuerung und Omega-3-Fettsäuren gegen Entzündungen. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, ausreichend Protein und wenig Junkfood deckt diese Nährstoffe normalerweise ab.

Fazit: Rauchstopp lohnt sich — besonders für die Wundheilung

Die Wundheilung nach Rauchstopp verbessert sich schneller und deutlicher als viele erwarten. Schon nach wenigen Wochen arbeitet dein Körper effizienter, nach Monaten erreichst du fast wieder Nichtraucher-Niveau.

Besonders bei anstehenden Operationen oder chronischen Wunden ist der Rauchstopp keine Kür, sondern medizinische Notwendigkeit. Die Zahlen sind eindeutig: Raucher haben doppelt so hohe Komplikationsraten, längere Heilungszeiten und schlechtere Langzeitergebnisse.

Was das für dich bedeutet: Jeder rauchfreie Tag verbessert deine Heilungsfähigkeit. Die körperliche Abhängigkeit ist nach 2-3 Wochen vorbei — danach ist alles Kopfsache. Aber eine Kopfsache mit enormen gesundheitlichen Vorteilen.

Ob mit Nikotinersatz, professioneller Unterstützung oder aus eigener Kraft — der Rauchstopp ist eine der besten Entscheidungen für deine Gesundheit. Nicht nur für die Lunge oder das Herz, sondern auch für die oft unterschätzte Fähigkeit de

Wichtiger Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen nicht die persönliche Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Fragen zur Rauchentwöhnung wende dich bitte an eine medizinische Fachperson.
Dr. med. Rudolf Lubek
Über den Autor

Dr. med. Rudolf Lubek

Dr. med. Rudolf Lubek ist Facharzt für Innere Medizin. Seit vielen Jahren begleitet er Patienten auf dem Weg zum Nichtraucher und kennt sowohl die aktuelle Studienlage als auch die Herausforderungen im Praxisalltag.

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