Hand aufs Herz: Als ich das erste Mal von Yoga beim Rauchstopp gehört habe, dachte ich „Das ist nichts für mich“. Ich war 58, hatte 30 Jahre geraucht und konnte mir nicht vorstellen, mich auf eine Matte zu setzen und „Om“ zu summen. Aber dann hat mir eine Bekannte ein paar einfache Atemübungen gezeigt – und die haben tatsächlich was gebracht. Gerade in den ersten Wochen ohne Zigarette, wenn die Lunge sich meldet und das Verlangen hochkommt.
Du musst nicht flexibel sein. Du brauchst keine spezielle Ausrüstung. Und du musst auch nicht stundenlang meditieren. Die Atemübungen aus dem Yoga helfen beim Rauchstopp – weil sie genau das machen, was die Zigarette auch gemacht hat: Sie geben dir eine Pause. Einen Moment zum Durchatmen. Nur eben ohne Gift.
Warum Yoga-Atemübungen beim Rauchstopp so gut funktionieren
Wenn ich das mit 58 nach 30 Jahren Rauchen geschafft habe, schaffst du das auch. Aber ich wusste lange nicht, warum mir diese Atemtechniken so geholfen haben. Mittlerweile verstehe ich es besser: Rauchen ist nicht nur Nikotinsucht. Es ist auch ein Ritual. Wir haben uns jahrelang kleine Pausen gegönnt, tief eingeatmet, langsam ausgeatmet. Dieser Rhythmus fehlt plötzlich.
Genau hier setzen Atemübungen aus dem Yoga an. Sie ersetzen das Ritual – ohne das Gift. Du holst tief Luft, hältst sie kurz an, atmest bewusst aus. Das Nervensystem beruhigt sich. Der Impuls „jetzt eine Zigarette“ wird schwächer.
In den ersten Tagen nach dem Rauchstopp ist deine Lunge irritiert. Sie muss sich umstellen. Yoga und Rauchstopp mit Atemübungen passen deshalb perfekt zusammen: Du hilfst deiner Lunge beim Reinigen, während du gleichzeitig mit dem Verlangen umgehst.
Was in deinem Körper passiert
Schon nach 20 Minuten ohne Zigarette normalisiert sich dein Puls. Nach ein paar Stunden steigt der Sauerstoffgehalt im Blut. Nach ein paar Tagen verbessert sich dein Geruchssinn – plötzlich riecht sogar Essen wieder richtig gut. Wenn du mehr dazu wissen willst: In meinem Artikel über den Geschmackssinn nach dem Rauchstopp beschreibe ich das genauer.
Bewusstes Atmen beschleunigt diese Prozesse nicht unbedingt. Aber es macht sie erträglicher. Wenn die Lunge sich meldet, wenn du husteln musst, wenn die Unruhe kommt – dann helfen ein paar tiefe Atemzüge mehr als jeder gut gemeinte Rat.
Die 4-7-8-Atmung: Deine Notfall-Übung bei Rauchverlangen
Diese Übung ist mein Favorit. Sie funktioniert überall: Im Büro, beim Autofahren (an der Ampel), nachts im Bett. Du brauchst etwa 30 Sekunden – und sie hat mir in kritischen Momenten den Hintern gerettet.
So geht’s:
- Atme vollständig durch den Mund aus (mit einem leisen „whoosh“-Geräusch)
- Schließe den Mund und atme ruhig durch die Nase ein – zähle dabei bis 4
- Halte den Atem an – zähle bis 7
- Atme kräftig durch den Mund aus – zähle bis 8
- Das war ein Durchgang. Mach das viermal hintereinander
In den ersten Tagen habe ich das bestimmt zwanzigmal am Tag gemacht. Jedes Mal, wenn das Verlangen kam. Nach etwa zehn Tagen wurde es weniger. Aber die Übung hatte ich noch monatelang in der Hinterhand.
Ein Bekannter hat das mal anders probiert: Er hat beim Ausatmen bewusst länger gemacht als beim Einatmen – ohne zu zählen. Hat bei ihm auch funktioniert. Kommt natürlich drauf an, was dir besser liegt.
Warum das Zählen so wichtig ist
Das Zählen ist kein Selbstzweck. Es lenkt deinen Kopf ab. In dem Moment, wo du bis sieben zählst, denkst du nicht an die Zigarette. Du konzentrierst dich aufs Zählen. Und das reicht oft schon, damit das akute Verlangen abebbt.
Wenn dir beim Luftanhalten schwindelig wird: Mach kürzere Intervalle. Vielleicht 3-5-6 statt 4-7-8. Das ist kein Wettkampf. Es geht darum, dass es dir hilft.
Wechselatmung gegen Nervosität und Unruhe
Die Wechselatmung (im Yoga heißt das Nadi Shodhana) klingt kompliziert – ist aber echt brauchbar. Besonders wenn die Unruhe kommt. Du kennst das vielleicht: Die ersten Tage ohne Zigarette bist du irgendwie neben der Spur. Nervös. Gereizt. Kannst nicht stillsitzen.
Bei mir war das heftig in Woche zwei. Die körperliche Abhängigkeit war fast weg, aber der Kopf spielte verrückt. Genau da hat mir die Wechselatmung geholfen.
So funktioniert’s:
- Setz dich bequem hin – Rücken gerade, aber nicht verkrampft
- Leg den Daumen der rechten Hand an dein rechtes Nasenloch
- Ringfinger derselben Hand liegt locker am linken Nasenloch
- Schließe das rechte Nasenloch mit dem Daumen
- Atme langsam durch das linke Nasenloch ein (4-5 Sekunden)
- Schließe beide Nasenlöcher kurz
- Öffne das rechte Nasenloch und atme dort aus
- Atme durch das rechte Nasenloch wieder ein
- Wechsle zur anderen Seite
Mach das fünf bis zehn Minuten. Am besten morgens oder abends. Ich habe das immer gemacht, bevor ich ins Bett gegangen bin – hat mir geholfen, runterzukommen.
Was wenn eine Seite verstopft ist?
Gerade in den ersten Wochen nach dem Rauchstopp ist die Nase manchmal zu. Die Schleimhäute müssen sich erst erholen. Wenn eine Seite komplett dicht ist, lass die Wechselatmung aus und mach stattdessen die 4-7-8-Übung durch den Mund. Oder probier die Bauchatmung weiter unten.
Bauchatmung: Zurück zum natürlichen Atem
Aus eigener Erfahrung: Als Raucher atmest du anders. Flacher. Mehr in der Brust. Der Bauch bewegt sich kaum noch. Kinder atmen natürlich in den Bauch – als Erwachsene verlernen wir das. Und als Raucher erst recht.
Die Bauchatmung (oder Zwerchfellatmung) bringt dir das zurück. Sie ist wahrscheinlich die einfachste Übung überhaupt – und eine der wirksamsten.
So geht’s:
- Leg dich auf den Rücken oder setz dich bequem hin
- Eine Hand auf den Bauch, eine auf die Brust
- Atme durch die Nase ein – so, dass sich deine Bauchhand hebt
- Die Hand auf der Brust bewegt sich kaum
- Atme langsam durch den Mund oder die Nase aus
- Spüre, wie der Bauch sich senkt
Mach das fünf Minuten. Jeden Tag. Am Anfang fühlt sich das komisch an. Dein Bauch ist nicht dran gewöhnt. Aber nach ein paar Tagen wird’s zur Routine.
Was mir geholfen hat: Ich habe das immer gemacht, wenn ich sowieso schon lag. Morgens nach dem Aufwachen, noch im Bett. Fünf Minuten Bauchatmung, bevor der Tag losgeht. Das hat nicht nur beim Nikotinentzug geholfen – es hat auch den Tag insgesamt entspannter gemacht.
Die ehrliche Warnung: Erst wird’s schlimmer
In den ersten Tagen wirst du beim tiefen Atmen husten. Deine Lunge räumt auf. Der ganze Dreck muss raus. Das ist nicht angenehm – aber es ist gut. Es bedeutet, dass dein Körper sich erholt.
Wenn du stark husten musst: Mach kleinere Atemzüge. Überfordere die Lunge nicht. Sie braucht Zeit. Aber gib nicht auf. Nach einer Woche wird’s deutlich besser. Nach drei Wochen merkst du, wie viel tiefer du plötzlich atmen kannst.
Ujjayi-Atmung: Der ozeanische Atem für schwierige Momente
Die Ujjayi-Atmung (sprich: Udschaji) klingt esoterisch. Ist sie aber nicht. Du verengt dabei leicht deine Kehle beim Atmen – es entsteht ein Geräusch wie Meeresrauschen. Deshalb heißt sie auch „ozeanische Atmung“.
Ich nutze sie vor allem, wenn ich konzentriert bleiben will. Zum Beispiel beim Arbeiten, wenn früher die Zigarettenpause kam. Stattdessen: Fünf Minuten Ujjayi. Hilft gegen das Verlangen und hält den Kopf klar.
So funktioniert’s:
- Atme durch die Nase ein
- Verengen die Kehle leicht – als würdest du ein Glas anhauchen
- Atme durch die Nase aus – mit demselben Kehlengeräusch
- Der Atem sollte hörbar sein, aber nicht anstrengend
Das Geräusch ist der Punkt. Es gibt dir was, worauf du dich konzentrieren kannst. Bei der Zigarette war’s das Ritual: Anzünden, erster Zug, der Rauch. Bei Ujjayi ist es das Rauschen in der Kehle.
Manche finden das Geräusch nervig. Meine Schwester zum Beispiel konnte damit nichts anfangen. Probier es einfach aus. Wenn es dich stört, bleib bei der 4-7-8-Atmung oder der Bauchatmung.
Eine rutschfeste Matte macht die Übungen angenehmer – ist aber kein Muss. Auch auf dem Teppich oder Bett kannst du starten.
Komplettes Yoga-Programm für den Rauchstopp: Ein realistischer Wochenplan
Wenn ich das mit 58 geschafft habe, nach 30 Jahren Rauchen, dann schaffst du das auch. Aber sei realistisch. Du wirst in der ersten Woche nach dem Rauchstopp nicht täglich eine Stunde Yoga machen. Dazu fehlt die Kraft. Dazu ist der Kopf zu durcheinander.
Deshalb hier ein Plan, der wirklich funktioniert:
Woche 1-2 nach dem Rauchstopp
- Morgens (5 Min): Bauchatmung im Bett, direkt nach dem Aufwachen
- Bei Verlangen (jederzeit): 4-7-8-Atmung – so oft wie nötig
- Abends (5-10 Min): Wechselatmung vor dem Schlafen
Mehr brauchst du nicht. Wirklich nicht. Die ersten zwei Wochen sind hart genug. Überforder dich nicht.
Woche 3-4 nach dem Rauchstopp
- Morgens (10 Min): Bauchatmung + leichte Dehnübungen
- Mittags (5 Min): Ujjayi-Atmung bei der ersten Pause
- Bei Verlangen: Weiter die 4-7-8-Atmung
- Abends (10-15 Min): Wechselatmung + Entspannung
Jetzt kannst du auch mal ein YouTube-Video mit Yoga für Anfänger probieren. Aber nur wenn du Lust hast. Wenn nicht: Die Atemübungen reichen völlig.
Ab Woche 5
Jetzt wird’s flexibler. Dein Körper hat sich erholt. Das akute Verlangen ist meistens weg (wenn nicht: lies hier über den Nikotinentzug). Du kannst jetzt anfangen, richtige Yoga-Einheiten zu machen – wenn du willst.
Aber Hand aufs Herz: Du musst nicht. Die Atemübungen allein sind Gold wert. Ich mache bis heute keine kompletten Yoga-Sessions. Aber die Atemtechniken nutze ich täglich.
Häufige Fehler bei Atemübungen – und wie du sie vermeidest
Als ich angefangen habe, habe ich alles falsch gemacht was man falsch machen kann. Damit dir das nicht passiert:
Fehler 1: Zu schnell zu viel wollen
Du musst nicht alle Übungen auf einmal machen. Such dir eine aus, die dir liegt. Für mich war’s die 4-7-8-Atmung. Alles andere kam später. Manche Menschen brauchen nur eine einzige Übung – und die reicht völlig.
Fehler 2: Zu tief atmen am Anfang
Deine Lunge ist irritiert. Sie ist nicht gewohnt, so viel Sauerstoff zu bekommen. Wenn dir schwindelig wird: Atme flacher. Mach Pausen. Steigere dich langsam.
Fehler 3: Die Übungen abbrechen wenn’s unangenehm wird
Husten ist okay. Kurzatmigkeit in den ersten Tagen ist normal. Das heißt nicht, dass die Übung falsch ist. Das heißt nur: Dein Körper muss sich umstellen. Gib ihm Zeit. Aber wenn Schmerzen kommen oder dir richtig schlecht wird – dann hör auf und sprich mit einem Arzt.
Fehler 4: Nur atmen, aber nicht bewegen
Atemübungen sind klasse. Aber dein Körper will auch bewegt werden. Gerade nach dem Rauchstopp. Wenn du magst: Kombiniere die Atemübungen mit Spaziergängen oder leichtem Sport. Mehr dazu findest du in meinem Artikel über Laufen nach dem Rauchstopp oder beim rauchfreien Wandern.
Yoga und andere Hilfsmittel kombinieren: Was Sinn macht
Atemübungen helfen – aber sie ersetzen nicht alles. Bei mir haben sie das Verlangen reduziert, aber nicht komplett weggenommen. Deshalb habe ich in den ersten Wochen zusätzlich mit Nikotinkaugummis gearbeitet.
Das ist keine Schwäche. Das ist klug. Wenn du merkst, dass die Atemübungen allein nicht reichen: Kombiniere sie mit einer Nikotinersatztherapie. Oder mit einem zertifizierten Nichtraucherkurs.
Manche Menschen probieren auch Akupunktur oder Hypnose. Hat bei mir nicht funktioniert – aber bei anderen schon. Jeder Weg ist anders.
Was ich wirklich empfehlen kann
Atemübungen + Bewegung + ein Plan für kritische Momente. Das ist die Kombi, die bei mir funktioniert hat. Morgens Bauchatmung, tagsüber viel draußen (wenn du einen Hund hast: Gassi statt Raucherpause), und bei akutem Verlangen die 4-7-8-Atmung.
Dazu ein realistischer Blick auf die Langzeitfolgen des Rauchens – das motiviert, wenn’s schwierig wird. Und ja, auch ein Blick auf den Nichtraucher-Rechner hilft. Wenn du siehst, wie viel Geld du sparst, gibt das nochmal einen Schub.
Ein kleines Gerät, das die Atemmuskulatur stärkt. Gerade für langjährige Raucher kann das den Einstieg erleichtern.
Warum gerade die Atmung beim Rauchstopp so mächtig ist
Ich hab lange nicht verstanden, warum mir diese einfachen Übungen so geholfen haben. Mittlerweile weiß ich: Es liegt am vegetativen Nervensystem. Klingt kompliziert – ist aber ganz einfach.
Wenn du gestresst bist, wenn das Verlangen kommt, wenn du nervös wirst: Dein Sympathikus springt an. Das ist der „Kampf oder Flucht“-Modus. Puls geht hoch, Atmung wird flacher, du bist angespannt. In dem Moment schreit alles in dir nach der Zigarette.
Bewusstes Atmen aktiviert den Gegenspieler: den Parasympathikus. Der ist für Ruhe zuständig. Für Entspannung. Für „alles ist okay“. Wenn du langsam und tief atmest, sagst du deinem Körper: „Wir sind sicher. Es gibt keinen Notfall.“
Das funktioniert nicht immer beim ersten Mal. Aber je öfter du es machst, desto besser wird die Verbindung. Irgendwann reichen ein paar tiefe Atemzüge – und das Verlangen ebbt ab.
Der Unterschied zur Zigarette
Die Zigarette hat genau das Gleiche gemacht: Sie hat dir eine Pause gegeben. Du bist rausgegangen, hast tief eingeatmet, langsam ausgeatmet. Das Nikotin war gar nicht der Hauptpunkt – es war das Ritual. Die Unterbrechung.
Atemübungen aus dem Yoga ersetzen dieses Ritual. Ohne Gift. Ohne Geld. Ohne dass du bei Regen raus musst. Du gibst dir die Pause trotzdem – nur eben gesund.
Für Skeptiker: Was wenn Yoga einfach nicht dein Ding ist?
Ich verstehe das. Ich war auch skeptisch. „Yoga ist nichts für mich“ – das habe ich jahrelang gesagt. Und dann habe ich gemerkt: Ich muss ja nicht das ganze Yoga-Paket nehmen. Ich kann mir rauspicken, was hilft.
Die Atemübungen haben nichts mit Esoterik zu tun. Du musst nicht an Chakren glauben. Du musst keine Sanskrit-Begriffe auswendig lernen. Du musst nicht mal wissen, dass das aus dem Yoga kommt.
Nenn es einfach „Atemtechnik“ oder „Entspannungsübung“. Der Name ist egal. Hauptsache, es hilft.
Alternative Zugänge zum Thema
Wenn dir Yoga zu abgehoben ist, probier’s mit diesen Einstiegen:
- Such nach „Atemübungen für Anfänger“ statt „Yoga“ – viele Videos zeigen die gleichen Techniken ohne den spirituellen Kontext
- Lade dir eine Meditations-App runter (mehr dazu in meinem Nichtraucher-App-Test) – die haben oft geführte Atemübungen
- Frag deinen Hausarzt nach Atemtherapie – das wird manchmal sogar von der Krankenkasse übernommen
Es gibt viele Wege zum gleichen Ziel. Hauptsache, du atmest bewusst. Wie du das nennst, ist deine Sache.
Wenn du nach 30 Jahren aufhörst: Besondere Herausforderungen
Als ich mit 58 aufgehört habe, nach 30 Jahren Rauchen, war meine größte Sorge: „Lohnt sich das überhaupt noch?“ Die Antwort ist ein klares Ja – mehr dazu in meinem Artikel Nach 30 Jahren Rauchen aufhören.
Aber die Lunge braucht länger, um sich zu erholen. Die Atemübungen fühlen sich am Anfang anstrengender an. Du merkst, wie eingeschränkt deine Atmung geworden ist. Das ist frustrierend – aber auch motivierend. Denn du merkst auch, wie schnell sich was verbessert.
Nach einer Woche konnte ich schon tiefer atmen. Nach einem Monat musste ich nachts nicht mehr husten. Nach drei Monaten konnte ich Treppen steigen ohne zu schnaufen. Das sind keine leeren Versprechen – das habe ich selbst erlebt.
Realistisch bleiben
Mit 20 erholt sich die Lunge schneller als mit 60. Das ist Biologie. Aber das heißt nicht, dass es sich nicht lohnt. Im Gegenteil: Gerade als älterer Mensch ist jeder Tag ohne Zigarette ein Gewinn.
Die Atemübungen helfen dir, diese Verbesserungen bewusst wahrzunehmen. Du spürst, wie die Lunge sich reinigt. Wie mehr Luft reinkommt. Wie der Atem tiefer wird. Das ist ein unglaublich gutes Gefühl.
Rückfälle und wie du damit umgehst
Hand aufs Herz: Ich hatte zwei Rückfälle in den ersten drei Monaten. Einmal auf einer Familienfeier, einmal nach einem stressigen Tag. Beide Male habe ich gedacht „Jetzt ist eh alles egal“. Aber dann habe ich mich zusammengerissen.
Wenn du einen Rückfall hast: Lies meinen Artikel über Rückfall beim Rauchen. Und dann mach einfach weiter mit den Atemübungen. Ein Ausrutscher bedeutet nicht, dass du versagt hast. Es bedeutet nur, dass du ein Mensch bist.
In dem Moment, wo du merkst „Verdammt, ich hab geraucht“ – mach fünf Minuten Bauchatmung. Geh spazieren. Und dann vergiss es. Morgen ist ein neuer Tag.
Die Atemübungen nach einem Rückfall
Gerade nach einem Rückfall helfen die Übungen doppelt. Sie beruhigen das schlechte Gewissen. Sie bringen dich zurück in die Spur. Sie erinnern dich daran, warum du aufhören wolltest.
Mach in den Tagen nach einem Rückfall besonders viele Atemübungen. Nicht als Bestrafung – sondern als Unterstützung. Dein Körper braucht jetzt extra viel Ruhe und Sauerstoff.
Häufige Fragen zu Yoga-Atemübungen beim Rauchstopp
Wie oft sollte ich die Atemübungen am Tag machen?
In den ersten Wochen: So oft wie nötig. Bei mir waren das anfangs 10-15 Mal am Tag – jedes Mal wenn das Verlangen kam. Die 4-7-8-Atmung dauert nur 30 Sekunden. Du kannst sie überall machen. Nach ein paar Wochen reichen 2-3 Mal am Tag: morgens nach dem Aufwachen, mittags in der Pause, abends vor dem Schlafen.
Kann ich die Übungen auch machen wenn ich noch rauche?
Ja, sogar vorher. Das bereitet deine Lunge vor und macht den Rauchstopp leichter. Aber ehrlich: Die meisten Menschen fangen erst an, wenn sie schon aufgehört haben. Auch okay. Besser spät als nie.
Was mache ich wenn mir beim Atmen schwindelig wird?
Atme flacher und kürzer. Dein Körper ist nicht daran gewöhnt, so viel Sauerstoff zu bekommen. Das gibt sich nach ein paar Tagen. Wenn der Schwindel stark ist oder nicht weggeht: Sprich mit einem Arzt. Manchmal steckt was anderes dahinter.
Helfen die Atemübungen auch gegen Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp?
Nicht direkt. Aber sie helfen gegen Stress-Essen. Wenn du früher bei Stress geraucht hast und jetzt zum Kühlschrank gehst: Mach stattdessen fünf Minuten Bauchatmung. Das reduziert den Drang zu essen. Mehr Tipps findest du in meinem Artikel Rauchen aufhören ohne zuzunehmen.
Kann ich die Übungen auch nachts machen wenn ich nicht schlafen kann?
Ja, sogar besonders gut. Die Wechselatmung oder die 4-7-8-Atmung helfen vielen Menschen beim Einschlafen. Ich mache das bis heute – auch Jahre nach dem Rauchstopp. Funktioniert besser als jede Schlaftablette.
Brauche ich eine Yogamatte oder spezielle Ausrüstung?
Nein. Die Atemübungen funktionieren überall: Im Bett, auf dem Stuhl, beim Spazierengehen, im Auto. Du brauchst nichts außer dir selbst. Eine Yogamatte macht’s vielleicht bequemer – aber sie ist kein Muss.
Mein persönliches Fazit nach drei Jahren ohne Zigarette
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Die Atemübungen aus dem Yoga haben mir mehr geholfen als alles andere. Nicht die Nikotinpflaster, nicht die Ablenkung, nicht die guten Ratschläge – sondern diese einfachen Techniken, die ich überall machen konnte.
Sie haben mir durch die ersten harten Wochen geholfen. Sie haben das Verlangen erträglicher gemacht. Und sie haben mir gezeigt, wie kaputt meine Atmung eigentlich war.
Heute, drei Jahre später, mache ich immer noch jeden Morgen fünf Minuten Bauchatmung. Nicht weil ich muss – sondern weil es mir guttut. Weil ich seitdem besser schlafe, ruhiger bin, weniger gestresst. Das hat mit dem Rauchstopp angefangen – aber die Vorteile gehen weit darüber hinaus.
Wenn ich das mit 58 geschafft habe, nach 30 Jahren Rauchen, dann schaffst du das auch. Du brauchst keine perfekte Technik. Du brauchst keinen Yogalehrer. Du brauchst nur den Willen, es zu versuchen. Fang mit der 4-7-8-Atmung an. Mach sie heute noch. Und dann morgen wieder. Und übermorgen.
Es wird nicht jeden Tag leicht sein. Es wird Momente geben, wo du denkst „Das bringt doch nichts“. Aber bleib dran. Die Atemübungen für den Rauchstopp funktionieren – nicht weil sie magisch sind, sondern weil sie deinem Körper geben, was er braucht: Ruhe, Sauerstoff und eine Pause.
Mehr brauchst du nicht. Wirklich nicht.